Jan-Niklas Rautenberg, Maximilien Kondzik, Max Waschk und ihre Betreuerin Hannah Steinhage ließen sich am Dienstagabend in der Gesamtschule Scharnhorst die gute Laune während der Evakuierung nicht verderben. © Andreas Schröter
Weltkriegsbombe gefunden

Evakuierung in Scharnhorst: Ohne Maske ging (fast) nichts

Eine Evakuierung nach einem Bombenfund ist in Corona-Zeiten schwieriger - aber die gute Laune muss man sich dadurch nicht verderben lassen, wie vier junge Scharnhorster bewiesen.

Weil die Aula der Gesamtschule Scharnhorst größer ist als eine herkömmliche Turnhalle, hatte die Stadt die Evakuierungsstelle beim Scharnhorster Bombenfund am Dienstagabend dort eingerichtet. Die Corona-Abstände ließen sich besser einhalten.

Am Ende waren es 112 Evakuierte, die sich dort eingefunden hatten. Unter ihnen Jan-Niklas Rautenberg, Maximilian Kondzik und Max Waschk, die in der Diakonie-Wohngruppe Meuselwitzstraße wohnen. Auch ihre Betreuerin Hannah Steinhage war mitgekommen. Die gut gelaunten jungen Leute machten sich vor allem Sorgen um den Akku-Ladestand ihrer Handys. Würde er bis zum Ende der Evakuierung reichen? Wenn nicht, spiele man eben „Stadt, Land, Krebsarten“, wie sie scherzhaft verrieten. Gottseidank seien sie bereits gegen 17 Uhr über die bevorstehende Evakuierung informiert worden, sagte Hannah Steinhage. Da habe man etwas Zeit gehabt, sich darauf vorzubereiten.

Der Busfahrer Amar Al Hammoud Al Abid blieb nicht lange in der Evakuierungsstelle. Er wollte lieber bei einem Kollegen die Abend verbringen
Der Busfahrer Amar Al Hammoud Al Abid blieb nicht lange in der Evakuierungsstelle. Er wollte lieber bei einem Kollegen den Abend verbringen. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Das konnte Amar Al Hammoud Al Abid nicht von sich sagen. Er kam von seiner Schicht als Busfahrer und durfte nicht mehr in seine Wohnung an der Gleiwitzstraße. Der Bereich war bereits abgesperrt. Er blieb nicht lange in der Evakuierungsstelle. Er brauche seinen Schlaf und müsse am nächsten Morgen wieder Bus fahren. Er wollte versuchen, bei einem Kollegen unterzukommen.

Bereits die dritte Bombenevakuierung unter Corona-Bedingungen erlebte Jennifer Langenkämper, die für die Johanniter den Einsatz in der Evakuierungsstelle leitete. Natürlich sei das ein bisschen schwieriger als ohne Corona. So wurde jeder Neuankömmling am Eingang mit Namen und Adresse erfasst. Auch wurden die Besucher gefragt, ob sie krank seien oder Medikamente nehmen müssen. War diese Prozedur überstanden, durften sie sich mit Tee, Kaffee und Keksen verwöhnen lassen.

Felina Turat und Hanna Elischewski von den Johannitern sorgten am Eingang der Gesamtschule für die Registrierung der Besucher
Felina Turat und Hanna Elischewski von den Johannitern sorgten am Eingang der Gesamtschule für die Registrierung der Besucher. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Schwierig erwies sich der Fall einer Frau, die aus gesundheitlichen Gründen – sie habe eine Lungenschädigung – keine Maske tragen wollte. „Um Mitarbeiter und andere Besucher zu schützen, können wir sie nicht in die Aula lassen“, sagte Jennifer Langenkämper. Auch einen Gang zur Toilette wollte sie der Besucherin ohne Maske nicht zugestehen. Das Angebot, in einem gesonderten Raum unterzukommen, schlug die Frau schließlich aus. Sie machte sich auf den Weg zu einer Bekannten.

Scharnhorster in Quarantäne wurden nach Syburg gebracht

Scharnhorster, die unter Corona-Quarantäne stehen – nach Angaben am früheren Abend waren es sechs – wurden nicht in die Gesamtschule gebracht, wie Sebastian Orgel von der Feuerwehr berichtete. Sie wurden in einen anderen Stadtteil gefahren, wo sie separat untergebracht werden konnten. Die Feuerwehr fuhr 21 Krankentransporte abseits von Corona.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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