Olaf Schlegel hatte nach dem Verdi-Streik mit Müllbergen vor seiner Haustür zu kämpfen und ärgert sich über die EDG. © Andreas Schröter
Auswirkungen des Streiks

Nach Streik: Dortmunder sitzt tagelang auf randvollen Müllsäcken

Er habe Verständnis für die Verdi-Streiks, sagt Olaf Schlegel aus Lanstrop. Weniger Verständnis habe er jedoch, wenn sein Müll tagelang nicht angeholt wird.

Während sich bereits der nächste Streik ankündigt, berichtet Olaf Schlegel, der an der Merkurstraße 4 in Lanstrop wohnt, noch von den Problemen, die er mit dem vorigen Streiktag hatte.

Am 29. September, einem Dienstag, habe die EDG den Restabfall für das Acht-Parteien-Haus, dessen Miteigentümer er ist, nicht abgeholt.

Doch weil das Unternehmen auf seiner Website mitgeteilt habe, dass die an diesem Tag ausgefallenen Leerungen nachgeholt werden, habe sich Olaf Schlegel zunächst keine Sorgen gemacht.

Dabei hatte er jedoch den zweiten Teil der Aussage, die das Entsorgungs-Unternehmen veröffentlicht hatte, überlesen, denn dort heißt es unterstrichen: „Aus­­gefallene Leerungen werden an den folgenden Tagen oder am nächsten regulären Leerungs­tag nachgeholt.“

Müll türmte sich in den Tonnen

Als am Donnerstag (1.10.) noch immer kein EDG-Fahrzeug in der Merkurstraße aufgetaucht war, begann sich Schlegel Sorgen zu machen, denn der Müll türmte sich in und an den Restmüll-Tonnen vor dem Haus.

Er rief bei der EDG an und erhielt die Auskunft, dass die Merkustraße tatsächlich erst zum nächsten regulären Termin in zwei Wochen angefahren werde. Damit wäre der Müll dort vier Wochen lang nicht abgeholt worden. Schuld sei auch der Samstag, als Tag der Deutschen Einheit eben ein Feiertag, an dem ebenfalls nicht gearbeitet werde.

Die Tonnen sind voll. Olaf Schlegel hat den Müll in blaue Säcke gefüllt und hoffte am Montag auf baldige Entsorgung
Die Tonnen sind voll. Olaf Schlegel hat den Müll in blaue Säcke gefüllt und hoffte am Montag auf baldige Entsorgung. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Darüber ärgert sich Schlegel, denn schließlich sei er doch Gebührenzahler. Gänzlich auf die Palme habe ihn aber die lapidare Aussage eines EDG-Mitarbeiters gebracht, er könne den Müll ja so lange in der Garage oder im Keller deponieren.

Damit die Abfälle in den randvollen Tonnen nicht zum Himmel stinken, habe er sie nun tatsächlich in blaue Müllsäcke verpackt und dabei noch Glück gehabt, dass diesmal kein Rasenschnitt dabei gewesen sei – wie sonst oft. Andernfalls wären noch wesentlich mehr blaue Säcke zu füllen gewesen als jetzt.

„Ich habe grundsätzlich Verständnis für Streiks“

Olaf Schlegel betont: „Ich habe grundsätzlich großes Verständnis für solche Streiks. Jeder hat das Recht dazu. Aber es muss so organisiert sein, dass der Bürger nicht darunter leidet.“

EDG-Sprecherin Petra Kroll sagt zu diesem Fall: „Wie in unserer Pressemitteilung zum Warnstreik beschrieben, bemüht sich die EDG, die Beeinträchtigungen aufgrund des Streiks so gering wie möglich zu halten, kann diese jedoch nicht grundsätzlich ausschließen. Ausgefallene Leerungen erfolgen entweder an den folgenden Tagen oder am nächsten regulären Leerungstag.“

Dennoch werden die Tonnen an der Merkurstraße 4 am Dienstag (6.10.) nachgeleert, so Petra Kroll weiter – etwas, das dann auch in der Tat passiert ist, wie Olaf Schlegel am Nachmittag bestätigte.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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