Sanja Bojanic hatte für dieses Archivfoto an der Espenstraße demonstriert, dass sie mit dem Rollstuhl ihrer Tochter gut an den parkenden Autos vorbeikommt. Das Ordnungsamt schrieb trotzdem Knöllchen. © Irina Höfken (A)
Verkehrsplanung

Lösung für Espen- und Buchenstraße in Sicht – mit einem großen Haken

Die Anwohner der Espen- und Buchenstraße beklagen sich schon lange über die Schwierigkeit, dort einen Stellplatz für ihre Autos zu finden. Es gäbe eine Lösung. Die hat jedoch einen Haken.

Das Tiefbauamt hat sich mit einer Umgestaltung der Espen- und Buchenstraße auseinandergesetzt und hält den Umbau in eine Mischverkehrsfläche (in Pflasterbauweise) für zielführend. Mit diesem Thema wird sich die Bezirksvertretung Brackel in ihrer Juni-Sitzung beschäftigen.

Bei einem solchen Umbau würden nach Auskunft von Stadtrat Arnulf Rybicki etwa 50 Stellplätze sowie einige Baumscheiben entstehen. Die Baukosten für einen entsprechenden Umbau werden auf rund 1,4 Millionen Euro geschätzt. In dieser Summe sind die Kosten für Baumscheiben und Bäume, Beleuchtung, Beschilderung und Markierung noch nicht enthalten. Hierfür sei noch ein zusätzlicher Kostenaufwand von ungefähr 120.000 Euro nötig.

Maßnahme könnte den Status „Projektidee“ erhalten

Problem für die Anwohner: Eine solche Baumaßnahme werde voraussichtlich KAG-Beiträge mit einer 75-prozentigen Anliegerbeteiligung auslösen. KAG steht für „Kommunalabgabegesetz“. Sofern die Bezirksvertretung die Baumaßnahme beschließt, werde sie im Status „Projektidee“ in das Jahresarbeitsprogramm des Tiefbauamtes aufgenommen.

Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke (SPD) (l.) und Stellvertreter Dirk Risthaus (CDU) (r.) schauten sich im vergangenen Dezember die Lage vor Ort an.
Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke (SPD) (l.) und Stellvertreter Dirk Risthaus (CDU) (r.) schauten sich im vergangenen Dezember die Lage vor Ort an. © Irina Höfken © Irina Höfken

Rybicki schreibt einschränkend weiter: „Ich muss dazu aber darauf aufmerksam machen, dass eine kurzfristige Umsetzung aufgrund der großen Maßnahmenkonkurrenz in den jährlichen Jahresarbeitsprogrammen des Tiefbauamtes nicht realistisch ist.“

Wie berichtet, war das Thema im Herbst 2020 aufgekommen, nachdem das Ordnungsamt begonnen hatte, an Espen- und Buchenstraße Knöllchen zu schreiben. In den Jahren zuvor war das nicht passiert.

Ordnungsamt reagierte nach Anwohnerbeschwerde

Ein Anwohner hatte sich beschwert, und in solchen Fällen ist das Ordnungsamt verspflichtet, dem nachzugehen. Denn sowohl auf der Fahrbahn sind gewisse Mindestbreiten einzuhalten (zum Beispiel für Feuerwehr und Müllabfuhr), als auch auch dem Gehweg (für Menschen, die mit Rollator oder Kinderwagen unterwegs sind).

„Wo sollen wir denn parken?“, war damals der Tenor der Anwohner gewesen, die die Abstände für ausreichend hielten. „Es kann doch nicht sein, dass wir erst einen 15-minütigen Fußmarsch bewältigen müssen, um zu unseren Autos zu kommen.“ Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke (SPD) hatte sich des Themas angenommen, zugleich aber vor den Tücken des Kommunalabgabegesetzes gewarnt.

Die Sitzung der Bezirksvertretung, die am Donnerstag (10.6.) in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums am Grüningsweg 42-44 in Asseln unter Corona-Bedingungen stattfindet und um 16 Uhr beginnt, ist öffentlich. Am Beginn steht die Einwohnerfragestunde, in der Bürger Anliegen vorbringen dürfen, die in den Zuständigkeitsbereich der Bezirksvertretung fallen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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