Dietrich Labenz (SPD) und Anwohner Gisbert Wilhelm (v.l.) diskutieren vor Ort die Verkehrssituation am Plümers Ort in Derne. © Andreas Schröter
Parkplatznot

„Geh ins Altenheim, Opa!“ – Situation an einer kleinen Straße unerträglich

Wenn die Parkplätze rar gesät sind, entsteht leicht Aggressivität - bei Anwohnern wie Autofahrern. So wie in einer schmalen Straße im Dortmunder Norden, wo ein Fußballplatz die Situation verschärft.

Der Plümers Ort ist eine schmale Straße in Derne, in der es immer eng wird, wenn sich zwei Autos begegnen. Zusätzliches Problem: Genau an dieser Straße befindet sich die Zufahrt zum Kunstrasenplatz, den der SuS Derne und Ay Yildiz Derne gemeinsam nutzen. Parkplätze für die beiden Vereine: Fehlanzeige.

Das schafft immer dann Probleme, wenn die beiden Mannschaften Training oder ein Heimspiel haben. Gisbert Wilhelm (74) gehört zu den Anwohnern, die unter der Situation zu leiden haben. Er sagt: „Zu diesen Zeiten finden wir, die wir hier wohnen, überhaupt keinen Parkplatz mehr.“

Rücksichtloses Parken

Ihn störe das rücksichtslose Verhalten einiger Fußballer. Sie parkten quer, sodass auf der Straße noch weniger Platz ist, oder sie parkten auf den Grünflächen. „Und wenn die dann kaputt sind“, sagt der Anwohner, „müssen wir sie von unserem Geld wieder herrichten lassen.“

Auch passiere es, dass sich die Spieler nach dem Training noch in ihre Autos setzten, um zu quatschen, etwas zu trinken und zu essen. Dabei ließen sie den Motor laufen, weil sonst die Klimaanlage nicht funktioniere. „Wir riechen auf unseren Balkonen die Auspuff-Abgase.“ Und wenn er sich beschwere, stoße er oft auf eine große Aggressivität: Sprüche wie „Geh ins Altenheim, Opa!“ seien da noch von der harmloseren Sorte.

Eine Lösung für das Parkproblem zu finden, ist nicht einfach. Denn auch die angrenzenden Straßen wie die Nierstefeldstraße sind eng.

Feld als Parkplatz?

Einer, der sich seit Jahren um eine solche Lösung bemüht, ist der SPD-Bezirksvertreter Dietrich Labenz (79). Er hatte Ende 2020 den Antrag in die Bezirksvertretung Scharnhorst gebracht, einen Teil des Feldes am Ende der Nierstefeldstraße zu einem Parkplatz zu machen.

Hier - am Ende der Nierstefeldstraße in Derne - könnte nach Ansicht der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Scharnhorst ein Parkplatz für die Besucher des nahen Sportplatzes entstehen
Hier – am Ende der Nierstefeldstraße in Derne – könnte nach Ansicht der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Scharnhorst ein Parkplatz für die Besucher des nahen Sportplatzes entstehen. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Ein Weg könnte dann von dort aus quasi von hinten – also nicht über den Plümers Ort – zum Sportplatz führen. Er habe damals die Info gehabt, so sagt er, dass die Fläche der Stadt gehöre, sodass eine solche Umwandlung leicht machbar wäre.

Leider erwies sich das aber als falsch. Die Fläche gehört der Harpen Immobilien, sodass die Stadt sie erst kaufen müsste, wenn sie daraus einen Parkplatz machen will. Das macht den Fall ungleich schwieriger. Trotzdem will Labenz so schnell nicht aufgeben. Er will nun die Scharnhorster Ratsvertreterin Anja Kirsch kontaktieren und sie bitten, sich auf Ratsebene für eine Lösung einzusetzen. Denn so, wie es jetzt laufe, könne es auf keinen Fall weitergehen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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