Das Naherholungsgebiet "An den Teichen" mögen nicht nur Spaziergänger, sondern auch Wasservögel und Gänse. Für sie kann der Fund von Ursula Fremgen gefährlich werden. © Ursula Fremgen
Verdreckter See

Müllkippe auf zugefrorenem See: „Ich dachte, ich falle vom Glauben ab“

In einem Naherholungsgebiet in Dortmund machte eine Spaziergängerin eine Entdeckung, die sie sehr verärgerte. Für den Grund des Ärgernisses werden allerdings wohl nur 15 Euro fällig.

Es sollte ein schöner Spaziergang entlang des Evinger Seeparks „An den Teichen“ werden. Das warme Frühlingswetter lockte Ursula Fremgen am vergangnen Sonntag (21.2.) ins Naherholungsgebiet. Aber was sie dann sah, verleidete ihr den Ausflug.

„Ich habe mich fürchterlich geärgert“

„Ich dachte, ich falle vom Glauben ab“, sagt sie. Als sie auf einer kleinen Plattform stehend senkrecht nach unten auf die noch zugefrorene Seeoberfläche schaute, sah sie Müll – sehr viel Müll, altes Weißbrot, Plastiktüten, Waffelreste und Getränkedosen.

Wer kommt denn auf die Idee, altes Brot mitsamt Plastiktüte auf den zugefrorenen Teich zu werfen?
Wer kommt denn auf die Idee, altes Brot mitsamt Plastiktüte auf den zugefrorenen Teich zu werfen? © Ursula Fremgen © Ursula Fremgen

„Ich habe mich fürchterlich geärgert“, sagt sie am Telefon. Sie hatte sich in einer E-Mail mit dem Thema an unsere Redaktion gewendet.

„Auch andere Besucher konnten nur staunen über so viel Dummheit“, schrieb Ursula Fremgen in der E-Mail. Sie schickte uns gleich ein paar Fotos mit, die das Ausmaß der Verschmutzung zeigen.

Brot ist kein geeignetes Futter für Enten, Schwäne oder Fische

Stadtsprecher Maximilian Löchter stellt klar, dass Brot nicht einer „artgerechten Ernährung“ für Enten, Schwäne oder Fische entspreche. Außerdem sei das Gewässer durch die Speisereste und den Müll gefährdet; „nützliches und schädliches Pflanzenwachstum“ könne so begünstigt werden. Im schlimmsten Fall sorgt eine „Eutrophierung“ des Gewässers – so wird der Vorgang bezeichnet, wenn ein Gewässer mit Nährstoffen angereichert wird – dafür, dass Lebewesen und Pflanzen die Lebensgrundlage entzogen wird.

Ursula Fremgen hatte an dem Sonntag zwar den Eindruck, dass die Tiere auf dem Wasser keinerlei Interesse an dem Unrat zeigten, aber dass der Müll Schaden anrichtet, sei klar. „Eine Dame versuchte sogar, mit ihrem Stock die Plastiktüten aus dem Wasser zu fischen. Die war richtig am schimpfen“, erinnert sie sich.

Enten füttern kann mindestens 15 Euro kosten

Wer gegen die Verordnung verstößt, die das Füttern der Vögel und Fische untersagt, der kann mit einem Verwarngeld von mindestens 15 Euro rechnen.

Maximilian Löchter rät dazu, die Dreckpetze-App der EDG zu nutzen, damit solche illegalen Müllkippen schnell beseitigt werden können.

„Die Dreckpetze-App ist ein Angebot an die Bürgerschaft Müllfunde direkt vor Ort mit einem Foto zu dokumentieren und unkompliziert mit dem Smartphone zu melden. Im Weiteren wird die Verantwortlichkeit für die Grundstücksfläche geklärt und die Abfallbeseitigung veranlasst“, sagt Maximilian Löchter.

Alle Informationen zur App und wo man sie runterladen kann, sind unter www.edg.de abrufbar.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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