Die Ansiedlung der Wohnmobile-Firma Dürrwang im Schatten von Tomson-Bock und Doppelbock gehören zu den wirtschaftlichen Erfolgsgeschichten des Zechen-Areals. © Andreas Schröter
Zeche Gneisenau

RAG verkauft letztes Grundstück auf Zechenareal in Dortmund

Strukturwandel in Dortmund: Nach der Schließung von Zeche und Kokerei Gneisenau in den 1980er-Jahren hat die Umgestaltung des Geländes lange gedauert. Jetzt steht fest, was dort hinkommt.

Die RAG Montan Immobilien hat das letzte Grundstück im Gewerbegebiet Gneisenau-Süd an einen Elektronikgroßhandel verkauft. Das teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

RAG Montan Immobilien war 1996 als Projektgesellschaft mit dem Ziel gegründet worden, 70.000 Quadratmeter Nettogesamtfläche aus dem Bestand des RAG-Konzerns – einer Teilfläche der ehemaligen Zeche und Kokerei Gneisenau – zu vermarkten.

„RAG Montan Immobilien hat vor allem zukunftsfähigen Raum in einem Ortsteil entwickelt, für den der Wegfall des Bergbaus und der nachfolgende Strukturwandel enorme Herausforderungen waren und sind“, so Michael Kalthoff, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Gesamtvolumen liegt bei rund 6,8 Millionen Euro

Einige Zahlen: Zur Erschließung der sieben Hektar großen Fläche des Gewerbegebiets Gneisenau-Süd wurden rund 7.000 Kubikmeter Beton- und Mauerwerk abgebrochen, zirka 160.000 Tonnen Boden aufgenommen und wieder eingebaut sowie rund 19.000 Tonnen Boden entsorgt und neu angeliefert.

Alles in allem Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund 6,8 Millionen Euro. 3,6 Millionen Euro davon waren Fördermittel des Landes NRW sowie der Europäischen Union. Die RAG Montan Immobilien beteiligte sich mit 3,2 Millionen Euro. Weitere 2,2 Millionen Euro wendete die Stadt Dortmund zusätzlich für den Kanalbau auf.

Ein wichtiger Impuls für die erfolgreiche Vermarktung der Grundstücke, so heißt es in der Pressemitteilung, sei die „optimale verkehrstechnische Anbindung des Geländes an die B236“ und damit an die Verkehrsachsen A1 und A2 nach Fertigstellung der Gneisenauallee im Jahr 2012 gewesen.

34 orts- und stadtteilgebundene Gewerbebetriebe unter anderem aus den Bereichen Elektro, Sanitär, Haustechnik, Kfz, Maschinenbau, Sicherheitstechnik, Garten- und Landschaftsbau sowie Medien haben sich seit 2002 auf Grundstücken von 1.000 bis 8.000 Quadratmetern Größe entlang der Gneisenauallee angesiedelt. Für Derne bedeute diese positive Entwicklung in den vergangenen Jahren schätzungsweise 300 neue Arbeitsplätze allein in dem südlichen Gewerbebereich von Gneisenau.

Die ausgebaute Gneisenau-Allee ist seit dem 4. Juli 2012 befahrbar - und wurde damals mit einer spektakulären Aktion eingeweiht, als ein Lkw eine symbolische Mauer durchbrach
Die ausgebaute Gneisenau-Allee ist seit dem 4. Juli 2012 befahrbar – und wurde damals mit einer spektakulären Aktion eingeweiht, als ein Lkw eine symbolische Mauer durchbrach. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Neben dem Gewerbegebiet Gneisenau-Süd sind auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks eine neun Hektar große Logistikfläche, ein Nahversorgungszentrum mit Supermärkten, Drogerie, Bäcker, Sparkassen-Filiale und Dienstleistern sowie ein Stadtteilpark und gestaltete Grünflächen entstanden.

Das Konzept integriert zudem Wohnbebauung – 63 Doppel-, Reihen- und Einzelhäuser, von denen die letzten derzeit fertiggestellt werden. Sie wurden unter anderem auf dem ehemaligen Sportplatz der Zeche errichtet.

„Ein Erfolgsprojekt durch und durch“

„Ein Erfolgsprojekt durch und durch“, resümiert Michael Lenkeit, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund: „Mit den Neuansiedlungen sind auf dem gesamten Zechengelände über 1.200 Arbeitsplätze entstanden.“

Und auch Dortmunds scheidender Oberbürgermeister Ullrich Sierau, der bereits als Planungsdezernent in das Vorhaben eingebunden war, ist überzeugt: „In enger Kooperation ist auf dem ehemaligen Gneisenau-Gelände ein neues, modernes Stadtquartier entstanden.“

Drei Flächen, „zwei kleinere Restflächen“ und der Bereich der ehemaligen Zentralwerkstatt stehen auf Gneisenau derzeit noch zur Erschließung aus.

Die Pressemitteilung verweist auch auf den Workshop im März, bei dem es vor allem um die Neugestaltung der Fläche zwischen Stadtteilzentrum Derne und ehemaligem Zechengelände geht.

Bekanntlich sind sich in diesem Punkt Derner Politik (für einen großen Aldi-Neubau) und Stadtverwaltung (für eine kleinteiligere Bebauung) nicht einig.

RAG Montan Immobilien sei sehr daran gelegen, so Michael Kalthoff, „die Umsetzung auch dieses letzten Bausteins im Rahmen der Gesamterschließung des Geländes aktiv zu begleiten und zu unterstützen“.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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