Die beiden Elfjährigen Moritz (l.) und Franziska kennen sich aus auf dem Spielplatz. Am meisten Spaß haben die beiden auf dem Klettergerüst. © Hendrik Nachtigäller

Dortmunder Spielplatz überzeugt mit Geisterbahn-Stil – und ganz neuen Geräten

Dieser Spielplatz im Dortmunder Osten ist erst vor zwei Jahren aufwendig neu gestaltet worden. Die Zwillinge Franziska und Moritz haben die Anlage für uns unter die Lupe genommen.

Geisterstunde an der Akazienstraße – und das nicht nur, weil sich an diesem Tag immer mal wieder graue Wolken vor die Sonne schieben und den Himmel verdunkeln. Der Spielplatz in der Straße hat vor wenigen Jahren ein neues, gespenstisches Gesicht bekommen. Große, grüne Spinnennetze hängen zwischen hölzernen Pfählen und warten auf kleine Kletterer.

Ganz zur Freude der elfjährigen Zwillinge Franziska und Moritz, die hier mit ihrer Mutter Melanie John häufiger vorbeikommen. Franziska und Moritz kennen „ihren“ Spielplatz wie ihre Westentasche. Unserem Reporter zeigen sie, was ihnen besonders gut gefällt und wo es noch Raum für Verbesserungen gibt.

Akazienstraße in Wambel, geplant für Kleinkinder bis ältere Schulkinder

Vielfalt und Zustand der Spielgeräte:

Der Spielplatz wurde erst im Sommer 2019 modernisiert. Viel übrig geblieben ist von dem alten Anblick nicht – einzig eine Hüpfbahn bestehend aus Holz und einer langen, in der Luft hängenden schwarzen Gummimatte.

Die Hüpfbahn stand schon vor der Neugestaltung auf dem Spielplatz an der Akazienstraße.
Die Hüpfbahn stand schon vor der Neugestaltung auf dem Spielplatz an der Akazienstraße. © Hendrik Nachtigäller © Hendrik Nachtigäller

Alle anderen Spielgeräte sind neu installiert worden, im spielerischen Stile einer Geisterbahn. Das fällt auch auf – Holz und Farbe wirken frisch und sind in einem guten Zustand. Die beeindruckendste Konstruktion ist dabei das gewaltige Klettergerüst, an dem Franziska und Moritz von verschiedenen Seiten geschwind emporklettern.

Dazu lädt die moderne Konstruktion besonders ein: runde braune Pfähle wechseln sich ab mit grau gefärbten, dazwischen sind aus grünem Seil Spinnennetze eingewoben, auch über eine Leiter und Taue führt der Weg nach oben.

Dort angekommen bietet sich den Kindern in mehr als zwei Metern Höhe ein Rundumblick über den Spielplatz. Zudem lockt eine recht steile Rutsche zur schnellen Abfahrt in den großen Sandkasten, in dem das Klettergerüst verankert ist.

Und Abfahrt: Franziska testet die Rutsche auf dem Spielplatz in der Akazienstraße.
Und Abfahrt: Franziska testet die Rutsche auf dem Spielplatz in der Akazienstraße. © Hendrik Nachtigäller © Hendrik Nachtigäller

„Mein Lieblingsspielgerät ist hier das große Klettergerüst“, sagt Moritz. „Und die große Rutsche.“ Auch bei seiner Schwester Franziska steht das Klettergerüst besonderes hoch im Kurs. „Weil man hier auf verschiedenen Etagen klettern, runterrutschen und runterspringen kann“, erklärt die Elfjährige.

Was hat der schaurig-schöne Spielplatz noch zu bieten? Zwei geisterförmige Federwippen, eine große Schaukelkonstruktion, die über ein Seil betätigt wird und mehrere Kinder gleichzeitig nutzen können sowie mehrere ehemalige Geisterbahn-Wagen aus Holz, die zum Pause machen einladen.

