Anneliese Stangl wohnt schon ihr ganzes Leben in Brackel - die Ortsgeschichte ist ihr großes Hobby. © Sylva Witzig
Stadtteilgeschichte

Es war einmal in Brackel: Hobby-Historikerin erinnert sich ans Bauerndorf

Anneliese Stangl beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte ihrer Heimat Brackel. In unserer Serie „Es war einmal in Brackel“ erzählt sie erstaunliche Geschichten zu bekannten Orten.

Sie erzählt von längst vergangenen Zeiten, als sei sie dabei gewesen: Anneliese Stangl (79) wurde schon als junge Frau vom Geschichts-Fieber gepackt. Das hat sie bis heute nicht losgelassen. In ihrem Büro stapeln sich Zeitungsausschnitte, Fotos und Rechercheergebnisse zu den verschiedensten Themen rund um ihre Heimat Brackel. In ihrem Elternhaus wohnt sie heute noch. Die Umgebung rund herum hat sich in den letzten hundert Jahren stark verändert.

Brackel, erzählt sie, sei früher ein eher bäuerliches Örtchen gewesen. Damals gab es auch noch Postkutschen – nahe der Kirche wurden die Pferde gefüttert, getränkt und für weitere Reisen ausgetauscht. Orte, die man heute kennt, wie die vielen Läden am Brackeler Hellweg, gab es zu dieser Zeit noch lange nicht. Der Hauptfriedhof und die Galopprennbahn waren gerade erst in der Planung. Der alte Flughafen entstand, auf dem zahlreiche Flugmaschinen landeten.

Brackeler Geschichtskreis hat eine lange Geschichte

Über alles, was in den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten geschah, redete bis vor Kurzem der Brackeler Geschichtskreis. Schon Anneliese Stangls Eltern waren in diesem Kreis tätig. Die Mitglieder gruben sich in Stadtteilthemen ein und referierten darüber. Etwa über die Bauernschaft, den Bergbau, die Entstehung der Feuerwehr oder des Flughafens.

Auf einer Karte ist das Kataster des frühen Brackels vermerkt.
Auf einer Karte ist das Kataster des frühen Brackels vermerkt. © Sylva Witzig © Sylva Witzig

Immer im Januar wurde die Themenliste festgelegt, dann referierte jeden Monat ein anderes Mitglied über „sein“ Thema. Anneliese Stangl brauchte für ihre Recherchen bisweilen ein halbes Jahr. Sie wühlte in Archiven, sprach mit Experten und saugte jede Info auf, die sie bekommen konnte. Alles, was sie wusste, heftete sie fein säuberlich ab.

Geschichten aus der Zeit unserer Ahnen

Ihr Arbeitszimmer ähnelt einem kleinen Museum. Auch in ihrem Keller findet man ein Stück Geschichte: Ein Modell von Brackel aus dem 17. Jahrhundert. Abgesehen von der Kirche in der Mitte erinnert nicht viel an den heutigen Dortmunder Stadtteil.

In ihrem Keller bewahrt Anneliese Stangl ein Modell vom frühen Brackel auf.
In ihrem Keller bewahrt Anneliese Stangl ein Modell vom frühen Brackel auf. © Sylva Witzig © Sylva Witzig

Es ist viel passiert seit der Gründung des Dorfes, es gab viel zu erforschen für die Hobby-Historiker – erst nach vielen Jahrzehnten ging der Gruppe das Themenmaterial und der Nachwuchs aus, der Kreis befindet sich aktuell in der Auflösung. Ihr Wissen rund um den Stadtteil möchte Anneliese Stangl trotzdem weitergeben. In unserer neuen Serie „Es war einmal in Brackel“ erzählt sie nun in regelmäßigen Abständen von der Zeit unserer Großeltern und Urahnen.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig

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