Thorsten Wada steht in der Reithalle des Reit- und Fahrvereins Wickede-Asseln-Sölde, dessen Dach dringend saniert werden muss. © Andreas Schröter
Geldsegen

Ein „Riesending“: Dortmunder Verein erhält mehr als 300.000 Euro

1.500 Vereine in ganz NRW profitieren von einem Förderprogramm des Landes. Auch in Dortmund gibt es Grund zur Freude – bei einem Verein profitieren sogar die Nachbarn.

Ein Riesending sei das für den Verein, sagt Thorsten Wada vom Reit- und Fahrverein Wickede-Asseln-Sölde. Er meint eine finanzielle Zuwendung in Höhe von genau 303.508 Euro, die das Land NRW dem Verein mit Sitz an der Eschenwaldstraße in Asseln zugebilligt hat.

Das Geld stammt aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“, von dem über 1.500 Sportvereine aus ganz Nordrhein-Westfalen profitieren. 300 Millionen Euro stark ist dieser Topf.

Die NRW-Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, sagt dazu: „Ich freue mich, dass wir mit den nun erteilten Förderentscheidungen unseren Vereinen tatkräftig unter die Arme greifen können. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen spürbaren Beitrag zur Modernisierung unserer Sportstätten in Nordrhein-Westfalen zu leisten. Dies ist uns mit diesem Förderprogramm gelungen. Nun können wir den Sanierungsstau deutlich reduzieren.“

Dach der Reitanlage muss saniert werden

Von dem Geld will der Reit- und Fahrverein in erster Linie das Dach der Reitanlage sanieren, wie die Vorsitzende Heike Sostak darlegt. Es stamme aus den 60er-Jahren und sei entsprechend marode.

Auch jetzt beim Wintereinbruch habe sich wieder gezeigt, wie dringend diese Renovierung sei. Auf dem Boden der Halle sind jede Menge feuchte Stellen zu erkennen. Wasser dringt von außen ein. Die Arbeiten, die vermutlich eineinhalb bis zwei Monate dauern werden, sollen im Sommer erfolgen, wenn die Pferde auch draußen bewegt werden können.

Der Reit- und Fahrverein Wickede-Asseln-Sölde hat seinen Sitz an der Eschenwaldstraße in Wickede
Der Reit- und Fahrverein Wickede-Asseln-Sölde hat seinen Sitz an der Eschenwaldstraße in Wickede. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Heike Sostak und Thorsten Wada hoffen, dass vielleicht schon während der Bauarbeiten – oder zumindest in deren Endphase – die Halle wieder genutzt werden kann.

Ganz einfach werde die Sanierung aber sicher nicht. In der Wellpappe sei Asbest verbaut. Deswegen müsse das Abtragen des alten Daches vorsichtig erfolgen. Allein 200.000 Euro veranschlagt der Verein für die Dachsanierung.

Springplatzumrandung, Bewässerungsanlage und neuer Brunnen

Der Rest des Gelds wird für eine neue Springplatzumrandung, für einige neue Parkplätze und für eine neue Bewässerungsanlage ausgegeben. Dabei wird das Regenwasser in Tanks gesammelt, die in die Wiesen eingelassen werden.

Auch ein neuer Brunnen soll angelegt werden – der alte ist versiegt. Momentan wässert der Verein seine Plätze mit Stadtwasser, was natürlich ein Kostenfaktor ist, der künftig entfällt. Zu allen Arbeiten steuert der Verein einen Eigenanteil von 20 Prozent bei: rund 75.000 Euro.

Benachbarter Hof Fischer baut „Aktivstall-Anlage“

Und weil der Verein eng mit dem benachbarten Hof Fischer zusammenarbeitet, was die Unterbringung der Pferde angeht, profitiert er künftig auch von dessen Planungen. Die Familie baut eine „Aktivstall-Anlage“ für 2 x 20 Pferde.

Dabei werden die Tiere nicht in Boxen gehalten, sondern laufen in Gruppen herum, haben also wesentlich mehr Sozialkontakte untereinander als bei herkömmlicher Haltung. Renate Fischer von diesem Hof hofft, dass diese Anlage im Herbst fertig ist. Zu den Kosten will sie nichts sagen, nur so viel: „Sie sind heftig.“

Auch von einem Bauprojekt des benachbarten Hofes Fischer profitiert der Reit- und Fahrverein Wickede-Asseln-Sölde. Die Familie Fischer baut einen
Auch von einem Bauprojekt des benachbarten Hofes Fischer profitiert der Reit- und Fahrverein Wickede-Asseln-Sölde. Die Familie Fischer baut einen “Aktivstall” für 2 x 20 Pferde. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Der Reit- und Fahrverein Wickede-Asseln-Sölde besteht derzeit aus 308 Mitgliedern und rund 90 Pferden. Weil wegen der Corona-Pandemie kein Reitunterricht stattfinden dürfe, habe der Verein momentan keine Einnahmen, müsse aber weiterhin den Unterhalt der Tiere zahlen (Futter, Tierarztrechnungen, Hufschmied).

„Besonders die freiberuflichen Reitlehrer tun mir leid“, sagt Heike Sostak, „die haben gar nichts mehr.“ Sie wisse von einigen anderen Reitställen, die bereits ihre Schulpferde verkaufen müssen.

So ganz nachvollziehbar sind die aktuellen Corona-Regeln in Bezug auf Reitställe für Heike Sostak und Thorsten Wada nicht. Schließlich stehe der Reitlehrer ja meist inmitten einer riesigen Halle in großem Abstand zu seinen Reitschülern.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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