Die Evangelische Kirchengemeinde Brechten hat am Widumer Platz ein vorösterliches Labyrinth angelegt. © Monika Holthoff

Labyrinth in Evangelischer Gemeinde soll Ruhe und Kraft bringen

Coronabedingt verläuft auch die Osterzeit in diesem Jahr anders als in vergangenen Jahren. Eine interessante Alternative für Begegnungen bietet die Evangelische Kirchengemeinde Brechten.

Die Evangelische Kirchengemeinde Brechten hat sich für die Passions- und Osterzeit etwas Besonderes ausgedacht: Auf dem Kirchplatz vor der St.-Johann-Baptist-Kirche (Widumer Platz 1) ist bis zum 11. April auf der Wiese ein Meditations-Labyrinth aufgebaut.

Christliche Labyrinthe haben eine jahrhundertealte Tradition in der Kirche. Erste Labyrinthe sind schon aus dem 3. Jahrhundert nach Christus bekannt. Es gibt sie als Bodenlabyrinthe in Kirchen (zum Beispiel in der Kathedrale von Chartres, die auch das Vorbild für das Brechtener Labyrinth ist) oder als Wiesen- oder Heckenlabyrinthe in Kloster- oder Schlossgärten.

In meditativer Form den eigenen Lebensweg betrachten

Sie wurden und werden bis heute genutzt, um in meditativer Form den eigenen Lebensweg zu betrachten und Ruhe und Kraft zu finden.

Ein Labyrinth erschließt dabei seine spirituelle Kraft im Begehen. Der Weg führt in die Mitte und wieder heraus zu neuem Leben. Im Gegensatz zum Irrgarten, wo man seinen Weg suchen muss und immer wieder in die Irre geführt wird, führt ein Labyrinth einen immer auf richtigem Weg auf ein Ziel zu.

Pfarrerin Monika Holthoff sagt: „Während wir Menschen oft auf ein spezielles Ziel hinlaufen und dort so schnell und so einfach wie möglich hingelangen möchten, ist die Philosophie des Labyrinths anders: Der Weg ist das Ziel. Und wenn ich Umwege laufe, die mich scheinbar weiter weg vom Ziel führen, dann sind diese Umwege wichtige Lernprozesse auf meinem Weg.“

Ein Weg hinein, ein Weg hinaus

Jedes Labyrinth hat einen Weg hinein, ein Zentrum zum Verweilen und einen Weg hinaus.

Und Monika Holthoff weiter: „Auf dem Weg hinein kann ich loslassen, was mich bedrückt, und Gott erzählen, was ich mir wünsche: Klarheit, Heilung, Trost. Im Zentrum kann ich verweilen und dem nachspüren, was Gott mir in meinem Herzen sagt.“

Labyrinth ist bis nach Ostern aufgebaut

Auf dem Weg hinaus könne man Klarheit finden und Hoffnung und Kraft sammeln. Das Brechtener Labyrinth kann von jetzt an bis zum Sonntag nach Ostern (11. April) auf dem Kirchplatz zu jeder Tageszeit individuell begangen werden. Eine Informationstafel führt vor Ort in den richtigen Gebrauch des Labyrinths ein.

Jeden Donnerstag (ab dem 11.3.) von 18 bis 19 Uhr ist dazu auch die Kirche geöffnet, wo die Erfahrungen aus dem Labyrinth mit Gott noch einmal in einem stillen Gebet geteilt werden können.

Da es in diesem Jahr coronabedingt schwierig ist, die Passionszeit in traditioneller Weise mit Passionsandachten zu begehen, ist die Idee zu diesem freien Angebot entstanden. Holthoff: „Es war uns dabei auch wichtig, ein umweltfreundliches Labyrinth aus Naturmaterialien zu gestalten. Daher sind die Wege mit Rindenmulch markiert.“

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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