Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke (SPD) (l.) und Stellvertreter Dirk Risthaus (CDU) (r.) schauten sich im vergangenen Dezember die Lage vor Ort an. © Irina Höfken
Knöllchen für Anwohner

Parkplatz-Not in Wambeler Siedlung: Stadt prüft Kosten für Straßenumbau

Nach Hinweisen verteilt das Ordnungsamt Knöllchen in Wohnsiedlungen. Die Bezirksvertretung Brackel will nun prüfen lassen, wie sinnvoll und teuer eine Umwandlung der Anliegerstraßen wäre.

Anlieger der Buchen- und Espenstraße in Wambel staunten nicht schlecht, als sie plötzlich Knöllchen wegen Falschparkens an ihren Autos entdeckten. Jahrelang stellten sie ihre Autos am Straßenrand ihrer Wohnsiedlung ab.

Das Ordnungsamt habe nach Hinweisen reagieren müssen. Weder der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand von 1,50 Metern auf dem Bürgersteig noch die 3,50 Meter Rettungsweg auf der Straße seien gegeben.

„Dilemma“ mit Wohnsiedlungen der 50er- bis 70er-Jahre

Bei einem Ortstermin Mitte Dezember machte sich Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke gemeinsam mit Ordnungs- und Tiefbauamt ein Bild der Lage. Das „Dilemma“ dieser Siedlung war auch Thema in der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung.

„Im Grunde“, sagt Monecke, „haben alle Siedlungen dieses Problem, die in den späten 1950er-, 60er- und 70er-Jahren gebaut wurden.“ Die Autos seien größer als noch vor 60 Jahren und die Straßenverkehrsordnung habe sich in punkto Parken verändert. „Damals durfte man noch halbseitig auf dem Bürgersteig stehen“, erinnert sich der SPD-Politiker.

Wie teuer wäre die Umwandlung in eine Mischverkehrsfläche

Gemeinsam mit der CDU-Fraktion ließ die SPD über einen Antrag zur Umwandlung in eine Mischverkehrsfläche abstimmen. Die Straße würde dabei zu einer ebenen Fläche umgewandelt, Parkplätze würden farblich markiert, Bordsteine eingeebnet.

In der Espenstraße werden künftig Knöllchen verteilt.
In der Espenstraße werden künftig Knöllchen verteilt. © Irina Höfken © Irina Höfken

Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Die Stadtverwaltung wird nun ermitteln, wie viele Parkplätze für Autos auf diese Weise entstehen können und vor allem, wie hoch die Kosten der Maßnahme wären.

Da es sich bei den Straßen um eine Anliegerstraße handelt, würden Anwohner mit 80 Prozent an den Kosten beteiligt. Sobald die Stadt zuverlässige Zahlen hat, wird die Bezirksvertretung die Meinung der Anwohner zum Umbau einholen.

Bezirksvertretung will auch die Anwohner befragen

Bei einer Informationsveranstaltung wollen sie über die zu erwartenden Kosten und die zusätzlich dadurch möglichen Parkplätze informieren. „Wir wollen nichts gegen die Anwohner entscheiden“, stellt Hartmut Monecke klar.

Ihm sei es wichtig, die Meinung derjenigen zu hören, die letztlich von der Parkplatzproblematik betroffen sind.

Die Berechnungen hätten noch einen Nebeneffekt, erklärt der Bezirksbürgermeister. „An der Handweiserstraße in Brackel wurden kürzlich auch Knöllchen verteilt. Die Straße ist in etwa halb so lang wie die Espen- und Buchenstraße. Wenn wir die Kosten für diese Straße haben, können wir auch besser einschätzen, wie teuer die Maßnahme an der Handweiserstraße wäre.“

Denn Hartmut Monecke geht davon aus, dass nicht allein die Anliegerstraße in Wambel in Zukunft zur Mischverkehrsfläche umgebaut werden könnte.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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