Geisterstunde in der Akazienstraße: Der Spielplatz ist detailreich gestaltet und bietet viele Klettermöglichkeiten.
Geisterstunde in der Akazienstraße: Der Spielplatz ist detailreich gestaltet und bietet viele Klettermöglichkeiten. Links sind die Geister-Federwippen zu sehen, rechts die große Schaukelkonstruktion. © Hendrik Nachtigäller © Hendrik Nachtigäller

Hinzu kommt ein Holz-Häuschen, das als Mini-Burganlage kleineren Kindern die Möglichkeit gibt, im und mit Sand zu spielen. Dafür steht auch eine Spielekiste bereit, in der verschiedene Eimer und Förmchen verstaut sind.

„Damit man nicht immer Sandspielzeug mitnehmen muss, weil ein Grundetat vorhanden ist“, erklärt Melanie John, die sich als Spielplatzpatin ehrenamtlich um den Platz in der Akazienstraße kümmert. Sie lässt den Blick schweifen und sammelt einen Plastikeimer ein, der einen seitlichen Riss aufweist – das kaputte Spielzeug wird wegen der Verletzungsgefahr gleich aussortiert.

Das ist schon eine Menge Auswahl – aber fehlt den Kindern noch ein Spielgerät? Moritz ist zufrieden mit den vorhandenen Geräten. „Eine Schaukel“, wünscht sich Franziska. Sonst ist auch sie glücklich mit der Auswahl.

Sauberkeit:

Der gesamte Spielplatzbereich wirkt sehr sauber. Keine achtlos weggeworfenen Tüten liegen herum, auch keine leeren Flaschen oder anderer Müll. Vor ihrer Patenschaft habe es hier oft Scherben gegeben, berichtet Melanie John.

Doch das hat sich geändert. „Die Eltern hier sind gut organisiert“, sagt sie. Dreck bleibe nicht liegen. Tagsüber sei der Spielplatz gut besucht.

Sicherheit:

Der Spielplatz ist umzäunt und liegt in einer 30er-Zone im Dreieck zwischen Rennbahn, Hellweg und Knappschaftskrankenhaus. Allerdings gibt es zwei Eingänge, die beide nicht mit einer Tür verschlossen sind.

„Mit diesem Eingangsbereich bin ich noch nie zufrieden gewesen“, sagt Melanie John. Aber weil der Verkehr hier sehr gemäßigt sei und nur Tempo 30 herrsche, gehe das insgesamt.

Potenzielle Gefahr kann auch vom großen Klettergerüst ausgehen. Die Höhe und Vielfalt der Klettermöglichkeiten, die es so verlockend für die Kinder machen, erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit der Eltern. Zumindest bei kleinen Kindern.

Das Klettergerüst auf dem Spielplatz an der Akazienstraße ist hoch: Herunterfallen kann trotz dämpfenden Sandkastens schmerzhaft enden.
Das Klettergerüst auf dem Spielplatz an der Akazienstraße ist hoch: Herunterfallen kann trotz dämpfenden Sandkastens schmerzhaft enden. © Hendrik Nachtigäller © Hendrik Nachtigäller

„Bei Kindern unter sechs Jahren geht das nur mit direkter Aufsicht“, erklärt Melanie John. „Auf dem Klettergerüst gibt es Distanzen, wo ein Kindergartenkind Hilfe braucht. Und als Elternteil kommt man da oft nicht so schnell hinterher, wenn die einmal oben sind. Auch die Rutsche ist hoch und steil.“

Während die Kleinsten noch keine Masken tragen müssen (auch wenn Moritz und Franziska das trotzdem machen, wenn andere Kinder da sind), gilt für Erwachsene derzeit die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz auf dem Spielplatz. „Der Großteil der Eltern hält sich daran“, berichtet Melanie John, „aber alle sind sich der Situation bewusst. Spätestens, wenn man bittet, eine Maske aufzusetzen, ist das kein Thema“.

Barrierefreiheit und Sitzgelegenheiten:

Das große Klettergerüst steckt in einem noch größeren Sandkasten. Das dämpft mögliche Abstürze, erlaubt aber kein barrierefreies Erreichen des Geräts.

Zudem ist der südliche Eingang zum Spielplatz etwas höher gelegen als der nördliche. Die großen Steine, die an der Kante verlegt worden sind, bieten sich als Sitzgelegenheiten an, sind für einen Rollstuhl aber eine kaum zu überwindende Hürde.

