An dieser Stelle ist für Autofahrer Schluss. Viele halten sich aber nicht daran: Sie entfernen den Pfosten und fahren weiter. Das will die SPD nun unterbinden. © Andreas Schröter
Verkehr

Wende beim Streit um die Dortmunder Straße Webershohl

Die kleine Dortmunder Straße Webershohl ist für Kleingarten-Anlieger ein Streitthema. Dabei geht es vor allem um Autos, die dort nicht lang fahren sollen. Nun gab es eine überraschende Wende.

Die Diskussion um die Straße Webershohl zwischen Asseln und Wickede geht in eine weitere Runde. Wie berichtet debattiert die Bezirksvertretung Brackel derzeit darüber, wie sich der Autoverkehr von der Straße längs der Bahnlinie fernhalten lässt. Auslöser der Diskussion waren Anwohner und Pächter der dortigen Kleingartenparzellen, die offenbar den Sperrpfosten auf Asselner Seite immer wieder herausgenommen haben, um dann doch mit dem Auto durch die Straße zu fahren, was Fußgängern missfiel.

Dazu sagt Stefan Kronenberg nun, der dort eine Gartenparzelle gepachtet hat: „Radfahrer und Anlieger dürfen den Webershohl in seiner ganzen Länge und aus jeder Richtung befahren. Dazu darf auch der Pfosten von den oben Beschriebenen herausgenommen werden.“

Seit 1997 sei die Straße dem Fuß- und Radverkehr sowie auch dem Anliegerverkehr gewidmet. Der Bereich vor und hinter dem Sperrpfosten sei also für diesen Verkehr freigegeben. Verbotsschilder aus beiden Richtungen verbieten diesem Verkehr allerdings die Durchfahrt, wenn das Fahrzeug mehr als 2,5 Tonnen wiege. Es sei somit falsch zu behaupten, dass es verboten sei, den Sperrpfosten zum Zwecke der Durchfahrt herauszunehmen.

Bezirksvertretungs-Beschluss von Dezember 1996

Das bestätigt Stadtsprecher Maximilian Löchter: „Zur Straße Webershohl gab es im Abschnitt zwischen etwa 55 Meter östlich des Hauses Nummer 53 und der Steinbrinkstraße ein wegerechtliches Verfahren in Form der Teileinziehung, sodass in diesem Streckenabschnitt nur noch der Fußgänger- und Radfahrverkehr

sowie Anliegerverkehr zugelassen ist.“

An der schmalen Straße Webershohl befinden sich auf Wickeder Seite zahlreiche Gartenparzellen. Einige Autofahrer befahren die Straße verbotswidrig auch von Asseln aus, um schneller zu ihnen zu gelangen
An der schmalen Straße Webershohl befinden sich auf Wickeder Seite zahlreiche Gartenparzellen. Einige Autofahrer befahren die Straße verbotswidrig auch von Asseln aus, um schneller zu ihnen zu gelangen. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Der Beschluss sei von der Bezirksvertretung Brackel in ihrer Sitzung am 5. Dezember 1996 gefasst und in den Dortmunder Bekanntmachungen am 21. Februar 1997 veröffentlicht worden. Die Anliegerfunktion komme in dem Bereich tatsächlich aber nur den Kleingärtnern zu. Nur sie dürfen den Bereich befahren.

Stefan Kronenberg weiter: „Zurzeit wird man auch als Anlieger schon beschimpft, wenn man den Webershohl befährt, was ich auf die Fehlinfomationen zurückführe. Wir Anlieger stellen im Übrigen nicht fest, dass Nichtanlieger den Webershohl befahren.“

Zu den Vorwürfen, manche Autofahrer würden den Pfosten herausnehmen und anschließend ins Feld nebenan werfen, meint Kronenberg: „Anlieger haben ein ureigenes Interesse, dass der Pfosten anschließend wieder eingesetzt wird.“ Nächster Schritt ist nun ein Ortstermin mit Politik, Anwohnern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, bei dem das weitere Vorgehen besprochen werden soll.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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