So sah der Weihnachtsbaum der Interessengemeinschaft Wickeder Vereine auf dem Levi-Cohen-Platz aus, bevor seine Lichterkette in der Silvesternacht komplett zerstört wurde. © Interessengemeinschaft Wickeder Vereine
Vandalismus

Lichterkette am Wickeder Weihnachtsbaum Opfer „großer Zerstörungswut“

Unbekannte haben die Lichterkette am Weihnachtsbaum in Wickede in der Silvesternacht zerstört. Im Stadtteil sorgt die Tat für Unverständnis und Wut.

Enttäuschung und auch etwas Wut breitet sich bei den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Wickeder Vereine (IWV) aus: Am Neujahrsmorgen erhielt der Vorsitzende Dirk Sanke einen Anruf, dass die Lichterkette am großen Weihnachtsbaum auf dem Levi-Cohen-Platz im Wickeder Zentrum komplett zerstört worden sei.

Sanke fuhr sofort hin und fand nur noch die einzelnen Segmente der Kette wild verstreut auf dem Platz. „Da muss jemand mit großer Energie und Zerstörungswut zu Werke gegangen sein“, sagt er, „so etwas passiert nicht, wenn man einfach nur mal eben an der Kette reißt.“

Anzeige gegen Unbekannt gestellt

Der Vorfall muss sich in der Silvesternacht ereignet haben. „Ich bin abends so gegen gegen neun oder zehn Uhr noch dran vorbeigefahren“, sagt Sanke, „da war noch alles in Ordnung.“ Und da der Levi-Cohen-Platz gegen Mitternacht immerhin so belebt gewesen sein dürfte, dass die Zerstörer nicht unbeobachtet geblieben gewesen wären, ist davon auszugehen, dass sich die Tat erst in den frühen Morgenstunden ereignet hat, als das Wickeder Zentrum weitgehend menschenleer war. Aber das seien alles nur Mutmaßungen, so Sanke. Die Interessengemeinschaft habe Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei gestellt.

Dirk Sanke von der Interessengemeinschaft Wickeder Vereine ist
Dirk Sanke von der Interessengemeinschaft Wickeder Vereine ist “stinksauer” auf diejenigen, die die Lichterkette am großen Weihnachtsbaum auf dem Levi-Cohen-Platz zerstört haben. © Archiv © Archiv

Der Schaden, der dadurch entstanden ist, ist weniger materieller (mehrere Hundert Euro), sondern eher ideeller Art. Die Mitglieder der Wickeder Gemeinschaft mussten den Baum im Sauerland besorgen, ihn nach Wickede bringen und eine Lichterkette kaufen. Auch die Elektrik auf dem Platz musste zu diesem Zweck erneuert werden. „Das alles hat Zeit und organisatorischen Aufwand gekostet“, so Sanke. Aber es habe sich gelohnt. Viele Wickeder haben sich an dem Baum, der seit dem 1. Advent steht, erfreut und dem Verein entsprechende Rückmeldungen gegeben.

„Dürften mir nicht in die Finger kommen“

Sanke gibt zu, dass er nun „stinkesauer“ sei. „Diejenigen, die das gemacht haben, dürften mir nicht in die Finger kommen“, sagt er. Ihn störe, dass die Wertschätzung für solche Initiativen, die allen zugute kommen, einfach nicht mehr vorhanden sei. In der Gesellschaft sei insgesamt einfach ein Verlust der Werte zu beobachten.

Die Interessengemeinschaft Wickeder Vereine hofft nun auf sachdienlich Hinweise aus der Bevölkerung an die Polizei, damit die Täter sich ihrer Verantwortung stellen müssen. Dirk Sanke sagt, er wisse noch nicht, ob die Vereinigung im nächsten Jahr angesichts dieser Vorfälle erneut einen solchen Baum aufstellen könne. Das sei natürlich dann schade für alle Wickeder, die sich daran erfreut haben. Der Weihnachtsbaum war als Ersatz für das traditionelle Wickeder Weihnachtsleuchten gedacht gewesen, das wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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