Dieser Fußweg - hier von der Langerohstraße aus gesehen - ist eine beliebte Verbindung zwischen Kurl und Asseln. Mehrmals im Jahr wird er zum Gefahrenherd, meint die SPD. © Andreas Schröter
Zwischen Kurl und Asseln

Dreck, Gefahr, Zerstörung: Politiker wollen Gülletransporte verbieten

Bezirksvertreter aus Scharnhorst wollen einen beliebten, autofreien Weg für Gülletransporte sperren lassen. Auch Brackel hat sich in der vergangenen Sitzung mit dem Thema befasst.

Der Verbindungsweg zwischen Kurl und Asseln, der von der Langerohstraße abgeht, beschäftigte im Dezember die Bezirksvertretung Scharnhorst.

So begründet die SPD ihren Antrag

Die SPD-Fraktion ist der Ansicht, dass der schmale, asphaltierte und autofreie Weg, der von Radfahrern und Fußgängern gerne genutzt wird, für schwere Gülletransporte gesperrt werden sollte.

Die Scharnhorster Bezirksvertreter argumentieren mit zu viel Dreck, Gefahren für Passanten und Radler sowie der Zerstörung des Asphalts. Sie fordern deshalb die Stadtverwaltung auf, nach alternativen Wegen für die Transporte zu suchen und den Weg für Schwertransporte zu sperren.

Da der Weg bis nach Asseln reicht, befassten sich auch die Bezirksvertreter in Brackel in ihrer Sitzung am vergangenen Donnerstag (4.2.) mit dem Weg.

Lösungsvorschläge der Grünen

Heide Kröger-Brenner (Grüne) kann der Antragsbegründung der Scharnhorster SPD nur teilweise zustimmen. Auch sie stören die Gülletransporte, aber nicht wie die SPD, weil die Schwertransporter auf dem schmalen Weg eine Gefahr für andere Nutzer darstellen. „Ich fahre den Weg auch häufiger mit dem Rad, und es stimmt, er ist sehr stark verdreckt“, erklärte sie in der Bezirksvertretungssitzung am Donnerstag.

Den Weg für Gülletransporte zu sperren, hält sie aber nicht für zielführend. Sie schlug deshalb vor: „Man sollte prüfen lassen, ob man den Weg regelmäßig reinigen lassen kann.“

Gegen die „Keule des Verbots“

Auch Dirk Thomas (AfD) sprach sich gegen die „Keule des Verbots“ aus, die die Bezirksvertreter aus Scharnhorst seiner Meinung nach mit dem Antrag schwingen. Dass der Asphalt durch die Transporter zerstört werde, könne er außerdem nicht bestätigen.

CDU-Fraktionssprecher Martin Unland erklärte: „Ich habe da noch nie einen Gülletransport auf dem Weg gesehen. Wir sehen da keine Handlungsnotwendigkeit.“

Dirk Sanke (SPD) befand, dass das Thema viel grundsätzlicher behandelt werden müsse. „Die Gülle stammt aus holländischen Mastbetrieben, wird hier auf die Felder gebracht und wir müssen dann für die Grundwasserreinigung zahlen“, schimpfte er. Darüber hinaus plädierte er dafür, die Verursacher des Drecks in die Pflicht zu nehmen.

Weg wird Thema im Rat sein

„Bei solch einem Prüfantrag werden ja auch die Bauern befragt, ob es Alternativen gibt“, erklärte Bezirksbürgermeister Hartmut Monecke. Die Bezirksvertreter nahmen den Antrag einstimmig zur Kenntnis. Der Rat wird sich am kommenden Donnerstag (11.2.) mit dem Thema befassen.

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Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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