Auf der Evinger Straße quillt der Verkehr über. Ein Verkehrskonzept ist trotzdem noch lange nicht in Sicht. © Oliver Schaper (Archiv)
Evinger Straße

Fehlendes Verkehrskonzept: Wird Eving zum abgehängten Stadtbezirk?

Evinger Bezirksvertreter sind entsetzt: Seit Jahren fordern sie ein Gutachten der Stadtverwaltung, das bei der Verkehrsplanung helfen soll. Doch bisher wurde das nicht mal begonnen.

Obwohl die Bezirksvertretung bereits seit fünf Jahren ein Verkehrsgutachten für Eving fordert, hat das Stadtplanungsamt weder begonnen, ein solches zu erstellen, noch gebe es für die Zukunft Aussichten, dass das passiert. Das erklärte Stadt-Mitarbeiterin Anne Berndt in der Dezember-Sitzung des Gremiums.

Das ließ die Emotionen bei den Evinger Politikern hochkochen. „Ich bin entsetzt“, sagte beispielsweise die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Petra Frommeyer (CDU). Und Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) erklärte, er befürchte, dass Eving bald zu einem abgehängten Stadtbezirk werde. Alle Verkehre, die aus dem Norden kommen, fahren schließlich über die Evinger Straße in die Stadt, sodass im Grunde schon jetzt der Kollaps eingetreten sei.

Stetiger Anstieg an Lkw-Verkehr

Problem ist der stetig steigende Anteil an Lkw-Verkehr auf der Evinger Straße. Aber auch die Kemminghauser- und die Grävingholzstraße sind betroffen. Als einen der Gründe sehen die Evinger das Lkw-Verbot auf der B1.

Auch die Kemminghauser Straße ist nach Ansicht vieler Bürger und Politiker stark belastet
Auch die Kemminghauser Straße ist nach Ansicht vieler Bürger und Politiker stark belastet. © Oliver Schaper (Archiv) © Oliver Schaper (Archiv)

Um das Thema anzuschieben, hat die Bezirksvertretung daher im vorigen Jahr 30.000 Euro für ein externes Gutachten zur Verfügung gestellt. Dazu Anne Berndt: „Ein externes Büro macht genau so viel Arbeit, wie es nützlich ist.“ Man müsse für ein solches Büro vorher konkrete Aufgabenstellungen erarbeiten. Außerdem müsse man jedes Ergebnis genau kontrollieren.

Warum es dann der B1-Initiative problemlos und erfolgreich gelungen sei, ein solches externes Büro für eine Verkehrszählung zu engagieren, fragte Petra Frommeyer. Nur bei der Stadt sei das offenbar nicht möglich. Und weiter: „Es kann nicht sein, dass wir fünf Jahre lang warten müssen, um überhaupt einmal eine Antwort von der Stadtverwaltung zu bekommen.“ Offenbar liege das daran, dass sich Eving eben im Norden der Stadt befinde und nicht im bevorzugten Süden.

„Wir könnten 30.000 Euro sehr gut auch anders ausgeben“

Der neue CDU-Sprecher Alexander Scheiper führte aus, dass man in einem Stadtbezirk mit vielen sozialen Problemen 30.000 Euro auch sehr gut für andere Zwecke ausgeben könne. Alle Bezirksvertreter waren sich einig, dass es einfach extrem ärgerlich sei, wenn ein solcher Betrag nun einfach ungenutzt herumliege.

Anne Berndt verwies auf die angespannte Personalsituation in ihrem Amt. Wenn sie nur eine Planstelle mehr zur Verfügung habe, könne das Amt auch mehr leisten. Sie warb um Unterstützung der Bezirksvertretung bei ihrem stetigen Kampf um mehr Personal im Stadtplanungsamt. Es sei eben so, dass konkrete Bebauungspläne Vorrang haben.

Die Bezirksvertreter wollen nun gemeinsam überlegen, wie sie in dieser Sache weiter vorgehen wollen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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