Bruno Schwenk, der Wirt vom Lindenhof in Wickede, hat seinen Betrieb karnevalistisch geschmückt, auch wenn das nur die Essens-Abholer kurz genießen können. © Andreas Schröter
Gastronomie

Wickeder Wirt rechnet nicht mit normalem Gastronomiebetrieb in 2021

Ein Wirt aus Wickede kritisiert die bürokratischen Hürden bei den Anträgen auf Corona-Hilfen. Für seinen Betrieb hat er genaue Pläne für die Zeit nach dem Gastronomie-Lockdown.

Ein Gastronom, der (natürlich) ebenfalls vom Corona-Shutdown betroffen ist, ist der Inhaber des Hotels Lindenhof am Wickeder Hellweg 22, Bruno Schwenk (65). Aber er wolle gar nicht so sehr im eigenen Namen klagen – schließlich seien in seinem Haus meist immer noch vier von sechs Zimmern durch Handwerker belegt – aber was ihn im Namen seiner ausländischen Kollegen ärgere: „Wieso ist es so kompliziert, einen Antrag auf Corona-Hilfe zu stellen?“ Damit seien doch türkische oder marokkanische Gastwirte, von denen er viele kenne, total überfordert – zumal, wenn sie die deutsche Sprache nicht so gut beherrschen.

Er helfe ja, wo er könne, schließlich habe er früher als Gastronomieanleiter gearbeitet, aber die Anträge auf Corona-Hilfe müssen – um Missbrauch zu vermeiden – über einen Steuerberater erfolgen. Doch weil diese Berufsgruppe derzeit komplett am Limit sei, sei es für jemanden, der bisher noch nicht Kunde bei einem Steuerberater gewesen sei, komplett unmöglich, dort überhaupt einen Termin zu bekommen. Das müsste alles viel unbürokratischer und schneller laufen, meint er.

Der große Saal im Lindenhof wird von großen Gesellschaften gebucht. Wirt Bruno Schwenk hofft, dass diese Zeiten irgendwann zurückkommen
Der große Saal im Lindenhof wird von großen Gesellschaften gebucht. Wirt Bruno Schwenk hofft, dass diese Zeiten irgendwann zurückkommen. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Bruno Schwenk rechnet nicht damit, dass es in diesem Jahr noch einen ganz normalen Gastronomie-Betrieb wie vor der Corona-Krise mit hunderten von Gästen in einem Raum geben wird. Er geht davon aus, dass die Betriebe zwar vielleicht zum 1. April wieder öffnen dürfen, dann aber nur unter strengen Schutzbestimmungen.

Künftig gibt freitags und samstags die „Speisekammer“

Deswegen ändert er sein eigenes Gastronomiekonzept für die Zeit nach dem Lockdown. Bisher hat er hauptsächlich auf große Gesellschaften mit 100 Gästen gesetzt, die im großen Saal der Gastwirtschaft Platz haben. Einen Kneipenbetrieb für die, die einfach nur reinkommen und ein Bier trinken wollten, gab‘s nur donnerstags: den „Stammtisch“.

Ein Blick in den verschneiten Garten des Lindenhofs. Bruno Schwenk möchte ihn weiter ausbauen, damit im Sommer mehr Gäste darin Platz haben
Ein Blick in den verschneiten Garten des Lindenhofs. Bruno Schwenk möchte ihn weiter ausbauen, damit im Sommer mehr Gäste darin Platz haben. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Künftig – wenn die Gastronomie wieder öffnen dürfe – werde es dienstags von 18 bis 21 Uhr den Schnitzeltag sowie freitags und samstags die „Speisekammer“ geben: täglich ein wechselndes Gericht, für das man sich vorher anmelden muss. Er selbst sei schließlich leidenschaftlicher Koch und wolle diese Tätigkeit auch weiterhin ausüben. Zu Schwenks Zukunftsplänen gehört außerdem eine Erweiterung des Gartens mit Platz für bis zu 30 Gästen.

Aus diesen Planungen geht bereits hervor, dass Schwenk keinen Gedanken daran verschwendet, den Lindenhof – eine Gaststätte, die auf das Jahr 1874 zurückgeht – aufzugeben. Auch seine drei 450-Euro-Kräfte bezahlt er weiterhin, um sie bei der Stange zu halten. Sie kennen am besten die Wickeder Vereine, die in den Lindenhof kommen – wie zum Beispiel den Karnevalsverein Rot-Gold Wickede, in dem Schwenk selbst Mitglied ist. Näheres unter lindenhof-dortmund@t-online.de

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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