Christiane Bartel, Geschäftsführerin des SV Derne, wartet noch mit der Säuberung des Derner Freibades an der Straße Im Sperrfeld. © Andreas Schröter
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Freibad liegt im Dornröschenschlaf – aber auf dem Gelände tut sich was

Im Frühling werden die Freibäder startklar für die Sommersaison gemacht - normalerweise. In diesem Jahr ist alles anders, und doch gibt‘s am Freibad Derne eine Neuerung.

Düstere Zeiten auch für die Mitglieder im SV Derne, die das Freibad Derne betreiben. Normalerweise wären sie in diesen Tagen damit beschäftigt, das Bad für die neue Saison auf Vordermann zu bringen, die traditionell am 1. Mai beginnt. Davon ist in diesem Jahr nichts zu sehen. Auf dem Beckengrund liegt noch der gesamte Schlamm, der sich in den Wintermonaten angesammelt hat.

„Die Corona-Schutzverordnung lässt die Öffnung von Schwimmbädern noch nicht zu“, sagt SV-Geschäftsführerin Christiane Bartel, „wir hoffen allerdings, dass wir später im Jahr doch noch eröffnen können, auch wenn das dann unter strengen Regeln geschieht – zum Beispiel, indem man vor einem Badbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen muss.“

Und so haben sich die Arbeiten auf dem Freibad-Gelände am Sperrfeld in diesem Frühjahr auf den Grünschnitt und das Rasenmähen beschränkt. Christiane Bartel sieht die geschlossenen Bäder auf Dauer als großes Problem: Die Schwimmausbildung vor allem der Kinder staut sich immer weiter an.

Auch habe der Verein unter Mitgliederschwund zu leiden. 200 SVler sind bereits gegangen. Gut 1400 waren es vor der Krise. Und weil derzeit keine Kurse stattfinden, kommen auch keine neuen Mitglieder nach.

Der Schlamm des Winters liegt noch auf dem Grund des Derner Freibads
Der Schlamm des Winters liegt noch auf dem Grund des Derner Freibads. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Das heißt: So ganz stimmt das nicht: Im Scharnhorster Hallenbad „Die Welle“, das ebenfalls der SV Derne betreibt, haben die ersten Kurse jetzt doch wieder begonnen – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen mit nur maximal fünf Kindern im Bad und einem Betreuer.

Vielleicht sei so etwas langfristig auch im Freibad denkbar, so Bartel. Finanziell sei das alles natürlich nicht rentabel. Noch könne der Verein sich das leisten – aber nicht mehr lange.

In drei Tagen startklar

Sobald doch die Erlaubnis komme, das Freibad zu öffnen, dauere es allerdings nur drei Tage, bis das Bad in Derne startklar sei: einen Tag, um das Wasser abzulassen, einen, um alles zu säubern, und einen weiteren, um das Wasser wieder einzulassen. Unsicherheitsfaktor ist die Wartung der Desinfektionsanlage. Das erledige eine Fachfirma, die natürlich nicht immer freie Termine habe.

Auf dem Außengelände des Freibades wird in diesen Tagen ein neues Klettergerüst mit Rutsche aufgebaut
Auf dem Außengelände des Freibades wird in diesen Tagen ein neues Klettergerüst mit Rutsche aufgebaut. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Immerhin: Auf dem Freibad-Außengelände wird in diesen Tagen ein neues Klettergerüst mit Rutsche aufgebaut, das die Bezirksvertretung Scharnhorst (10.000 Euro) und der Spielplatzverein (4600 Euro) bezahlt haben. Das alte Gerüst war 20 Jahre alt. Nägel standen gefährlich heraus, und das Holz begann zu faulen.

Aber obwohl die Arbeiten voraussichtlich schon am Montag (19.4.) abgeschlossen sind, können es die Kinder erst einweihen, wenn auch das Freibad geöffnet hat – und das kann noch dauern.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter
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