Erinnern mit einem Kranz an die Opfer der Pogromnacht vor 82 Jahren (v.l.): die zweite stellvertretende Brackeler Bezirksbürgermeisterin Heide Kröger-Brenner (Die Grünen), Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke (SPD) und der erste stellvertretende Bezirksbürgermeister Dirk Risthaus (CDU). © Andreas Schröter
Bezirksvertretung Brackel

Kranz auf jüdischem Friedhof erinnert an Opfer der Pogromnacht

In früheren Jahren gedachten ganze Schulklassen auf dem jüdischen Friedhof Wickede der Opfer der Pogromnacht. Corona-bedingt war die Veranstaltung 2020 zwar kleiner – aber fiel nicht aus.

Der neu gewählte Brackeler Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke (SPD) und seine beiden Stellvertreter Dirk Risthaus (CDU) und Heide Kröger-Brenne (Grüne) legten am Montag einen Kranz am Jüdischen Friedhof in Dortmund-Wickede nieder. Sie wollten damit der Opfer der Pogromnacht am 9. November 1938 gedenken.

Monecke sagte, die Bezirksvertretung bedauere, dass in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie die Tradition der Veranstaltungen aus den Vorjahren nicht habe weitergehen können. Dabei waren stets Schüler in einem Laternenzug vom Levi-Coven-Platz zum Friedhof gezogen und hatten dort Texte vorgetragen.

Dennoch sei es dem Gremium wichtig gewesen, wenigstens in kleinem Rahmen an dieses Unrecht zu erinnern. Die Pogromnacht, in der die Nazis Morde und zahlreiche Gewaltmaßnahmen gegen Juden unternahmen, sei ein gutes Beispiel dafür, dass einfache Lösungen und Propaganda bei komplexen Problemstellungen zu Katastrophen führen können.

Den gemeinsamen Antrag zu dieser Veranstaltung hatten in der Bezirksvertretung Brackel SPD, CDU, Grüne, die Fraktion Linke/Partei und der Einzelvertreter der FDP unterschrieben. Dirk Thomas (AfD) beklagte sich, dass er davon nichts gewusst habe. Er hätte ebenfalls mitgemacht, halte er es doch für enorm wichtig, an die Nazi-Gräuel zu erinnern. Das nahmen die anderen Parteien wohlwollend zur Kenntnis.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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