Sweety, der in Derne misshandelte Hundewelpe, beginnt langsam, seine Umgebung zu erkunden. © Gabi Bayer
Hundewelpe Sweety

Gerücht: Tierquäler-Familie soll bereits einen neuen Hund haben

Hundewelpe Sweety ist nur knapp einem Martyrium entkommen, bei dem er als Fußball missbraucht worden war. Nun soll die Tierquäler-Familie bereits einen neuen Hund haben.

Zu dem Hundewelpen Sweety, den Kinder in Derne als Fußball missbraucht haben sollen, gibt es neue Informationen. Gabi Bayer von der Tierschutzorganisation Arche 90 hat Hinweise erhalten, dass die Tierquäler-Familie bereits einen neuen Hund hat.

Offenbar war ein Winseln aus der betreffenden Wohnung zu hören, berichtet sie. Bayer ist daraufhin selbst dorthin gefahren, wurde aber von der Familie nicht in die Wohnung gelassen. Mit den Worten „Na, wollen Sie uns wieder einen Hund wegnehmen?“, sei sie empfangen worden. Sie habe ein Geräusch gehört, wie es entsteht, wenn Hundepfoten über einen Laminatboden laufen, sagt sie, aber keinen Hund gesehen.

Lebendiges Kaninchen aus dem zweiten Stock geworfen

Leider seien diese Hinweise dem Ordnungsamt und auch der Polizei zu vage, um dort noch einmal einzugreifen. Die Ordnungshüter, zu denen auch die Veterinärmediziner vom Ordnungsamt gehören, werden nur aktiv, wenn wirklich Gefahr im Verzug sei, so Bayer. Und das verstehe sie nicht.

Die Familie sei für Schandtaten im Zusammenhang mit Tieren bekannt. So sei dort auch schon mal ein lebendiges Kaninchen aus dem zweiten Stock geflogen.

Stadtsprecher Christian Schön sagt: „Derzeit gibt es keine konkreten Hinweise von Zeugen, die ein Einschreiten der Veterinäre möglich machen. Sobald es konkrete und schriftliche Vorwürfe von Zeugen – anonyme oder/und nur ungefähre Hinweise reichen da leider nicht – gibt, kann eine Überprüfung vor Ort – gemeinsam mit der Polizei – anberaumt werden.“ Etwaige Hinweise können, so Schön weiter, als Aussage übrigens auch durch das Ordnungsamt protokolliert werden.

Derzeit liege das Verfahren zu dem Hundewelpen auch noch in den Händen der Polizei. Ein generelles Hundehaltungsverbot sei bisher nicht verfügt worden. Ordnungsamt und Polizei tauschen sich zu dem Fall aber aus.

Viele Tierfreunde hatten sich im sozialen Netzwerk, aber auch in Leserbriefen an unsere Redaktion darüber beklagt, dass den Ordnungskräften in diesem Fall die Hände gebunden sind.

Womöglich schwere Schäden

Sweety, der misshandelte Hundewelpe, ist inzwischen geröntgt worden, muss aber jetzt noch einmal genauer mit Hilfe eines Computertomographen untersucht werden. Nach den Röntgenaufnahmen äußerte die Tierärztin die Befürchtung, dass sich der Kot im Darm des Hundes zu stauen beginne.

Und das passiert nur, wenn wichtige Nerven eingeklemmt sind, wie es bei Sweetys Misshandlung passiert sein kann. Offenbar hat das Tier auch Schmerzen im Beckenbereich, wie ein etwas unrunder Laufstil nahelege. Dagegen erhält der Hund Schmerzmittel.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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