Prokuristin Jolanthe Nowakowski (l.) und Bestattungsfachkraft Fabienne Hense (r.) stellen die neue Trauerhalle vor. © Irina Höfken
Trauerarbeit

Dortmunds neues Trauerhaus: „Trauer muss nicht im Keller stattfinden“

Hell, freundlich, einladend: Die Genossenschaft der Friedhofsgärtner zeigt stolz ihren Neubau am Gottesacker. Corona erschwert allerdings auch hier den Arbeitsalltag enorm.

Das neue Haus am Gottesacker 52 ist die Geschäftsstelle der Genossenschaft der Friedhofsgärtner. Sie liegt direkt gegenüber dem Haupteingang vom Dortmunder Hauptfriedhof.

So sieht das Haus Am Gottesacker aus.
So sieht das Haus Am Gottesacker aus. © Genossenschaft der Friedhofsgärtner © Genossenschaft der Friedhofsgärtner

Der Prachtbau erstreckt sich über mehrere Etagen und zeichnet sich durch seine hellen Ziegel und eine ausgeprägte Glasfront aus.

Dienstleister mit innovativen Ideen

„Wir wollen auffallen, aber dezent – das Licht hereinlassen und transparent arbeiten. Ich denke, das ist uns mit dem Neubau wirklich geglückt“, sagt Nowakowski.

Ihr halbes Leben lang arbeitet die 40-Jährige nun bei der Genossenschaft. Angefangen hat sie ihre Ausbildung mit 19 Jahren in der Personalabteilung, seit August 2020 hat sie den Geschäftsführer-Posten von Martin Struck übernommen.

Seit 1962 war dies die Geschäftsstelle der Friedhofsgärtner Dortmund eG am Gottesacker. © Genossenschaft der Friedhosgärtner © Genossenschaft der Friedhosgärtner

Nowakowski ist sichtlich stolz auf den neuen Bau und ihr Team. „In erster Linie verstehen wir uns als Dienstleister rund um den Friedhof mit innovativen Ideen – wir schlagen für die Dortmunder Bestattungskultur ein neues Kapitel auf“, sagt die Prokuristin.

Die Liebe zum Detail steht bei der Trauerarbeit im Vordergrund

Die neue Trauerhalle in der obersten Etage mit Dachterrasse sei das Prachtstück des Neubaus, so Nowakowski: „Trauer muss nicht im Keller stattfinden, das ist uns wichtig.“ In Coronazeiten finden dort immer noch 18 Personen Platz.

Im Rahmen der Aufklärungsarbeit könnten dort nun auch Vorträge gehalten werden. Kunstblumen wurden verbannt, stattdessen zieren lebende Pflanzen die Trauerhalle, die Abschieds- und Beratungsräume.

Die Trauerhalle mit Blick auf die Dachterrasse © Genossenschaft der Friedhofsgärtner © Genossenschaft der Friedhofsgärtner

Die Liebe zum Detail steht bei der Trauerarbeit im Vordergrund. Dazu gehört auch die hygienische Versorgung der Verstorbenen, die im Haus erfolgt.

Eine Besonderheit am Gottesacker ist das Kurzzeitkolumbarium: Bis zur Beisetzung können Angehörige vor der Urne des Verstorbenen verweilen und Abschied nehmen. Persönliche Gegenstände dürfen die Trauernden ebenfalls mitbringen.

Corona erschwert zunehmend den Arbeitsalltag

Der Tag der offenen Tür fällt wegen der Corona-Pandemie ins Wasser. „Gerne hätten wir den Neubau bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt“, sagt Jolanthe Nowakowski. „Corona macht uns leider einen Strich durch die Rechnung.“ Der Tag soll im Frühjahr 2021 nachgeholt werden.

Auch der Arbeitsalltag werde zunehmend durch Corona erschwert, erzählt Bestattungsfachkraft Fabienne Hense (24).

Das Kurzzeitkolumbarium bietet Angehörigen die Möglichkeit, bis zur Beisetzung Abschied zu nehmen. © Genossenschaft der Friedhofsgärtner © Genossenschaft der Friedhofsgärtner

„Gerade in unserem Beruf ist es wichtig, auf die Mimik einzugehen. Das wird durch die Maske erschwert. Auch auf kleine tröstende Gesten müssen wir verzichten.“ Die 24-Jährige freut sich auf den Tag, an dem sie den Angehörigen wieder ein Lächeln schenken darf.

Vorträge im Haus am Gottesacker

  • 1. November, um 13 Uhr: Juristische Probleme in einer ganz besonders schwierigen Zeit – Rechtsanwalt und Notar Fritz-Martin Przytulla
  • 1. November, um 14 Uhr: Was tun im Trauerfall? Einfühlsame Unterstützung und Bestattungsvorsorge – Friedhofsgärtner Dortmund eG
  • 9. November, um 19.30 Uhr: Mein Haustier stirbt. Was nun? – Katholisches Forum Dortmund, Friedhofsgärtner Dortmund eG
  • 22. November, um 17 Uhr: Ewigkeitssonntag mal anders! Besuch beim Bestatter – Katholisches Forum Dortmund, Friedhofsgärtner Dortmund eG
Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken

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