Angelika Bockelbrink und Werner Doerper zeigen bei der Aktion "Offene Gärten Westfalen" wieder ihren Garten am Webershohl 23. © Andreas Schröter
Besuch bei Hobbygärtnern

Offene Gärten in Asseln: Was hier wächst, ist schön, lecker und gesund

Zwei Dortmunder Hobbygärtner zeigen am Wochenende (12./13.6.) ihren naturnahen Garten. Das Paar ist stolz, zwei Besitzer von „Gärten des Grauens“ eines Besseren belehrt zu haben.

Nachdem Angelika Bockelbrink und Werner Doerper im vorigen Jahr coronabedingt pausiert haben, wollen sie nun ihren Garten am Webershohl 23 in Asseln wieder zeigen. Dies geschieht am Samstag (12.6.) von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag (13.6.) von 11 bis 18 Uhr im Rahmen des Projektes „Offene Gärten Westfalen“.

Schön, lecker und gesund: Das ist das Motto, das das Paar im Garten ihres ehemaligen Zechenhauses in Asseln verfolgt. „Wir möchten unseren Garten so naturnah wie möglich gestalten“, sagt Bockelbrink. Deswegen dürfe auch alles wachsen, was aus dem Boden sprieße.

Beikräuter und Gartenapotheke

Von Unkräutern möchten die beiden Rentner nichts wissen. „Es gibt nur Beikräuter. Aus diesen Wildkräutern können viele verschiedene Rezepte gemacht werden“, sagt Bockelbrink. Mehr als 80 Kräuter befinden sich in dem 750 Quadratmeter großen Garten.

Daraus bereiten die beiden leidenschaftlichen Köche Salate zu. Aus den Heilkräutern werden aber auch Medikamente gegen Erkältungen, Insektenstiche oder andere Beschwerden gemacht. „Wir brauchen keine Apotheke mehr“, sagt Doerper.

Hühnerstall neben Bienenwaben

Der Garten besteht aber nicht nur aus Kräutern. Neben Gemüse wird dort auch Obst angepflanzt. Auch Tiere haben ihren Platz. Im mittleren Teil des Gartens steht ein Hühnerstall für sieben Hühner, die für die Eier-Versorgung des Paares und vieler Bekannter zuständig sind.

Auch solche Objekte des Künstlers Ralph-Hendrik Walsemann sind im Garten von Werner Doerper und Angelika Bockelbrink zu sehen
Auch solche Objekte des Künstlers Ralph-Hendrik Walsemann sind im Garten von Werner Doerper und Angelika Bockelbrink zu sehen. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Auch über Honig-Mangel müssen sie sich keine Gedanken machen. Im hinteren Teil des Gartens stehen die Magazinbauten. Dort produzieren circa 25.000 Bienen Honig. Als ausgebildeter Imker kennt Doerper sich aus. Allerdings sei dieses Jahr nicht ganz so ertragreich gewesen – unter anderem weil die Blütezeit erst spät begonnen habe.

Über „Gärten des Grauens“

Bei der Gestaltung des Gartens spielte aber nicht nur der eigene Nutzen eine Rolle, sondern auch der Umweltgedanke. „Unser Plastikverbrauch hat sich deutlich reduziert, es ist gut für die Umwelt und unser Wohlbefinden“, sagt Doerper. Künstliche Dünger oder Pestizide kämen deswegen auch nicht zum Einsatz.

Auch der sechsjährige Mika wird den Besuchern in diesem Jahr den Garten zeigen
Auch der sechsjährige Mika wird den Besuchern in diesem Jahr den Garten zeigen. © Angelika Bockelbrink © Angelika Bockelbrink

Mit „sterilen“ Gärten oder Schottergärten können die beiden Hobby-Gärtner nichts anfangen. „Mit Steinen dekorierte Gärten sind für mich die Gärten des Grauens“, sagt Doerper. „Damit wird nur kaputtes Land erzeugt, es ist nicht gut für die Umwelt und weniger Zeit kostet die Pflege auch nicht.“ Immerhin: Die beiden sind stolz, zwei Hauseigentümer, die bisher einen solchen Steingarten hatten, zu einem Naturgarten bekehrt zu haben.

Zu sehen ist in diesem Jahr übrigens auch wieder die Kunst von Nachbar Ralph-Hendrik Walsemann, und es gibt sogar eine Neuerung: Erstmals beteiligt sich der kleine Mika – sechs Jahre alt und Enkel des Paares – an den Führungen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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