Auf dem Gelände der ehemaligen Straßenbahnschleife Brackel hat's größere Rodungsarbeiten gegeben. Dort sollen Reihenhäuser und ein Kindergarten entstehen. © Andreas Schröter
Wohnungsbau

Schleife Brackel: Rodungsarbeiten machen Anwohner traurig

Eines der umstrittensten Baugebiete im Dortmunder Osten ist die ehemalige Straßenbahnschleife Brackel. Zur Vorbereitung dort hat der Investor die Fläche roden lassen - zum Ärger der Anwohner.

Die Anwohner der Straße In den Börten haben‘s nicht gerne gesehen: Auf dem Gelände der ehemaligen Schleife Brackel hat die Firma Dr. Ing. Potthoff aus Hamm die Bäume und Pflanzen roden lassen. Bekanntlich müssen solche Rodungsarbeiten in der vegetationsarmen Zeit bis Ende Februar erfolgen.

Anwohnerin Gaby Ufer sagt zum Beispiel: „Dort haben im Sommer die Vögel gezwitschert, das Grün der Bäume war wenigstens noch etwas Natur. Jetzt schaut man demnächst nur auf Betonklötze.“

37 Reihenhäuser und ein Kindergarten

In dem Brackeler Baugebiet möchte das Ingenieurbüro bekanntlich 37 Reihenhäuser und eine Kindertagesstätte mit vier bis sechs Gruppen errichten. Die Wohnfläche in den Häusern am Hellweg und an der Straße In den Börten soll zwischen 97 und 112 Quadratmetern liegen.

Es seien jeweils eine Garage und ein Stellplatz pro Haus vorgesehen. Die öffentlich geförderten Häuser sollen über zwei Etagen und ein ausgebautes Dachgeschoss verfügen. Die Traufhöhe beträgt 5,5 Meter, die Giebelhöhe 9 Meter.

Das Besondere: Die Reihenhäuser werden nicht verkauft, sondern vermietet. Sie bleiben im Besitz des Unternehmens Potthoff und werden von diesem verwaltet. Die Kaltmiete für die geplanten Reihenhäuser „In den Börten“ beträgt 5,55 Euro pro Quadratmeter, allerdings nur mit Wohnberechtigungsschein.

Sorge vor hohem Verkehrsaufkommen

Viele Bürger sahen und sehen die geplante Bebauung kritisch, befürchten Parknot und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. „Es herrschen jetzt schon massive Parkplatzprobleme“, sagte ein Teilnehmer einer Einwohner-Informationsveranstaltung im Februar 2018.

Auch die Zu- und Ableitung von Fahrzeugbewegungen über die Straßen wurde bemängelt: „Wir kommen jetzt schon nicht aus unseren Einfahrten“, hieß es.

Über die Verkehrszunahme hat sich auch die Bezirksvertretung Brackel Sorgen gemacht. Auf Betreiben des Gremiums wird am Hellweg im Bereich des Kindergartens künftig Tempo 30 gelten, und es wird eine eigene Parkspur für den Hol- und Bringverkehr zum und vom Kindergarten geben. Damit belastet zumindest dieser Verkehr nicht das Wohngebiet.

Dr. Andreas Potthoff sagt allerdings: „Noch lässt sich überhaupt nicht einschätzen, wann der Bau beginnen kann.“ Zunächst muss die Politik den Bebauungsplan verabschieden – darüber könne es Sommer werden -, erst danach könne seine Firma einen Bauantrag für die Häuser stellen. Auch ein Erschließungsplan müsse noch erstellt und abgesegnet werden.

Nächster Schritt sei nun, dass der Boden um einen Meter abgetragen werde, weil sich Altlasten darin befinden – Metallstücke aus der Zeit als Straßenbahnschleife, aber auch Teer. Allerfrühestens im nächsten Jahr könne mit dem eigentlichen Baubeginn gerechnet werden.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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