Dirk May und Anneliese Stangl schauen hier zwar freundlich, sie stehen aber nun vor der unangenehmen Aufgabe, ihren Verein auflösen zu müssen. © Andreas Schröter
Vereinssterben

Ein Brackeler Verein mit Sinn für die Tradition steht vor dem Aus

Viele Vereine leiden an Überalterung. Der lange Corona-Lockdown ist ein weiterer Grund, der vielen zu schaffen macht. Das gilt auch für einen Brackeler Verein.

Zwar sei die Auflösung des Vereins juristisch noch nicht über die Bühne gebracht worden, aber das werde bald nachgeholt. Das erklärten der kommissarische stellvertretende Vorsitzende Dirk May und Kassiererin Anneliese Stangl.

Der Geschichtskreis Brackel steht vor dem Aus. Problem sei, wie in vielen anderen Vereinen der fehlende Nachwuchs. Das Durchschnittsalter der auf dem Papier noch 27 Mitglieder betrage 81,4 Jahre. Viele dieser Senioren haben Angst, abends noch vor die Tür zu gehen, so Anneliese Stangl. Der Geschichtskreis hat sich jeden dritten Donnerstag im Monat abends in der Kommende am Brackeler Hellweg getroffen.

Verein hing stark von Persönlichkeiten wie Lothar Hahn ab

Es war ein Verein, der stark von Persönlichkeiten wie Lothar Hahn lebte, der im Januar 2021 gestorben ist. Hahn hielt geschichtliche Vorträge, organisierte Gastredner oder den regelmäßigen Schnadegang.

Der Brackeler Geschichts und Heimatverein trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden Lothar Hahn
Der Brackeler Geschichts- und Heimatverein trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden Lothar Hahn. Hier zeigt er Wanderschuhe, um auf sein Hobby Wandern aufmerksam zu machen. © Oliver Schaper (A) © Oliver Schaper (A)

Zu Hahns Tod schrieb der Verein: „Er hinterlässt in unserer Gemeinschaft eine große Lücke, die nicht mehr zu schließen ist.“ Etwas, das sich nun zu bewahrheiten scheint.

Formlose Treffen in der Zukunft?

Dirk May regt allerdings für die Zukunft ein regelmäßiges Treffen von Interessierten zum Beispiel im Haus Beckhoff an – ganz ohne Vorstand, Jahreshauptversammlung und Mitgliedsbeiträge – einfach nur, um Dönekes von früher zu erzählen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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