Christian Clobes setzt sich als Vorsitzender des Mieterbeirats in Lanstrop für die Belange der Bewohner in der Großsiedlung ein. © Andreas Schröter (A)
Wohnen in Dortmund

Großsiedlung in Dortmund: Kein guter Start für neue Verwalterfirma

In Lanstrop und Scharnhorst hat die Hausverwalterfirma für zwei Großsiedlungen zum neuen Jahr gewechselt. In den ersten Wochen beklagen die Mieter Probleme – es geht um knapp 1500 Wohnungen.

Die beiden Großsiedlungen in Lanstrop (knapp 1200 Wohneinheiten) und an der Droote in Scharnhorst (gut 240 Wohneinheiten) haben seit dem 1. Januar einen neuen Hausverwalter: die WVB Centuria mit Sitz in Berlin. Bisher hatte sich die Firma Paul-Immobilien um die Häuser gekümmert, die der Firma Forte Capital mit Sitz in Frankfurt am Main gehören.

Der Vorsitzende des Mieterbeirats in Lanstrop, Christian Clobes, ist skeptisch, was diese Neuerung betrifft. So bedauert er, dass das Mieterbüro mit seinen festen Sprechzeiten nicht weitergeführt wurde.

Auch verlaufe die Informationspolitik der neuen Firma bisher sehr schleppend. Unklar sei beispielsweise, was mit dem Nebenkosten-Guthaben passiere, das viele Mieter noch bei Paul Immobilien hatten.

In der Lanstroper Großsiedlung hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Die Fassaden haben einen neuen Anstrich erhalten
In der Lanstroper Großsiedlung hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Die Fassaden haben einen neuen Anstrich erhalten. © Andreas Schröter (A) © Andreas Schröter (A)

Sein Hauptkritikpunkt aber ist die schlechte Erreichbarkeit der Firma. Wähle man die in einem Schaukasten veröffentlichten Telefonnummern, gehe am anderen Ende oft niemand ans Telefon.

Eine Kontaktaufnahme sei zwar per Formular auf der Website der Firma möglich. „Aber was ist mit älteren Mietern, die kein Internet haben?“, fragt Clobes. Auch gebe es keine Faxnummer. Faxe seien auch in der heutigen Zeit noch wichtig, weil man mit ihnen rechtsverbindlich beweisen könne, dass man etwas verschickt habe.

Schlechte Bewertung bei Google

Bei Google hat WVB Centuria eine ausgesprochen schlechte Bewertung bekommen: nur eins von fünf möglichen Sternchen im Durchschnitt bei 26 Bewertungen. Schlechter geht es nicht.

Nutzer schreiben zum Beispiel: „Auf E-Mails wird nicht reagiert, telefonisch grundsätzlich Warteschleife ohne Durchkommen“, „Keine Antwort auf Anschreiben, E-Mails, Telefonansagen“ oder „Diese Verwaltung ist die größte Katastrophe, die man sich vorstellen kann“.

Helge Neitzel von Forte Capital sagt: „Die WVB Centuria GmbH ist ein erfahrenes und leistungsstarkes Immobilienverwaltungsunternehmen. Die negative Bewertung im Netz ist für uns absolut nicht nachvollziehbar.“

Natürlich sei die WVB bemüht, telefonische wie auch schriftliche Anfragen schnellstmöglich zu beantworten. Gerade in der Verwaltungsübernahme komme es anfangs oft zu enorm vielen Anfragen der Mieter, da viele diesen Wechsel der Verwaltung zum Anlass nehmen, diverse Anliegen an das neue Unternehmen zu richten.

Nach einer Einarbeitung in den Bestand und für die neuen Mitarbeiter ins Unternehmen werde sicherlich vieles schneller abgearbeitet werden können.

Die Masse an aktuellen Anfragen könne nur nach und nach beantwortet werden. Das Telefonaufkommen sei aktuell enorm hoch. Und weiter: „Hier hat die WVB aktuell das Team verstärkt, sodass wir von einer deutlich verbesserten Erreichbarkeit ausgehen dürfen.“

Auch für uns war die Firma WVB Centuria bislang nicht zu erreichen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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