Auf dem Dortmunder Hauptfriedhof gibt es genug Wege, die zum Spazieren einladen. © Oliver Schaper
Friedhöfe in Dortmund

Imagewandel: Hauptfriedhof soll als Naherholungsgebiet bekannt werden

Auf dem Hauptfriedhof gibt es nicht nur Gräber, sondern auch einen Spielplatz und Platz für einen Yoga-Kurs. Auch die Dortmunder Kommunalfriedhöfe erleben einen Wandel – und ein Hundeproblem.

„Wir möchten vom Image der reinen Begräbnisstelle wegkommen“, sagt Ulrich Heynen, stellvertretender Friedhofsleiter des Dortmunder Hauptfriedhofs. Auf dem Friedhof in Brackel finden Besucher längst nicht mehr nur Gräber, sondern auch einen Spielplatz oder eine Schafswiese.

„Wir möchten den Hauptfriedhof als Naherholungsgebiet bekannt machen und die Menschen auf den Friedhof bekommen“, sagt Heynen. Um dem Bürger die Anlage näher zu bringen, gebe es verschiedene Vorhaben.

Neben dem Spielplatz und der Schafswiese gibt es auf dem Gelände ausgewiesene Biotope und einen „Zukunftsbaumpfad“, um den Besuchern neue Baumarten vorzustellen.

Dazu gibt es die Möglichkeit, auf der Anlage Geocaching, eine elektronische Schatzsuche, zu spielen. Zur Probe findet sogar ein Yoga-Kurs des Kulturzentrums Balou dort statt.

Auf dem Hauptfriedhof gibt es einen Spielplatz, über den sich die Kinder sichtlich freuen.
Auf dem Hauptfriedhof gibt es einen Spielplatz, über den sich die Kinder sichtlich freuen. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

„Unsere Hauptaufgabe werden aber Bestattungen bleiben und darauf wird auch immer Rücksicht genommen“, sagt Heynen. Er versichert: „Es wird keinen Grillplatz auf dem Gelände geben.“ Durch ihre Größe und die riesigen Grünflächen biete die Anlage aber genügend Raum, um sie auch anderweitig zu nutzen.

„Friedhöfe leisten außerdem einen wichtigen Beitrag für das Stadtklima“, sagt Heynen. „Der Hauptfriedhof bildet eine Frischluftschneise für Dortmund.“ Die Wichtigkeit des Friedhofs als „geschützte und nicht bebaubare Schutzzone“ habe auch die Stadtentwicklung erkannt.

Um die Grünflächen nicht zu verkleinern, würden trotz des „Trends“ zu Urnenbeisetzungen laut Heynen keine Kolumbarien auf dem Gelände gebaut werden.

Durch die vermehrte Nutzung von Urnen statt Gräbern gibt es auf den Dortmunder Friedhöfen mehr Grünflächen.
Durch die vermehrte Nutzung von Urnen statt Gräbern gibt es auf den Dortmunder Friedhöfen mehr Grünflächen. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Aber wie sieht das auf den kleineren Kommunalfriedhöfen in Dortmund aus? Gabriel Fuhler, Leiter der Friedhöfe in Aplerbeck und Wickede, bestätigt den Wandel. „Die Friedhöfe bestehen seit der Umstellung von Särgen auf Urnen längst nicht mehr nur aus Gräbern“, sagt er. „Durch die dadurch entstandenen größeren Grünflächen sind die Anlagen eher parkähnlich geworden.“

Friedhöfe haben ein „Hundeproblem“

Beschwerden von Trauernden, die sich durch andere Besucher gestört fühlen, habe Fuhler noch nicht erhalten. Dafür hat der Friedhofsleiter mit einem anderen Problem zu kämpfen: Besitzern, die mit ihren Hunden auf dem Friedhof spazieren gehen und diese ihre Geschäfte auf die Rasenflächen verrichten lassen.

„Das Problem gibt es auf fast jedem Dortmunder Friedhof. Da bringen auch Hinweisschilder am Eingang nichts“, sagt Fuhler. Einer der wenigen ohne „Hundeproblem“ ist der Nordfriedhof in Eving.

„Das liegt wohl daran, dass es in der näheren Umgebung genug Grünflächen gibt, um spazieren zu gehen“, sagt Heinz Fahland, Friedhofsmitarbeiter. Aber auch er beobachtete viele Personen, die die Ruhe auf dem Nordfriedhof genießen würden.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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