Der Friedhofsbesuch wird entlang der Donnerstraße für Edelgard Simmang zum Problem. Sonntags stünden immer Autos auf dem Gehweg. © Simmang
Parkplatz oder Gehweg?

Stress um parkende Autos an Dortmunder Friedhof

Wer den Asselner Friedhof besuchen will, der muss bei dem Ausflug durchaus mit stressigen Situationen rechnen. Es fehlt an Parkplätzen, das bekommen auch Fußgänger zu spüren.

Der Fußweg zum Asselner Friedhof Erlemannsweg verkommt für Edelgard Simmang im Wochentakt zu einer stressigen Herausforderung. Fast jeden Sonntag besucht die 86-jährige Asselnerin das Urnengrab ihres Mannes auf dem Friedhof am Erlenweg. Meistens tritt sie den Friedhofsbesuch zu Fuß mit ihrem Rollator an. Ihr Weg führt sie zu großen Teilen der Donnerstraße entlang – vor allem auf den letzten Metern verkommt der Weg für sie zum Parcours.

Eigentlich würde Edelgard Simmang den Bürgersteig, beginnend ab der Ecke Erlemannsweg Richtung Eingangsportal an der Donnerstraße, verwenden, um zum Friedhof zu gelangen. Doch genau diesen Bürgersteig versperren andere Besucher des Friedhofs mit parkenden Autos.

„Es kommt immer darauf an, wie die stehen – manche stehen auch ganz auf dem Bürgersteig“, sagt Edelgard Simmang. Ein Vorbeikommen an den Autos sei unter diesen Umständen unmöglich – sie müssen dann auf die Donnerstraße mit ihrem Rollator ausweichen.

Allgemein habe sie Angst, an den auf dem Bürgersteig geparkten Autos vorbeizugehen: „Ich will denen ja auch keine Macke ins Auto machen, wenn ich da hergehe“.

Gerade mit ihrem Rollator sei es schwierig, wenn sie immer wieder auf die Straße ausweichen müsse. Sicher fühle sie sich auf der Straße ohnehin nicht, würden doch ab und zu Autos oder Fahrradfahrer herfahren.

Fast jeder Friedhofsbesuch, den sie mit ihrer Tochter oder ihrem Sohn erledigt, ist mit solch einer Situation verknüpft. Oft würde sie gemeinsam mit ihrem Sohn die Fahrer der parkenden Autos ansprechen. „In drei oder vier Fällen haben die Leute Einsicht gezeigt und sich entschuldigt“, sagt Edelgard Simmang, „die meisten sind aber nicht einsichtig und diskutieren“.

Mit dem Rollator ist das Durchkommen auf dem Gehweg schwierig, je nachdem wie geparkt wird.
Mit dem Rollator ist das Durchkommen sonntags auf dem Gehweg schwierig, je nachdem wie geparkt wird. © Daniel Immel © Daniel Immel

Bei den Diskussionen würde es dann darum gehen, ob der Bürgersteig als Parkfläche erlaubt sei und, dass Edelgard Simmang doch „auf die Straße ausweichen könne“.

Laut Edelgard Simmang sei zudem das Parken im Erlemannsweg erlaubt – das wären ja nur ein paar Meter Fußweg mehr. Auch andere Friedhofsbesucher würden sich über den zugeparkten Gehweg ärgern – die meisten würden es aber einfach hinnehmen und ausweichen, sagt Simmang.

Sebastian Thimm vom Kirchenkreis Dortmund kann das Problem von Edelgard Simmang am Friedhof „sehr gut nachvollziehen“. Eine einfache Lösung sieht er derzeit aber nicht, „da es dort keine Parkflächen gibt und die Besucher dann auf dem Bürgersteig parken würden“.

Dennoch möchte er sich für eine Lösung der Park-Situation auf dem Gehweg einsetzen. Er möchte darüber intern in einem Gespräch zwischen Kirchenkreis und Kirchengemeinde Asseln sprechen.

Die Stadt Dortmund teilt mit, dass es sich bei dem besagten Bürgersteig um einen Gehweg handeln würde. „Das Parken auf dem Gehweg ist nicht erlaubt“, geht aus der Antwort hervor.

Bislang sei die „Örtlichkeit der Verkehrsüberwachung nicht bekannt“, so die Stadt Dortmund. Grundsätzlich können allerdings Kontrollen stattfinden: „Sonntags ergibt sich durch die eingeschränkten Dienstzeiten der Verkehrsüberwachung eine originäre Zuständigkeit der Polizei“.

Auch baulich könne man vorgehen, sagt die Stadt: „Weiterhin gäbe es grundsätzlich theoretisch auch bauliche Möglichkeiten, die ein Parken auf Gehwegen verhindern“. Das müsse im Einzelfall von der Straßenverkehrsbehörde geprüft und angeordnet werden. Dann könne ein Poller oder ein Absperrbügel installiert werden.

Über den Autor

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.