Für Eltern gibt es auf dem Spielplatz an der Akazienstraße nur zwei Sitzbänke. Eine Reihe hoher Steinklötze bietet sich zudem als Sitzgelegenheit an. Kinder können auch in hölzernen Geisterbahn-Wagen eine Verschnaufpause einlegen.
Für Eltern gibt es auf dem Spielplatz an der Akazienstraße nur zwei Sitzbänke. Eine Reihe hoher Steinklötze bietet sich zudem als Sitzgelegenheit an. Kinder können auch in hölzernen Geisterbahn-Wagen eine Verschnaufpause einlegen. © Hendrik Nachtigäller © Hendrik Nachtigäller

Vom südlichen Eingang aus ist der kurze Weg zu zwei Sitzbänken im Geister-Anstrich gepflastert, aber um das große Klettergerüst herum befindet sich nur ein schmaler Streifen Wiese. Weitere Bänke zum Hinsetzen würden den Spielplatz aufwerten, sind sich Franziska und Moritz einig.

Anfahrt/Parkplätze:

In der Nähe von Rennbahn und Knappschaftskrankenhaus gelegen, ist der Spielplatz in der Akazienstraße von Norden und Süden aus über die B236 gut zu erreichen, von Westen und Osten aus über die B1.

Die Anlage befindet sich in einem Wohngebiet, gleich auf der anderen Straßenseite gibt es Parkmöglichkeiten. Tagsüber ist hier eigentlich immer etwas frei, abends kann es schwieriger werden.

Von der U43-Haltestelle Pothecke dauert der Fußweg etwas mehr als fünf Minuten.

Läden und Toiletten:

Öffentliche Toiletten gibt es in der Nähe nicht. Da wegen der Corona-Pandemie die Gastronomie-Betriebe geschlossen sind, bieten auch die sonst dort ansässigen Restaurants am Hellweg keine Alternative. Wer zum Spielplatz in der Akazienstraße fährt, sollte vorher auf Toilette gehen und rechtzeitig den Rückweg antreten.

Ausflugstipps in der Nähe:

Knappe 20 Minuten dauert es zu Fuß bis zur Rennbahn. Doch auch wenn die Renn-Saison in Dortmund am 13. Mai beginnt – Zuschauer sind wegen der Pandemie vorerst nicht erlaubt. Der Rennverein hofft, im Juni oder spätestens im Herbst wieder Gäste auf seiner Anlage begrüßen zu dürfen.

Auch Melanie John hofft, bald wieder Gäste begrüßen zu dürfen: Normalerweise veranstaltet die Spielplatzpatin an der Akazienstraße immer wieder besondere Aktionen. Unter der E-Mail-Adresse brackelspieltdraussen@gmx.de hat sie einen Verteiler eingerichtet, über den sie Informationen über den Spielplatz bekannt gibt und zu kleinen Veranstaltungen wie kostenlosen Spielenachmittagen einlädt.

Fazit:

Der erst 2019 neu gestaltete Spielplatz an der Akazienstraße in Wambel bietet eine abwechslungsreiche Auswahl an Spiel- und Klettergeräten. Die Anlage ist in einem gepflegten, sauberen Zustand und wird von Eltern und Kindern gut angenommen.

Da es aber in der Nähe keine öffentlichen Toiletten gibt und in der Corona-Pandemie die Gastronomie geschlossen ist und somit auch keine Ausweichmöglichkeit bietet, ist die Aufenthaltsdauer aktuell durch den Blaseninhalt begrenzt.

Die Serie

Spielplatz-Check

Wie gut sind Dortmunds Vorzeige-Spielplätze? Und an welchen Stellen muss sich dringend etwas tun? In den kommenden Wochen begutachten wir im Rahmen einer Serie zusammen mit Dortmunder Familien einige der fast 350 Spielplätze der Stadt.

Über den Autor
Gebürtiger Dortmunder mit viel Liebe für den großen und kleinen Sport: Hauptsache, es rollt, tickt oder geht ordentlich vorwärts. Ob im Fernsehen, am Spielfeldrand oder selbst mit Ball und Rad unterwegs. Seit 2014 für Lensing Media im Einsatz, erst in Freier Mitarbeit, nun als Volontär.
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Hendrik Nachtigäller

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