Am Ordalweg Ecke Geleitstraße quillen die Mülltonnen über. Das Problem betrifft viele Anwohner von nicht geräumten Straßen. © Oliver Schaper
Müllproblem

Müllchaos in Anliegerstraßen: EDG fährt ungeräumte Straßen nicht an

Mülltonnen können seit Anfang der Woche in Anliegerstraßen nicht geleert werden. In der Reichshof-Siedlung entwickelt sich ein Müllproblem. Solange Schnee und Eis bleiben, wird der Müll nicht abgeholt.

Seit Schnee und Eis die Stadt Dortmund fest im Griff haben, kann die EDG die Mülltonnen nicht leeren. Zu gefährlich wären die Fahrten für die Müllwerker.

Am Dienstag (10.2.) kam zwar die gute Nachricht, dass die Restmüll-, Papier- und Wertstofftonnen an Hauptverkehrs- und innerörtlichen Verbindungsstraßen ab Mittwoch (11.2.) geleert werden können, sofern auch die Zuwege zu den Mülltonnenplätzen frei von Schnee und Glätte sind und gestreut wurden. Aber die kleineren Anliegerstraßen profitieren erst einmal nicht davon.

649 Kilometer Nebenstrecke bearbeitet der EDG-Winterdienst nicht

Viele Anliegerstraßen ordnet die Stadt nämlich der Winterdienststufe 3 zu und das bedeutet, dass die EDG-Räumfahrzeuge diese Straßen weder streuen noch räumen müssen. „Grundlage ist“, so erklärt Stadtsprecher Christian Schön auf Anfrage, „ein Ratsbeschluss zum ‚ökologischen Winterdienst’, der bereits 1988 getroffen wurde.“

Die EDG will bis einschließlich Samstag alle Restmüll-, Papier- und Wertstofftonnen in Dortmund leeren. © Schaper © Schaper

Auf der Seite der EDG steht, dass 649 Kilometer Nebenstrecken, also „Sackgassen, Stichstraßen und Straßen ohne Durchgangs- oder öffentlichen Personennahverkehr“, der Kategorie 3 zuzurechnen seien.

In der Reichshof-Siedlung entwickelt sich ein Müllproblem

Im Umkehrschluss heißt das, dass die Müllabfuhr dort den Müll nicht abholen kann.

Zwei dieser Straßen befinden sich in der Reichshof-Siedlung. Die Geleitstraße und der Ordalweg sind nach drei Tagen Winterwetter mit einer festen Schneeschicht überzogen. Die Mülltonnen quillen über.

Restmüll- und Papiertonnen sind überfüllt.
Restmüll- und Papiertonnen sind überfüllt. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Eigentlich hätte die EDG in den vergangenen drei Tagen (seit 8.2.) die Restmülltonnen, das Altpapier, die Biotonnen und die Wertstofftonnen geleert, jetzt sind die Abfallbehälter so voll gestopft, dass die Deckel teilweise nicht mehr zugehen.

Diese Lösung schlägt die EDG vor

EDG-Sprecherin Petra Hartmann bittet um Geduld. Auch sie könne nicht absehen, wann der Müll in den genannten Straßen abgeholt werden kann. „Manchmal sind leider keine ad-hoc Lösungen möglich.“

Deshalb bittet die EDG betroffene Haushalte darum, den Restmüll, der nicht mehr in die grauen Tonnen passt, in separaten Müllbeuteln zu sammeln und bis zum Tag der nachzuholenden Leerung an einem Platz aufzubewahren, an dem die Säcke nicht festfrieren. Petra Hartmann schlägt die Garage oder den Keller vor.

Stadtsprecher Schön erklärt, dass die Priorisierung des Winterdienstes notwendig, sinnvoll und erprobt sei. „Die EDG kämpft derzeit noch immer mit allen Mitteln gegen Schnee und Eis auf den Straßen der Priorität 1 und 2. Dies muss zunächst abgeschlossen werden.“

Ein Ende der frostigen Temperaturen sei glücklicherweise abzusehen. „Dann sind hoffentlich auch die Herausforderungen bei der Leerung der Abfallbehälter ‚Schnee von gestern’ und Müllabfuhr und Straßenreinigung können wieder regulär durchgeführt werden“, beruhigt der Stadtsprecher.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.