Der Brechtener Erhard Brosch soll für falsches Parken auf dem Kik-Parklatz in Eving nun knapp 120 Euro zahlen - obwohl sein Knöllchen storniert wurde. © Andreas Schröter
Kik-Parkplatz

Park-Ärger in Eving geht weiter: Brechtener sollte nun 120 Euro zahlen

Im Januar hatte das Vorgehen gegen Parker auf dem leeren Kik-Parplatz am Evinger Platz für einigen Ärger gesorgt. Für einen Brechtener ging der Ärger nun weiter.

Erhard Brosch (71) aus Brechten gehört zu denjenigen, die im Januar 2021 auf dem Kik-Parkplatz am Evinger Platz ein 30-Euro-Knöllchen von der Firma „Loyal Parking“ kassiert haben. Zur Erinnerung: Auf dem Parkplatz weist ein Schild darauf hin, dass das Parken außerhalb der Geschäftszeiten nicht erlaubt sei. Als Kik während des Lockdowns geschlossen hatte, hatten viele Autofahrer, die dennoch dort geparkt hatten, solche Knöllchen erhalten.

Daraufhin hatte es viel Kritik gegeben. Es sei nicht klar zu erkennen, dass die Geschäftszeiten von Kik gemeint seien, außerdem solle Kik doch einen Zaun anbringen und das Gelände absperren, wenn das Unternehmen nicht wolle, dass dort außerhalb der Geschäftszeiten geparkt werde.

Diese Argumente hatte unter anderem auch Bezirksbürgermeister Oliver Stens vorgebracht. Die Firma „Loyal Parking“ hatte, wie berichtet, ein Einsehen und setzte ihre Kontrollen auf diesem Parkplatz für die Zeit des Lockdowns aus.

Diese große Hinweistafel ist am Kik-Parkplatz am Evinger Platz aufgestellt
Diese große Hinweistafel ist am Kik-Parkplatz am Evinger Platz aufgestellt. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Nachdem Erhard Brosch sich am 23. Februar bei Loyal Parking über das Knöllchen beschwert hatte, erhielt er am 26. Februar ein Schreiben, in dem es unter anderem wörtlich heißt: „In diesem Fall stornieren wir einmalig das ausgestellte Ticket.“ Die Firma weist aber zugleich darauf hin, dass sie wegen der Dauerparker-Problematik vom Eigentümer beauftragt sei, Parkverstöße zu ahnden.

Die dafür notwendige Beschilderung sei in ausreichendem Maße vorgenommen worden und in allen Bereichen des Parkplatzes gut sichtbar. Und: „Bitte berücksichtigen Sie, dass Sie den Kundenparkplatz nach dem Lockdown nur noch für den Kik-Besuch nutzen.“

Für Erhard Brosch ist der Ärger aber damit nicht vorbei: Am 1. März 2021 erhielt er die zweite Mahnung und sollte jetzt bereits 39,95 Euro zahlen. „Ich dachte, da habe sich was überschnitten und habe deshalb gar nicht darauf reagiert.“ Das hat ihm jedoch nicht weitergeholfen, denn am 15. März kam ein weiteres Schreiben – diesmal von der Inkasso-Firma „Creditreform accredis“ mit Sitz in Hürth. Brosch sollte jetzt 119,99 Euro zahlen – etwas, das er nicht gewillt ist, zu tun.

Er schätze es mittlerweile – auch nach Gesprächen mit anderen Betroffenen – so ein, dass Einschüchterung einfach zum Geschäftsmodell solcher Firmen gehöre. Ein solches Vorgehen fördere die Bürokratiefeindlichkeit in Deutschland, findet er. Und auch er gehöre zu denjenigen, die den Zaun für diesen Parkplatz fordern, sodass er außerhalb der Kik-Geschäftszeiten verschlossen werden könne.

Loyal-Parking-Mitarbeiterin Nadine Gläß teilt nun mit, eine Mitarbeiterin habe lediglich vergessen „den Strornierungs-Button“ zu drücken. Das habe sie jetzt nachgeholt und das auch der Inkasso-Firma mitgeteilt. Erhard Brosch muss nichts bezahlen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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