Die Kinder der Kindertagesstätte Mini-Club sind derzeit in der Turnhalle der Fichte-Grundschule untergebracht - hier mit (v.l.) Alessia Fidone und Nadine Bojarra von der Elterinitiative sowie Erzieherin Stephanie Höing. © Andreas Schröter

Nach Brand: Dortmunder Kindertagesstätte bittet um Hilfe

Der Brand ihres Pavillons war für die Betreiber einer Dortmunder Kindertagesstätte ein Schock. Nun bitten die Betreiber um Hilfe. Zweierlei wird dringend benötigt.

Das Wichtigste zuerst: Linchen, eine kleine Handpuppe in Schneckenform und zugleich Maskottchen der Kindertagesstätte „Mini-Club“, konnte gerettet werden. Das bejubelten die Kinder lauthals. Wie berichtet, hat ein Brand in der Nacht auf den 10. Mai den Pavillon, in dem der Mini-Club untergebracht war, unbenutzbar gemacht. Das Gebäude in unmittelbarer Nachbarschaft der Fichte-Grundschule in Neuasseln muss abgerissen werden.

Nachdem sich bei den Kindern und beim Vorstand der Elterninitiative, die die Kindertagesstätte bereits seit 1993 betreibt, der erste Schock gelegt hat, geht der Blick in die Zukunft. Gesucht wird eine Unterkunft – am besten wieder in Neuasseln -, in die der Miniclub vorübergehend ziehen kann. Zwei Räume plus sanitäre Anlagen wären ideal.

Halb Turnhalle, halb Kindergarten - so sieht's momentan in der Sporthalle der Fichte-Grundschule in Neuasseln aus
Halb Turnhalle, halb Kindergarten – so sieht’s momentan in der Sporthalle der Fichte-Grundschule in Neuasseln aus. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Derzeit findet der Kindergartenbetrieb – 20 Kinder sind angemeldet, aber während der Notbetreuung im Lockdown kamen nur 8 bis 10 – in der Turnhalle der Grundschule statt. Das kann natürlich keine Dauerlösung sein, denn zum einen braucht die Schule die Halle für den Sportunterricht, zum anderen wird sie nachmittags von Vereinen genutzt.

Gottseidank: Maskottchen Linchen, eine Schnecken-Handpuppe
Gottseidank: Maskottchen Linchen, eine Schnecken-Handpuppe” hat den Brand überstanden. Die Kinder jubelten, als sie das erfuhren. © Alessia Fidone © Alessia Fidone

Die Eltern hoffen, dass vielleicht Container auf der Freifläche, die jetzt schon als Außenspielgelände genutzt wird, aufgestellt werden können. Denn: Gerade in das Außengelände haben sie viel Arbeit und Geld gesteckt. Unter anderem haben sie eine Vogelnestschaukel angeschafft. 10.000 Euro seien es bestimmt gewesen, die in den vergangenen zwei oder drei Jahren in diesen Bereich geflossen seien. Deswegen wäre es schade, wenn der Verein diese Fläche nun aufgeben müsste, etwa weil neue Räume zu weit weg wären. Zudem gehen viele Geschwisterkinder in die Fichte-Grundschule, was das Abholen und Hinbringen erleichtert.

Hier ist nicht mehr viel zu retten: Der Pavillon, in dem der Kindergarten vorher untergebracht war, ist durch den Brand zerstört worden
Hier ist nicht mehr viel zu retten: Der Pavillon, in dem der Kindergarten vorher untergebracht war, ist durch den Brand zerstört worden. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Auch in den Pavillon hat der Verein in den vergangenen zwei oder drei Jahren etwa 15.000 Euro an Renovierungskosten gesteckt – ausgerechnet unter anderem in die Dach-Sanierung, wo das Feuer am schlimmsten gewütet hat.

Neben neuen Räumen benötigt der Verein nun vor allem Geld – zum Beispiel, um eine mögliche neue Unterkunft kindergerecht herzurichten. Von Spielzeugspenden bitten Alessia Fidone und Nadine Bojarra vom Mini-Club e.V. abzusehen. Sie wüssten nicht, wo sie es lagern könnten.

Vereinsvorsitzende Alessia Fidone betont, dass der „Mini-Club“ fast so etwas wie ein Freundeskreis ist – deswegen wäre es enorm schade, wenn er nun auseinandergerissen würde – etwa weil die Kinder auf andere Einrichtungen verteilt würden – oder wenn er ganz aufgeben müsste. Sie bedankt sich für die tolle Unterstützung in dieser Krise – zum Beispiel bei der Fichte-Grundschule oder dem benachbarten Kindergarten Ali Baba. Kontakte zum Miniclub über die Website www.kindergarten-mini-club.net.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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