Kornelia und Peter Berger betreiben seit knapp 20 Jahre die Gaststätte "Zum Bürgerkrug" in Asseln. Momentan halten sie sich mit einem Außer-Haus-Verkauf über Wasser. © Andreas Schröter
Gastronomie

Trotz Problemen im Lockdown: Asselner Gastwirte-Paar plant schon für die Zukunft

Die Gastronomie gehört bekanntlich zu den Branchen, die am stärksten unter der Corona-Pandemie leiden. Kornelia und Peter Berger, die den Bürgerkrug betreiben, berichten von ihren Erfahrungen.

Kornelia und Peter Berger, die seit knapp 20 Jahren die Gaststätte „Zum Bürgerkrug“ in Asseln betreiben, leiden massiv unter dem Lockdown. Nach eigenen Angaben kommen sie finanziell nur so gerade eben über die Runden, weil ihnen der Vermieter derzeit einen Teil der Pacht erlässt. Von der angekündigten Novemberhilfe der Bundesregierung haben sie – wie so viele andere Betroffene – bisher nur einen Abschlag gesehen.

Mehr schlecht als recht versuchen sie sich mit dem Außer-Haus-Verkauf von Essen über Wasser zu halten. Aber das laufe nur am Wochenende gut, sagt Kornelia Berger (60). Unter der Woche kaufe kaum jemand etwas. Sie vermutet, dass das mit der kalten Jahreszeit zusammenhängt: „Wenn man im Winter auf dem Sofa liegt, will man doch abends nicht mehr raus, um sich was zu essen zu holen.“ Einen Lieferservice können die Bergers nicht anbieten. Wenn Peter Berger (63) es mache, fehle er in der Küche, wenn sie selbst rausfahre, so die Wirtin, fehle sie am Telefon und an der Kasse.

Sonntags wird Speisekarte um Tagesgericht ergänzt

Der Außer-Haus-Verkauf läuft von mittwochs bis samstags von 17 bis 20 Uhr sowie sonntags von 12 bis 20 Uhr. Sonntags gibt‘s zusätzlich zur normalen Speisekarte noch ein Tagesgericht. Bestellbar ist alles unter Tel. 0231-279591. Der Montag sei schon immer ein ruhiger Tag gewesen, den haben die Bergers deswegen nun als Arbeitstag gestrichen, und dienstags ist ohnehin Ruhetag.

Beim Thema Corona klopfen zwei Herzen in ihrer Brust, sagt Kornelia Berger. Als Wirtin wünsche sie sich, dass ihr Gastronomiebetrieb besser gestern als heute wieder aufgemacht hätte, als normale Bürgerin habe sie Verständnis für den Lockdown. Sie selbst habe ihre Tochter, ihren Schwiegersohn und die drei Enkelkinder, die in Oer-Erkenschwick leben, aus Corona-Schutzgründen seit Oktober nicht mehr gesehen.

Das Haus, in dem sich der Bürgerkrug befindet - Am Hagedorn 24 - ist schon weit über 100 Jahre alt
Das Haus, in dem sich der Bürgerkrug befindet – Am Hagedorn 24 – ist schon weit über 100 Jahre alt. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Natürlich freuen sich Kornelia und Peter Berger auf die Zeit nach dem Lockdown. Den Gedanken, den Bürgerkrug nicht weiterzuführen, haben sie bisher nicht. Im Gegenteil: Wenn alles vorbei ist, wollen sie die Speisekarte aufpeppen und um neue Gerichte ergänzen. Was das sein könnte, verraten sie noch nicht. Und natürlich hoffen sie, irgendwann die Tische wieder – wie früher – enger stellen und schöne Stoff-Tischdecken auflegen zu können und nicht die abwaschbaren aus Plastik.

Die Stammkunden jedenfalls haben schon angekündigt, auf jeden Fall wiederkommen zu wollen, wenn der Bürgerkrug wieder öffnet – so wie der Harley-Davidson-Club, die Turnergruppe, die Kyffhäuser-Kameradschaft oder der Tischtennisverein. Auch der Bundesliga-Tipp geht dann weiter. Von dem einen Euro Einsatz pro Tipp gehen 50 Cent an das Malteser-Kinderhospiz. Knapp 12.000 Euro sind auf diese Weise bereits zusammengekommen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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