Im August 2020 hatte die Bürgerinitiative „Schützt unseren Freiraum“ gegen den Weiterbau der OWIIIa/L663n demonstriert. © Thomas Quittek (A)
„Schützt unseren Freiraum“

OWIIIa-Planungsstopp: Bürgerinitiative sieht Chance für Verkehrswende

Der Planungsstopp für die OWIIIa kommt den Zielen der Bürgerinitiative „Schützt unseren Freiraum“ entgegen. Nun sehen sie eine Chance für eine umweltbewusstere Verkehrspolitik.

Hoch erfreut zeigt sich die Bürgerinitiative „Schützt unseren Freiraum“ (BISuF) über den Ratsbeschluss zum Planungsstopp für den Weiterbau der Brackeler Straße (L663/OWIIIa) nach Unna und Kamen.

Damit sei dieses unnötige und Freiraum zerstörende Projekt zunächst für fünf Jahre gestoppt, so heißt es in einer entsprechenden Presseerklärung. Der langjährige Kampf von Naturschutzverbänden, Bürgerinitiativen und vielen Bürgern habe Erfolg gehabt. Die Bürgerinitiative bedanke sich bei den Ratsfraktionen.

Verkehrspolitik etablieren, die auf Naherholung setzt

Sie erklärt: „Klimakatastrophe, Artensterben und ein geändertes Mobilitätsverhalten erfordern ohnehin eine Verkehrswende.“ Der Planungsstopp für die OWIIIa biete jetzt die Chance, langfristig eine Verkehrspolitik zu etablieren, die auf den Umweltverbund und die Naherholung setze. Die Initiative werde hierzu geeignete Vorschläge entwickeln und diese der Öffentlichkeit und den Gremien zur Diskussion vorlegen.

Noch können Autofahrer am Ende der Brackeler Straße nicht geradeaus weiterfahren.
Noch können Autofahrer am Ende der Brackeler Straße nicht geradeaus weiterfahren. © Tobias Larisch © Tobias Larisch

Neben der Entlastung des Hellwegs vom motorisierten Verkehr stehe aus der Sicht von BISuF das Problem des Schwerlastverkehrs im Mittelpunkt. Die Ansiedlung von neuen Logistikbetrieben in Dortmund, Kamen und Unna in Verbindung mit der geplanten Nordspange verschärfe das Problem der Schwerlastverkehre auch im Stadtbezirk Brackel, insbesondere durch die Entwicklung neuer Logistikzentren auf dem Gelände der ehemaligen Westfalenhütte, im Dortmunder Hafen und der KV-Anlage.

Initiative fordert ein Lkw-Routenkonzept

Hier fordert die Bürgerinitiative BISuF ein Lkw-Routenkonzept zur Entlastung der Wohngebiete im Dortmunder Norden und Osten. So sollten die neuen Logistikzentren nur noch über die B236n und der Hafen nur über den Hafenzubringer über die A 45 angefahren werden dürfen.

Diese Forderung ergebe sich auch aus dem Luftreinhalteplan. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) habe die Stadt in einem Schreiben vom November 2020 aufgefordert, alle Straßenplanungen zu unterlassen, die zu einer Erhöhung von Schadstoff- und Lärmbelastungen führen. Die Planung der OWIIIa widerspreche dem Ziel einer Verkehrswende und konterkariere die Bemühungen der DUH, die Brackeler Straße unter anderem durch eine Umweltspur zu entlasten.

Daneben werde sich BISuF aktiv darum bemühen, dass die L663n/OWIIIa endgültig aus dem Landesstraßenbedarfsplan gestrichen wird. Zu diesem Zweck werde sich die Bürgerinitiative aktiv in den Landtagswahlkampf 2022 einschalten. Ähnlich wie sie dies im Kommunalwahlkampf erfolgreich getan habe.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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