Renate Fischer verschenkt samstags das übrig gebliebene Brot mit Hilfe der Awo an Bedürftige. © Andreas Schröter
Regionale Lebensmittel

Dortmunder Hofladen boomt in der Krise – und hilft Bedürftigen

Lebensmittel von regionalen Herstellern sind beliebt. Das merkt auch Renate Fischer, deren Hofladen in Dortmund brummt. Sie unterstützt am Wochenende Bedürftige mit übrig gebliebenem Brot.

Der Vorsitzende des Awo-Ortsvereins Asseln-Husen-Kurl, Norbert Roggenbach, ist voll des Lobes über Fischers Hofladen an der Eschenwaldstraße in Asseln. Inhaberin Renate Fischer spendet immer samstags das übrig gebliebene Brot an den Ortsverein, der es seinerseits an Bedürftige weitergibt.

Sie backe deswegen zum Wochenende hin immer schon ein bisschen mehr, sagt Renate Fischer. Außerdem sähe es auch für ihre zahlenden Kunden nicht gut aus, wenn samstags um halb zwölf kein Brot mehr da sei. 10 bis 15 Brote seien es schon immer, die sie abgeben könne. Manchmal auch Brötchen oder Kuchen.

Waren von regionalen Direktvermarktern

Renate Fischer (50) betreibt den kleinen Laden seit 27 Jahren. Ihre Kunden schätzen besonders, dass sie Waren verkauft, die von Direktvermarktern aus dem regionalen Umfeld stammen. Die Eier kommen sogar direkt vom Hof Fischer: „Manchmal schauen sich unsere Kunden die Hühner an, von denen sie dann die Eier kaufen.“

So sieht Fischers Hofladen an der Eschenwaldstraße in Asseln aus.
So sieht Fischers Hofladen an der Eschenwaldstraße in Wickede aus. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Säfte, eine große Auswahl an Backwaren, Milch, Wurst, Fleisch gehören unter anderem zum Sortiment des Ladens, der dienstags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 13 Uhr geöffnet hat. Montags ist Ruhetag.

Weil wegen der geringen Größe des Ladens nur drei Kunden gleichzeitig anwesend sein dürfen, hat sie die Öffnungszeiten in der Corona-Pandemie extra erweitert. Es sei vorgekommen, dass die Kunden draußen vor dem Laden Schlange gestanden haben, und das sei doch auch nicht schön, so Renate Fischer.

Warum ihr Laden gerade jetzt so beliebt sei, könne sie auch nicht recht sagen. „Bei uns schmeckt es eben“, sagt sie lachend. Alles werde in echter Handarbeit hergestellt, und es werden nur die Zutaten verwendet, die jeder Haushalt auch in der Küche habe. „Vorgefertigte Produkte werden hier nicht verarbeitet“, sagt Renate Fischer, die in ihrem Laden insgesamt zehn Mitarbeiter beschäftigt.

Die Einsamkeit der Menschen in der Corona-Zeit

Ein anderer Grund sei vielleicht die Einsamkeit der Menschen in der Corona-Zeit. Einmal sei ein Kunde zu ihr gekommen und habe gesagt: „Ach, Frau Fischer, ich bin seit einem Jahr im Homeoffice, können Sie nicht einfach mal ein paar Minuten mit mir sprechen?“

Auch können die Menschen momentan ihr Geld nicht für Urlaube, Restaurantbesuche oder Karten für Kulturveranstaltungen ausgeben. Einige legten es dann vielleicht in etwas teurere Bio-Produkte an und würden sich mal einen Ausflug zum Hofladen gönnen.

Bedürftige können sich bei der Awo melden

Norbert Roggenbach von der Awo sagt: „Wer bedürftig ist und ein Brot oder etwas von Backwaren haben möchte oder etwas für Bedürftige in der Nachbarschaft benötigt, komme bitte immer samstags um 13 Uhr zum Asselner Marie-Juchacz-Haus an der Flegelstraße 42.“

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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