Vom Wall aus ging es über die Hamburger Straße in Richtung Borsigplatz. © Daniel Immel
Rat entscheidet

Sozial-Ökologisches Zentrum: Gewaltvideo sorgt für Irritationen

Die Initiatoren des Sozial-Ökologischen Zentrums (SÖZ) stehen in den Startlöchern für die Nachnutzung des ehemaligen Flüchtlingsheims in Derne. Nun sorgt ein Twitter-Video für Irritationen.

Das Sozial-Ökologische Zentrum (SÖZ) möchte, wie berichtet, die ehemalige Zweigstelle der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule an der Nierstefeldstraße nutzen. Zuletzt war das Haus ein Flüchtlingsheim. Ein Café soll dort entstehen, Bildungsveranstaltungen, Lesungen und Sport angeboten werden.

Nun sorgt jedoch ein Video für Irritationen, das die Organisation im Vorfeld ihrer „Tanzdemo“ am 10. September bei Twitter gepostet hatte. Es zeigt zahlreiche Gewaltszenen, wie man sie von Demonstrationen kennt, die aus dem Ruder laufen: Feuerwerk, Banner, die anderen gewaltsam weggerissen werden, eine insgesamt aggressive Atmosphäre. Einigen Politikern und Verwaltungsmitarbeitern stellt sich nun die Frage, ob sie einer Organisation, die solche Videos ins Netz stellt, ein Gebäude in einer ruhigen Wohngegend anvertrauen wollen.

„Nicht der Ausdruck, den wir wählen würden“

SÖZ-Mitarbeiter Tim Maaß teilt dazu mit: „Das Video wurde uns zugeschickt von einer der an der Tanzdemo beteiligten Initiativen. Es gab auch innerhalb des Initiativkreises einige Diskussionen darum. Das ist sicherlich nicht der Ausdruck, den wir als SÖZ wählen würden.“

Vor dem Derner Flüchtlingsheim stehen gleich mehrere riesige Container, Die Einrichtung wird aufgelöst
Vor dem Derner Flüchtlingsheim stehen gleich mehrere riesige Container, Die Einrichtung wird aufgelöst. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Die Demonstration selbst sei eine sehr friedliche und offene Veranstaltung gewesen, wie SÖZ sich das auch vorstelle – für Demonstrationen, aber auch für das Projekt im Ganzen. Und weiter: „Es tut uns leid, wenn da Irritationen entstanden sind.“

Stadtsprecher Michael Meinders schreibt: „Wir können bestätigen, dass sich die Stadt derzeit im Austausch mit den Initiatoren für die Errichtung eines sozial-ökologischen Zentrums (SÖZ) befindet. In diesem Zusammenhang wurde auch auf das aus Sicht der Stadt mit Recht stark kritisierte Video hingewiesen. Wir haben zur Kenntnis genommen, dass das Video dann vom Netz genommen wurde.“

Stadt prüft den Gesamtzusammenhang

Weiterhin prüfe die Stadt derzeit den Gesamtzusammenhang mit dem Ziel, ein Bild darüber zu erhalten, wie die Vereinsstruktur aussehen würde und welche Planungen/Ziele es für das SÖZ gebe. Ob es tatsächlich zu einer Vermietung einer städtischen Immobilie für das SÖZ komme, sei dem Rat als Entscheidung vorbehalten.

Nicht glücklich über das Gewalt-Video ist auch die Dortmunder Hafen AG. Pressesprecher Pascal Frai sagt: „Als Dortmunder Hafen AG hat uns das Video alarmiert, in dem Szenen aus dem Hafen mit Szenen zu Hausbesetzungen und Auseinandersetzungen mit der Polizei kombiniert wurden. Auf dem gleichen Kanal findet sich ein weiteres, sogenanntes Mobilisierungsvideo mit Szenen, die offenbar Straftaten zeigen. Da fragt man sich: Wer strebt in Dortmund mit welchen Mitteln welche Gesellschaft an?“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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