Hier dürfte nichts mehr zu retten sein: Nach einem Brand muss der Pavillon, in dem der Mini-Club untergebracht war, wohl abgerissen werden. © Andreas Schröter
Polizei sucht Zeugen

Nach Brandstiftung in Neuasseln: Kinder stehen ohne Kindergarten da

Nach einem verheerenden Feuer muss der Kindergarten-Pavillon des „Mini-Clubs“ abgerissen werden. Für die Kinder gibt es eine erste Not-Lösung. Die Polizei sucht nun nach möglichen Brandstiftern.

Es war für Kinder, Erzieher und Eltern der Elterinitiative „Mini-Club“ in Neuasseln ein Schock, als sich am Freitagabend (14.5.) per WhatsApp in Windeseile die Nachricht verbreitete: „Der Kindergarten brennt.“

Wie berichtet, hatte die Einrichtung an der Haslindestraße 44 – ein Pavillon in unmittelbarer Nachbarschaft der Fichte-Grundschule – Feuer gefangen, und die Feuerwehr war bis zum Samstagmorgen mit den Löscharbeiten beschäftigt, weil der Brandherd unter dem Dach des Gebäudes nur schwer zu erreichen war.

Elke Kochanek, Schulleiterin der Fichte-Grundschule, ist sicher: „Da ist nichts mehr zu retten.“ Der alte Pavillon muss abgerissen werden. Das vor langer Zeit in Leichtbauweise errichtete Gebäude war ohnehin in die Jahre gekommen. Ein zweites Gebäude dieser Art, das unversehrt geblieben ist, wird von den Falken genutzt.

Die acht bis zehn Kinder des Mini-Clubs – mehr hat die eingruppige Einrichtung nicht – sind zunächst in der Turnhalle der Schule untergekommen. Die kann wegen Corona von der Schule sowieso gerade nicht genutzt werden.

Elke Kochanek und die Leiterin des Mini-Clubs, die ihren Namen hier nicht lesen will, sind glücklich, dass unmittelbar nach Bekanntwerden des Unglücks eine große Welle der Hilfsbereitschaft begonnen hat. Die Eltern haben all das gespendet, was es eben braucht, um eine Turnhalle einigermaßen gemütlich als Kindergarten einzurichten. Tische und Stühle, Spielzeug sowie eine Mal-Ecke gehören unter anderem dazu.

Leiterin (M.) und Vorstand der Elternintiative Mini-Club in Neuasseln versuchten am Montag zu bergen, was zu bergen war. Bei einigen Aktenordnern ist ihnen das gelungen
Leiterin (M.) und Vorstand der Elternintiative Mini-Club in Neuasseln versuchten am Montag zu bergen, was zu bergen war. Bei einigen Aktenordnern ist ihnen das gelungen. Die Beteiligten wollen ihren Namen hier nicht lesen. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Wie es weitergeht, steht in den Sternen. Die Mini-Club-Leiterin hofft, dass Container auf dem weitläufigen Außengelände aufgestellt werden können. Das ist immerhin unversehrt, und die Kinder können es weiterhin nutzen.

Unterdessen teilt die Polizei mit: „Die Beamten gehen nach den ersten Ermittlungen von Brandstiftung aus. Offenbar haben unbekannte Täter im Eingangsbereich einen Gegenstand in Brand gesetzt.“

Ärger mit Jugendgruppen, die sich am Wochenende in dem sehr abgelegenen Bereich treffen und dann eben gelegentlich auch Unsinn machten, habe es schon häufiger gegeben, sagt die Mini-Club-Leiterin.

In der Fichte-Grundschule nebenan hat unterdessen am Montag der in zwei Gruppen unterteilte Präsenzunterricht begonnen. Außer dass es zunächst ein Problem mit dem Strom gab, hatte der Schulbetrieb keinerlei Einschränkungen infolge des Brandes.

Nun werden Zeugen gesucht, die rund um den Tatzeitpunkt (Freitag, 14.5., ca. 19.20 Uhr) verdächtige Beobachtungen in diesem Bereich gemacht haben. Zeugen können sich mit Hinweisen an den Kriminaldauerdienst unter Tel. 0231/132-7441 wenden.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter
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