Der E-Sport soll demnächst in Husen-Kurl etabliert werden. Unser Bild zeigt E-Sport-Profi Danny Liepolt vom Team Fokus Clan, der einige Spielzüge bei dem Fußball-Computerspiel "Fifa" erklärt. © picture alliance/dpa
Projekt vom Land NRW

Dortmunds Nordosten wird ein Zentrum für E-Sport

Wer nicht Fußball oder Handball spielen will oder kann, hat vielleicht Lust auf E-Sport. Husen-Kurl wird demnächst zu einem Zentrum für diese boomende Freizeitbeschäftigung.

Husen-Kurl wir zu einem von zwölf E-Sport-Standorten in Nordrhein-Westfalen. Der SC Husen-Kurl und TV Eintracht Husen-Kurl haben sich gemeinsam beim Landessportbund NRW um Teilnahme an einem dreijährigen Projekt namens „E-Sport als Angebot der außersportlichen Jugendarbeit im Sportverein“ beworben. Den zwölf Standorten wird eine technische Ausstattung gestellt, und es werden Schulungsangebote entwickelt.

„Das Thema ist noch ganz frisch“, sagt SC-Geschäftsführer Timo Lammert, und wegen Corona verschiebe sich nun auch die dreijährige Projektphase etwas nach hinten, die eigentlich bereits im Januar beginnen sollte. Demnächst gebe es aber eine Video-Konferenz mit allen Beteiligten, bei der nähere Einzelheiten besprochen werden sollen.

Mit einem E-Sport Angebot hatte der SC Husen-Kurl während des ersten Lockdowns im vorigen Frühling großen Erfolg. Viel mehr Teilnehmer als ursprünglich erwartet hatten dieses Angebot angenommen, das dazu diente, den Zusammenhalt im Verein auch in Zeiten zu bewahren, in denen wegen des Virus keine Trainings- und Spielbetrieb möglich war.

E-Sport als Ergänzung zum herkömmlichen Sportbetrieb

In Zukunft soll der E-Sport bei den beiden Husen-Kurler Vereinen eine Ergänzung zum herkömmlichen Sportbetrieb sein – zum Beispiel für Spieler, die verletzt sind oder solche, die aus anderen Gründen nicht am normalen Sport teilnehmen wollen oder können.

„Ich stelle es mir so vor“, sagt Timo Lammert, „dass wir im Vereinsheim vier professionelle Konsolen aufgebaut haben, an denen man dann besser spielen kann als zu Hause“. Keinesfalls soll es so sein, dass man dieses Angebot ausschließlich von zu Hause aus wahrnehmen soll.

Er sehe das als eine Erweiterung des Angebots für seinen Verein – wobei, so Lammert weiter: „Wir sind nun mal ein Fußballverein und könnten ja jetzt nicht einfach eine Tischtennis-Abteilung eröffnen. Also sollten Erweiterungen auch etwas mit Fußball zu tun haben“ – was bei entsprechenden E-Sport-Angeboten der Fall wäre.

Natürlich soll diese neue Vereins-Abteilung nach Möglichkeit länger als nur die drei Jahre bestehen bleiben, die das Projekt des Landessportbundes dauert, aber falls der Verein feststelle, dass es vielleicht doch nicht das Richtige für Husen und Kurl ist, dann werde es eben wieder reingestellt. So gesehen sind diese drei Jahre nun auch so etwas wie eine Testphase.

Timo Lammert ist Geschäftsführer des SC Husen-Kurl. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

„Aber“, so Lammert weiter, „in Husen und Kurl gibt es für Kinder und Jugendliche ja nicht besonders viele Angebote. Und da ist es doch besser, wenn sie zu uns zum E-Sport kommen – wenn sie schon nicht richtig Fußball oder Handball spielen wollen -, als dass sie irgendwo auf der Straße herumhängen.“

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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