Gerd Grundmann setzt sich als Vorsitzender des Fördervereins Lindenhorster Kirchturm für den Erhalt des alten Turms ein. © privat
Maroder Kirchturm

Neue Hoffnung für eines der ältesten Gebäude Dortmunds

Seit vielen Jahren ist der Lindenhorster Kirchturm mit einem Gerüst und einer Plane vor dem endgültigen Verfall gesichert. Nun gibt es Zeichen, dass die ersehnte Sanierung erfolgen könnte.

Für alle, die sich eine Sanierung des Lindenhorster Kirchturms wünschen, gibt es eine neue Hoffnung. Wahrscheinlich übernimmt das Denkmalförderprogramm des Bundes 60 bis 70 Prozent der gesamten Sanierungskosten, die auf etwa 600.000 Euro geschätzt werden.

Mit einer Entscheidung wird noch im Mai oder Juni gerechnet. Der Bezirksvertretung Eving liegt eine von Stadttrat Jörg Stüdemann unterzeichnete Mitteilung zu diesem Thema vor. Der Rat müsste dem – voraussichtlich in der September-Sitzung – noch zustimmen.

Der Vorsitzende des Fördervereins Lindenhorster Kirchturm, Gerd Grundmann, hält diese Zustimmung nur für eine reine Formsache, zumal auch Oberbürgermeister Thomas Westphal – genauso wie sein Vorgänger Ullrich Sierau – hinter dem Vorhaben stehe, so Grundmann. Er sehe diese Entwicklung sehr positiv.

Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern des Fördervereins setzt sich Grundmann seit vielen Jahren für den Erhalt des maroden Turms ein. Der Verein selbst hat immer wieder um Spenden für die Sanierung gebeten und kann nun 80.000 Euro beisteuern.

Wie berichtet, hat der Rat entschieden, der Evangelischen Kirche das gesamte Kirchenensemble mit dem unter Denkmalschutz stehenden Turm und dem Pfarrhaus plus dazugehörigem Grundstück für einen symbolischen Euro abzukaufen. Auf dem Gelände soll ein Kindergarten entstehen, wobei der Turm erhalten bliebe.

Der Lindenhorster Kirchturm ist seit vielen Jahren eingerüstet und mit einer Plane geschützt
Der Lindenhorster Kirchturm ist seit vielen Jahren eingerüstet und mit einer Plane geschützt. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Eines der ältesten Gebäude Dortmunds

Der Lindenhorster Kirchturm gilt als eines der ältesten Gebäude der Stadt. Er wurde 1240 das erste Mal urkundlich erwähnt und gehörte wahrscheinlich zur Kapelle auf dem Herrensitz der Grafen von Lindenhorst, den späteren (letzten) Grafen von Dortmund. Noch heute ist der Hügel zu erkennen, auf dem der Herrensitz vermutlich stand.

Mehrfach wurde das Kirchenschiff zerstört oder abgerissen. Der Turm wurde im 14. Jahrhundert in eine Wehranlage eingezogen. Er beherbergt zwei wertvolle Glocken, eine aus dem Jahre 1405, die andere ohne Datum, aber wahrscheinlich aus dem gleichen Jahr. Sie gehören zu den ältesten weit und breit.

Zurzeit befindet sich der Turm in einem äußerst maroden Zustand. Er ist per Gerüst und Plane nur notdürftig gegen den endgültigen Verfall geschützt – etwas, das hohe Kosten verursacht.

Ein schmerzhafter und viel kritisierter Einschnitt für die Lindenhorster Christen war im November 2013 die Entwidmung der evangelischen Kirche. Die evangelische Segenskirchengemeinde hatte sich wegen sinkender Mitgliederzahlen zu diesem Schritt entschlossen.

Pläne für den Standort hat es schon viele gegeben: ein Kolumbarium (eine Urnenbegräbnisstätte) in der alten Kirche, ein Seniorenzentrum, Mehrgenerationenwohnen. Sie sind alle gescheitert. Nun also soll ein Kindergarten entstehen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter
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