Martina Freund und Petra Dreesen von der Brackeler Buchhandlung "dreesen-lesen" freuen sich auf den Montag (8.3.), wenn sie ihren Laden wieder öffnen dürfen. © Andreas Schröter
Wiedereröffnung

Öffnung ist für Dortmunder Buchhändlerin „bitter nötig“

Der Shutdown trifft Einzelhändler doppelt hart, wenn sie ihr Geschäft erst kurz vor Ausbruch der Pandemie eröffnet haben - so wie eine Brackeler Buchhändlerin. Dennoch hat sie Grund zur Freude.

Petra Dreesen ist die Freude anzusehen. Nach fast dreimonatigem Shutdown darf sie ihre Buchhandlung in Brackel am Montag (8.3.) wieder öffnen. „Das ist auch bitter nötig“, sagt sie. Zwar hat sie in der gesamten Zeit ihr Online-Bestellangebot und den Service „Click & Collect“ (Abholung von bestellten Büchern) aufrechterhalten, aber sie habe einen Umsatzrückgang von 65 bis 70 Prozent zu verzeichnen.

Das trifft sie vor allem auch deshalb besonders hart, weil sie ihren Laden erst gut ein halbes Jahr vor Ausbruch der Pandemie eröffnet hatte. „Ich hatte natürlich Anfangsinvestitionen, die noch nicht abbezahlt sind“, sagt sie. Mit der Miete komme ihr der Vermieter des Ladenlokals nur wenig entgegen.

„Eine Buchhandlung ist zum Stöbern da“

Eine Buchhandlung sei einfach nicht für Bestellungen im Internet ausgerichtet. Die Kunden wollen stöbern, sich beraten und inspirieren lassen. „Och, das hier könnte ich doch noch für meine Schwester mitnehmen“, seien umsatzstärkende Aussagen, die es beim Internetkauf nicht gebe. Die Kunden wollen mit ihren Buchhändlerinnen in Kontakt treten – und umgekehrt.

Die Buchhandlung dreesen-lesen am Brackeler Hellweg 136 ist ab Montag (8.3.) wieder geöffnet
Die Buchhandlung dreesen-lesen am Brackeler Hellweg 136 ist ab Montag (8.3.) wieder geöffnet. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Doch die Zeit des Shutdowns ist für „dreesen-lesen“ nun vorbei. Für die Neueröffnung hat sich die Buchhändlerin einiges ausgedacht: Jeder Kunde erhält als kleinen Frühlingsgruß eine Blume. Und für die, die dagegen allergisch sind, gibt‘s als Alternative etwas Adäquates aus Papier.

So schnell wie möglich möchte sie wieder mit Lesungen starten – auch für Kinder. Termine dafür stehen aber noch nicht fest. Und an den Sonntagen in den Osterferien gibt‘s wieder das „literarische Rätsel“. Auf der Website der Buchhandlung wird eine literarische Frage gestellt, die man per E-Mail beantworten kann. Dabei gibt‘s tolle handsignierte Bücher zu gewinnen.

Wäre die Pandemie nicht dazwischen gekommen…

Petra Dreesen sagt: „Beim vorigen Mal ist das literarische Rätsel unfassbar gut angekommen. Wir haben Antworten aus Dresden, Leipzig und vielen anderen Gegenden von überall in Deutschland bekommen.“

Wäre ihr die Pandemie nicht in die Quere gekommen, wäre sie richtig zufrieden mit ihrem Start in Brackel. Und das ist etwas, das bei der Öffnung keinesfalls klar gewesen war, hatten doch die Niehörsters, bei denen Petra Dreesen zuvor angestellt gewesen war, ihre Buchhandlung aufgeben müssen. „Ich habe bewusst auf Brackel als Standort gesetzt“, sagt sie, „und ich habe recht behalten.“

Sie glaube, dass ihr freundliches Ladenlokal, in das sie und ihre Mitarbeiterin Martina Freund viel Arbeit gesteckt haben, und die allgemeine Aufbruchstimmung, die von „dreesen-lesen“ ausgehe, die Kunden anspreche, sodass sie gerne im Ladenlokal am Brackeler Hellweg 136 nach frischem Lesestoff stöbern.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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