Pferderennen dürfen auch im Corona-Lockdown auf der Rennbahn in Wambel stattfinden - hier ein Foto vom Geisterrenntag im Frühling 2020. © Stephan Schütze (A)
Coronavirus

Lockdown: Warum finden in Dortmund weiter Pferderennen statt?

„Meine Kinder dürfen nicht zum Reiten, aber auf der Galopprennbahn in Wambel finden weiter Pferderennen statt“, sagt ein Wambeler. Der Chef des Dortmunder Rennvereins nennt Gründe.

Warum dürfen während des Corona-Lockdowns eigentlich Pferderennen auf der Galopprennbahn in Wambel stattfinden? Das fragt sich Hartmut Gehrmann, der am Spanischen Weg 5, also quasi direkt gegenüber der Rennbahn in Wambel, wohnt.

„Meine Tochter darf nicht zum Reiten nach Asseln und mein Sohn nicht zum Handball, aber auf der Rennbahn steht bei Rennen nach wie vor der Parkplatz voll, und die Wurstbude hat geöffnet“, sagt er.

Gehrmann betont, dass es ihm keinesfalls darum gehe, den Dortmunder Rennverein anzuschwärzen – im Gegenteil: Er besuche selbst gerne die Pferderennen und genieße die ganz besondere (Wett-)Atmosphäre, die dabei aufkommt, sowie den Charme der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude.

Auch möge er es, wenn im Sommer dort Konzerte stattfinden und er in seinem Garten ebenfalls in den Genuss der Musik komme. Es gehe ihm lediglich um eine Information zu diesem Thema.

„Zuschauer dürfen nicht zugelassen werden“

Der Präsident des Dortmunder Rennvereins, Andreas Tiedtke, zitiert die derzeit gültige Corona-Schutzverordnung: „Wettbewerbe in Profiligen, Wettbewerbe im Berufsreitsport und Pferderennen sowie andere berufsmäßige Sportausübung sind zulässig, soweit die Vereine beziehungsweise die Lizenzspielerabteilungen der Vereine sich neben der Erfüllung ihrer arbeitsschutzrechtlichen Hygiene- und Schutzpflichten auch verantwortlich für die Reduzierung von Infektionsrisiken im Sinne des Infektionsschutzgesetzes zeigen (…) Zuschauer dürfen nicht zugelassen werden.“

Die Teilnehmer der Pferderennen auf der Galopprennbahn müssen selbstverständlich Mundschutz tragen - hier ein Foto von vom Geisterrenntag im Frühling 2020
Die Teilnehmer der Pferderennen auf der Galopprennbahn – hier im Frühling 2020 – müssen selbstverständlich Mundschutz tragen. © Stephan Schütze (A) © Stephan Schütze (A)

Es gehe um die Gleichstellung von Profisport als Berufsausübung, so Tiedtke weiter – ähnlich wie im Falle von Skirennen oder Spielen im Profi-Fußball oder -Handball, die auch stattfinden. Im Falles eines Verbotes müsse der Steuerzahler die Ausfälle übernehmen.

„Keine Infektionen bei Leistungsprüfungen“

Es gebe seit dem 7. Mai 2020 Leistungsprüfungen im Pferdebereich. Bisher habe es – dank der Hygienekonzepte – keine auf eine solche Veranstaltung zurückverfolgbare Infektion gegeben.

Das decke sich mit den Erfahrungen seiner Kollegen in Frankreich und Großbritannien, so Tiedtke weiter. Selbst bei den „harten“ Lockdowns dort konnte der Profisport unter Pandemiebedingen ungefährlich weitergeführt werden.

Der Aufwand dafür sei allerdings groß. So sei Nachverfolgbarkeit gewährleistet, und der Rennverein halte zum Beispiel Schnelltests bereit. Tiedtke: „Die Teilnehmer halten sich im Wesentlichen in der freien Natur auf.“

Was den Imbissstand angehe, so sei er analog den allgemeinen Bestimmungen nur für die registrierten Aktiven zugänglich. Wettannahmen und Wettkassen seien geschlossen, das Restaurant und die Tribünen ebenfalls.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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