Viel freie Sicht gibt's auf dem Gelände der ehemaligen Schleife Brackel. Das wird sich ändern, wenn hier 37 Reihenhäuser und ein Kindergarten gebaut sind. © Andreas Schröter
Städtebau

Grüne stellen Klima-Forderung für Dortmunder Baugebiet „In den Börten“

Die geplante Bebauung auf der ehemaligen Straßenbahnschleife Brackel beschäftigt und erregt seit Langem die Gemüter. Von den Grünen geht nun ein neuer Vorstoß aus.

Wenig beliebt bei den Anwohnern ist das geplante Bauvorhaben In den Börten auf der ehemaligen Straßenbahnschleife Brackel. Vor allem um eine erhöhte Verkehrsbelastung für die ohnehin engen Straßen in diesem Gebiet sorgen sich die Menschen.

In ihrer Mai-Sitzung hatte sich die Bezirksvertretung Brackel gleich in zwei Tagesordnungspunkten mit dem Thema zu befassen. Zum einen ging‘s um einige Detailbeschlüsse hin zur Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans Br 223, zum anderen um die verkehrliche Anbindung des Gebietes. Die äußere Erschließung soll über die Straße In den Börten erfolgen, die innere über eine ringförmige Mischverkehrsfläche.

Heiztechnik, die den Klimazielen entspricht

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen regte an, der Bauträger, also die Firma Dr. Ing. Potthoff aus Hamm, möge eine Heiztechnik verwenden, die den Klimazielen der Stadt Dortmund entspricht – also auf den Einsatz fossiler Brennstoffe verzichtet. In der Begründung dazu schreibt Grünen-Mitglied Dr. Thomas Mitra: „Erdgas-Heizungen werden auf Jahrzehnte zum CO2-Ausstoß beitragen.“ Wenn nicht ab sofort neue Heizungen so ausgelegt werden, dass sie fossilfrei betrieben

werden können, ließen sich die beschlossenen Klimaziele nicht erreichen.

Die Straße In den Börten ist eng - zu eng, um dort mit großen Lkw hindurchzufahren
Die Straße In den Börten ist eng – zu eng, um dort mit großen Lkw hindurchzufahren. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Es sei absehbar, dass fossile Energieträger in den nächsten Jahren teurer werden. Die absehbare finanzielle Belastung der Mieter im geförderten Wohnungsbau sei aber genauso zu vermeiden wie steuerfinanzierte Abwrackprämien fossiler Heizungen.

Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke (SPD) berichtete von einem Gespräch mit Birgit Niedergethmann vom Stadtplanungsamt, wonach die Firma Potthoff ohnehin in diesem Gebiet auf Erdwärmepumpen zum Betrieb der Heizungen setze. Die Bezirksvertretung schickte den Antrag der Grünen letztlich als „Empfehlung“ an die Verwaltung. Eine rechtliche Grundlage, eine solche Technik fest vorzuschreiben, habe die Politik nicht, so Monecke.

Garage und Stellplatz für jedes Haus

In dem Brackeler Baugebiet möchte der Investor Peter Potthoff vom gleichnamigen Ingenieurbüro 37 Reihenhäuser und eine Kindertagesstätte mit vier bis sechs Gruppen errichten. Die Wohnfläche in den Häusern am Hellweg und an der Straße In den Börten soll zwischen 97 und 112 Quadratmetern liegen. Es seien jeweils eine Garage und ein Pkw-Stellplatz pro Haus vorgesehen. Die öffentlich geförderten Häuser sollen über zwei Etagen und ein ausgebautes Dachgeschoss verfügen. Die Traufhöhe beträgt 5,5 Meter, die Giebelhöhe 9 Meter.

Das Besondere: Die Reihenhäuser werden nicht verkauft, sondern vermietet. Sie bleiben im Besitz des Unternehmens Potthoff und werden von diesem verwaltet. Die Kaltmiete für die geplanten Reihenhäuser beträgt 5,55 Euro/qm, allerdings nur mit Wohnberechtigungsschein.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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