Die Gesamtschule Scharnhorst wurde als „Humanitäre Schule“ ausgezeichnet. © Gesamtschule Scharnhorst
Fairer Handel

Gesamtschule Scharnhorst wird für rührende Valentins-Aktion ausgezeichnet

Am Valentinstag regnete es faire Rosen für alle Verliebten an der Gesamtschule Scharnhorst. Für die Aktion hat die Schule jetzt eine Auszeichnung bekommen - und weitere Projekte folgen.

Es ist eine Auszeichnung, die Schüler und Lehrer stolz macht und antreibt, mit kleinen Gesten Großes zu erreichen. Die Gesamtschule Scharnhorst hat zum zweiten Mal in Folge das Zertifikat „Humanitäre Schule“ erhalten. Dafür lassen sich die Schüler und Lehrer der Unesco-AG immer neue Projekte einfallen, um den humanitären Gedanken in ihre Schule zu tragen.

Kleine Gesten können großes Bewirken: Die Gesamtschule Scharnhorst erhält das Zertifikat
Yacouba Bangoura (l.), Havin Tatli (m.) und Unesco-Koordinator Emre Görgülü (r.) präsentieren das Zertifikat. © Irina Höfken © Irina Höfken

Kleine Geste, große Wirkung: Faire Rosen

Am Valentinstag etwa ließen sie faire rote Rosen für alle Verliebten regnen. Heimliche Verehrer hatten endlich die Chance, ihrem Schwarm die Liebe zu gestehen – und sich so gleichzeitig für fairen Anbau und Handel einzusetzen. Über faire Blumen freuen sich neben den Beschenkten vor allem diejenigen, die sie anbauen.

Laut Fairtrade Deutschland werden etwa 80 Prozent der in Deutschland verkauften Rosen aus ostafrikanischen Ländern wie Kenia, Äthiopien oder Tansania importiert. Mit jedem Strauß fairer Rosen werde nachhaltiger Anbau unterstützt. Die Beschäftigten profitieren von festen Arbeitsverträgen, Arbeitsschutz und Mindestlöhnen. „Global denken, lokal handeln“ – das sei das Motto der Projekte, erklärt Emre Görgülü, Unesco-Schulkoordinator der Gesamtschule Scharnhorst.

„Fairschenken“ war ein voller Erfolg

Eine Woche vor Valentinstag wurden die Aufträge der Schüler entgegen genommen, die Grußkarten geschrieben und die fairen Rosen am 14. Februar in den Klassen verteilt. Das war ganz schön aufregend, erzählen die Zehntklässler Yacouba Bangoura und Havin Tatli.

Beide waren an der Vorbereitung des Projekts beteiligt und durften am Valentinstag den Liebesengel Amor für 170 Schüler spielen. „Ein Fünftklässler wurde besonders rot, weil er so überrascht war“, erinnert sich Yacouba und schmunzelt.

Die Aktion „Fairschenken“ war für die Gesamtschule Scharnhorst ein voller Erfolg: Einen finanziellen Gewinn haben sie nicht gemacht, aber viele Mitschüler für fairen Handel sensibilisieren können, sich gegenseitig eine Freude gemacht und nicht zuletzt eine Auszeichnung des Jugendrotkreuz als „Humanitäre Schule“ erhalten.

24 Schulen in Westfalen-Lippe als „Humanitäre Schule“ ausgezeichnet

  • Bei einer Zertifizierungsfeier am Freitag, 6. November, erhielten 24 Schulen aus Westfalen-Lippe das Zertifikat „Humanitäre Schule“.
  • Im Rahmen der Auszeichnung hat das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe knapp 90 Schüler zu „Humanitären Scouts“ ausgebildet und ihnen damit die Grundlagen vermittelt, selbstständig ein politisches Planspiel an ihren Schulen durchzuführen. Dabei setzten sie sich mit internationalen Konflikten und humanitärem Völkerrecht auseinander.
  • Der Präsident des Landtags NRW, André Kuper, lobte die Umsetzung von humanitären Projekten in Schulen, die das Gewissen prägen und Verantwortung stärken.

Mund-Nasen-Bedeckung als Zeichen der Liebe

Die Vorbereitungen für ein neues Projekt in den Weihnachtstagen laufen bereits: Dann soll es an der Schule eine faire Nikolausaktion mit Fairtrade-Schokolade geben und einen Workshop zum Anbau und Handel der Kakaobohnen, die in der Tafel Schokolade oder im Dezember in den Schokoladennikoläusen stecken.

Gerade jetzt in Corona-Zeiten gewinnen kleine Gesten noch mehr an Bedeutung, unterstreicht Unesco-Schulkoordinator Emre Görgülü. Nicht nur Blumen und Schokolade, auch das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung sei aktuell das Symbol für Liebe und Frieden. Liebe durch Abstand zu zeigen, sei derzeit ein wichtiges humanitäres Ziel.

Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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