Rund um die Depotcontainer an der Lindenhorster Straße wurden Unmengen von Müll abgeladen. © Stephan Limb
Hinweise gesucht

EDG reicht es: Anwohner sollen Müllsünder melden

Gerade gereinigt - schon wieder total versaut: Wenige Stunden nach der Reinigung durch EDG-Mitarbeiter haben Umweltferkel den Depotcontainer an der Lindenhorster Straße wieder zugemüllt.

Es ist auch im Dortmunder Nordosten ein latent aktuelles Problem: Immer wieder werden die Depotcontainerstandorte der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) mit großen Mengen an Unrat vermüllt.

Anstatt Glas- oder Papier in die Container zu füllen, fühlen sich manche Dortmunder wohl dazu berufen, jegliche Art von Haus- und Sperrmüll rund um die Standorte großflächig zu verteilen.

Jüngst passiert ist das nun an der Lindenhorster Straße, wo Unbekannte eine große Wagenladung an vollen Müllbeuteln, Sperrmüll und Abfällen abgelegt haben. Jetzt ruft die EDG dazu auf, die Täter endlich dingfest zu machen.

Täter kommen bei Tag

Es sei nur kurze Zeit nach der täglichen Reinigung des Standortes Lindenhorster Straße gewesen, da hätten laut EDG-Pressesprecher Matthias Kienitz schon wieder Unmengen von Müll dort gelegen.

„In den 80ern hat man das Phänomen der sogenannten Nacht-und-Nebel-Kipper gekannt, aber das, was wir aktuell erleben, ist etwas anderes. Die Leute, die unsere Containerstandorte versauen, kommen nicht unbedingt in der Nacht. Sie verrichten ihr Werk hellichten Tag – das kann nicht unbemerkt passieren“, sagt Matthias Kienitz.

Um die Verantwortlichen für diese Art von Sauerei zu stellen, hat die Stadt Dortmund schon länger sogenannte Mülldetektive im Einsatz. Aber bei 550 Depotstandorten, die die EDG in Dortmund unterhalten, könnten diese laut Kienitz nun nicht überall sein.

Auf dem Bürgersteig gab es kaum mehr Durchkommen, aufgrund der Menge an Müll dort. © Stephan Limb © Stephan Limb

Deswegen appellieren Kienitz und die EDG jetzt an die Zivilcourage der Anwohner: „Wer mitbekommt, dass so etwas vor sich geht, der sollte uns unterstützen, in dem er sich die Kfz-Kennzeichen von Autos notiert, die dort ausgeladen werden.“

Falscher Eindruck entsteht

Die EDG würde entsprechende Hinweise dann direkt an das Umweltamt der Stadt weiterleiten, um die Verursacher zu ermitteln.

Laut Matthias Kienitz verursachten die Müllferkel nicht nur eine Minderung der Lebensqualität im Wohnumfeld der Container, sondern verantworteten auch einen Imageschaden der EDG.

„Unsere Mitarbeiter reinigen täglich die Standorte. Wenn sie trotzdem wieder sofort zugemüllt werden, dann fällt das abermals auf uns zurück. Es entsteht dadurch der Eindruck, wir würden als Entsorger nicht genug tun, um die Vermüllung der Stadt zu verhindern“, so Kienitz.

Fataler Irrglaube

Auf der anderen Seite herrsche mutmaßlich auch bei den Müllsündern selbst der Irrglaube, dass der Entsorger jegliche Art von Verunreinigung seiner Standorte zu erdulden hätte.

„Wir sind sozusagen in der eigenen Verantwortung gefangen, unsere Standorte sauber zu halten – aber doch nicht verantwortlich, Haushaltsentrümplungen dieser Art zu entsorgen“, sagt Matthias Kienitz.

Was jetzt in Lindenhorst passiert sei, wäre symptomatisch für die Beobachtungen der EDG in den vergangenen Jahren: Vermehrt sei ein Verlust von Verantwortung für den öffentlichen Raum bei einigen festzustellen.

„In den eigenen vier Wänden würde doch auch niemand wild seinen Müll verteilen oder auf den Boden spucken. Warum man so etwas dann vor der Haustür macht, ist nicht nachvollziehbar“, meint der EDG-Sprecher.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Fabian Paffendorf, Jahrgang 1978, kam 2003 zum Journalismus. Ursprünglich als Berichterstatter im Bereich Film und Fernsehen unterwegs, drehte er kleinere Dokumentationen und Making-Of-Berichte für DVD-Firmen. In diesem Zusammenhang erschienen seine Kritiken, Interviews und Berichte in verschiedenen Fachmagazinen und bei Online-Filmseiten. Seit 2004 ist der gebürtige Sauerländer im Lokaljournalismus unterwegs. Für die Ruhr Nachrichten schreibt er seit Herbst 2013.
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