Zafer Ciplak könnte sich vorstellen, mit seinem Lebensmittelgeschäft ins Real-Gebäude umzuziehen - unter gewissen Voraussetzungen. © Andreas Schröter
Einzelhandel

Es gibt einen ersten Interessenten für den Real-Markt in Eving

Ende September schließt der Real-Markt - wenn bis dahin kein Nachfolger gefunden wird, droht ein riesiger Leerstand in Evings Mitte. Nun gibt es einen ersten Interessenten für das Ladenlokal.

Zafer Ciplak (37), Inhaber des Zafer Markets an der Bergstraße 3-5, könnte sich vorstellen, das Ladenlokal des Reals an der Evinger Straße zu übernehmen – oder zumindest einen Teil davon. Wie berichtet, hat Real angekündigt, seine Filiale in der Neuen Evinger Mitte Ende September 2021 zu schließen.

Sein jetziges Ladenlokal platze aus allen Nähten, sagt Ciplak. Das gelte nicht nur für die Verkaufsfläche von 475 Quadratmetern, sondern auch für den Parkplatz und die übrigen Außenbereiche. Er habe zum Beispiel nur deswegen noch keinen größeren Lieferwagen angeschafft, weil der schlicht nicht aufs Gelände passe.

Der Zafer-Market an der Bergstraße 3-5 platzt aus allen Nähten
Der Zafer-Market an der Bergstraße 3-5 platzt aus allen Nähten. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Doch es gebe noch eine ganze Reihe von Fragen zu beantworten, bevor er sich ernsthaft mit dem Gedanken an einen Umzug beschäftigen könne. Nach allem, was er gehört habe, liege die Miete für die 4.500 Quadratmeter große Real-Fläche bei 150.000 Euro monatlich, und die könne er keinesfalls aufbringen.

Auch seien 4.500 Quadratmeter eigentlich zu groß für ihn. Man müsse klären, ob es auch möglich sei, nur einen Teil der Fläche zu mieten. Gerüchten zufolge befinde sich das gesamte Real-Gebäude in einem reichlich maroden Zustand. Auch hier müsse man klären, inwieweit der Besitzer bereit sei, zuvor zu renovieren.

Er habe bereits versucht, mit dem neuen Besitzer, dem deutsch-russischen Konsortium „SCP-Group“, Kontakt aufzunehmen. Das gestalte sich jedoch als enorm schwierig. Was er keinesfalls wolle, sei, als Vermieter für die kleinen Läden im Erdgeschoss aufzutreten. Das entspreche nicht seinem Wesen. Ohnehin hätte er Respekt vor einer solch radikalen Veränderung.

Das Schöne am Zafer-Market sei, dass alles immer noch familiär ablaufe und er in direktem Kontakt zu den Kunden stehe, die aus dem gesamten Umland kommen. Das könne bei einer Vergrößerung verloren gehen. Auch habe er eigentlich keine Lust, künftig nur noch im Büro zu sitzen. Deswegen müsse ein solcher Schritt gut überlegt sein.

Den Real an der Evinger Straße wird es nur noch bis Ende September geben. Dann muss ein Nachfolger gefunden sein. Andersfalls droht ein großer Leerstand mitten in Eving
Den Real an der Evinger Straße wird es nur noch bis Ende September geben. Dann muss ein Nachfolger gefunden sein. Andersfalls droht ein großer Leerstand mitten in Eving. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Aber: Sollte es doch dazu kommen, sei er bereit, die Belegschaft – oder zumindest einen Teil davon – des jetzigen Reals zu übernehmen. Zafer Ciplak hofft nun auf Unterstützung durch die Evinger Politik.

Den Zafer-Market, der sich auf der eigenen Website als „ethnischen Supermarkt“ bezeichnet, gibt es seit 1983 in Eving. Gründer waren Nihat und Sevim Ciplak, die mit einem 20 Quadratmeter großen Kiosk begannen. Der heutige Inhaber hat das Geschäft vor sechs Jahren übernommen.

Zum Sortiment gehören Fisch, Fleisch, Wurst, oder Obst und Gemüse, Tiefkühlprodukte und Süßigkeiten, Getränke, Haushaltswaren und Drogerieartikel, wobei der Markt sich auf türkische, orientalische und internationale Lebensmittel spezialisiert hat. Eine weitere Filiale gibt‘s am Nordmarkt.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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