Durch städtische Mittel soll auf dem Gelände der Gesamtschule in Rekordzeit ein dreigeschossiger Neubau entstehen. © Stadt Dortmund
Bauarbeiten

Dortmunder Gesamtschule platzt aus allen Nähten – das ändert sich bald

Die Raumkapazitäten einer Dortmunder Schule sind begrenzt, das soll sich bald ändern. Der Schulleiter gibt Einblick in die einzelnen Bauabschnitte und verrät, warum ihm Corona in die Karten spielt.

Die Europaschule am Gottesacker in Wambel soll größer werden. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen.

Insgesamt vier neue Anbauten sind geplant. Zwei der Bauabschnitten wurden bereits eingestielt, als noch gar nicht klar war, dass die Gesamtschule sukzessive von Vier- auf Sechszügigkeit anwachsen soll. Der fünfte Jahrgang, der 2020 an die Gesamtschule kam, war der erste mit sechs statt vier Klassen.

Auf dem Lageplan sind die neuen Anbauten farblich abgesetzt eingezeichnet. Als Bauteil D wird hier der Klassentrakt für die Sekundarstufe I bezeichnet. Bauteil E bezeichnet das dreigeschossige Gebäude, das aktuell gebaut wird.
Auf dem Lageplan sind die neuen Anbauten farblich abgesetzt eingezeichnet. Als Bauteil D wird hier der Klassentrakt für die Sekundarstufe I bezeichnet. Bauteil E bezeichnet das dreigeschossige Gebäude, das aktuell gebaut wird. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Ein Platzproblem habe es aber auch vorher schon gegeben, sagt der Schulleiter Jörg Girrulat. Deshalb freut es ihn, dass es endlich losgeht, und er und sein Kollegium den Schülern bald „ganz viel anbieten können“.

„Wir haben alle immer darunter gelitten, dass es zu wenig Räume gab“, so Girrulat. Bald seien Musik-AGs, Literatur-Kurse oder technisch orientierte Arbeitsgruppen möglich.

Und es wird Klassen- und Fachräume geben, die technisch auf dem neuesten Stand sind.

Dachterrasse, Selbstlernzentrum, große Aula

An der Europaschule lernen auch Kinder mit besonderem Förderbedarf. Um die in Zukunft individueller unterrichten zu können, wenn der Stoff zu komplex wird, wird es zu jedem Klassenraum einen kleineren angeschlossenen „Differenzierungsraum“ geben.

Der zweigeschossige Gebäudetrakt B wird mit je vier Klassenräumen plus kleinem Extraraum pro Etage ausgestattet sein und geht in Richtung Neubaugebiet.

Die Bauarbeiten für das Gebäude der Schüler der Sekundarstufe I haben im Januar begonnen.
Die Bauarbeiten für das Gebäude der Schüler der Sekundarstufe I haben im Januar begonnen. © Lukas Heine © Lukas Heine

„Dieser Teil wurde geplant, als noch nicht die Rede von der Sechszügigkeit war“, so Girrulat. Auch der Abschnitt A, der das Pädagogische Zentrum – eine Art „Aula“ – und ein Selbstlernzentrum beherbergen soll, wurde vor der Schulvergrößerung geplant. Sogar eine Dachterrasse soll es in diesem zweistöckigen Gebäude geben.

Das Pädagogische Zentrum wird voraussichtlich im Juni 2022 stehen.
Das Pädagogische Zentrum wird voraussichtlich im Juni 2022 stehen. © Stadt Dortmund © Stadt Dortmund

Die Bauarbeiten für das Pädagogische Zentrum und den Gebäudetrakt B sollen ab Februar beginnen und voraussichtlich im Juni 2022 abgeschlossen sein. Finanziert werden die Gebäude durch das Kommunalinvestitionsfördergesetz; die Kosten liegen insgesamt bei circa 8,4 Millionen Euro.

Zwei unterschiedliche Bauweisen, für die unterschiedlich viel Bauzeit veranschlagt wird

Kurios ist, dass Abschnitt A und B schon lange geplant sind, die Erweiterung der Schule um Abschnitt C und D erst danach geplant wurden, und trotzdem zuerst Abschnitt C fertig sein wird. Der Grund liege sicherlich auch in der Modulbauweise, nimmt Jörg Girrulat an.

Da so Neu- und Anbauten schneller und kostengünstiger errichtet werden können, sieht das Raumplankonzept der Stadt diese Bauweise für Schulen mittlerweile vor. Abschnitt A und B werden stattdessen noch „Stein auf Stein“ errichtet.

12,8 Millionen Euro finanziert aus städtischen Mitteln

Auf der Baustelle in Richtung Pferderennbahn passiert dieser Tage viel. Voraussichtlich im August soll Abschnitt C abgeschlossen sein. Das Gebäude ist allein für die Schüler der Sekundarstufe 1, also Klasse fünf bis zehn.

Die Wände werden im Stück geliefert. „Kabel, Anschlüsse, Leitungen – das ist alles schon darin verbaut.“ Es wird Fach- und Klassenräume geben, einen Aufzug, damit das Gebäude barrierefrei ist, eine Lerninsel, einen Streitschlichterraum und ein Selbstlernzentrum. Die circa 12,8 Millionen Euro werden durch städtische Mittel finanziert.

In der Planung ist außerdem ein vierter Anbau, der nur für die Schüler der Oberstufe gebaut werden soll. Wann damit begonnen wird, steht jedoch noch nicht fest.

„Wenn jetzt wieder alle 900 Schüler da wären, hätten wir ein Problem“

Corona und der Distanzunterricht kommen den Plänen zupass. Die Bauarbeiten stören nicht den Unterricht und das Kollegium muss sich bisher keine Gedanken machen, wie sie die Schüler auf dem jetzt kleineren Schulhof auf Abstand halten könnte.

„Wenn jetzt wieder alle 900 Schüler da wären, hätten wir ein Problem“, gibt der Schulleiter zu. Noch sehe es aber nicht danach aus, dass in absehbarer Zeit alle Schüler gleichzeitig wieder zur Schule gehen werden.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren und aufgewachsen im Bergischen Land, fürs Studium ins Rheinland gezogen und schließlich das Ruhrgebiet lieben gelernt. Meine ersten journalistischen Schritte ging ich beim Remscheider General-Anzeiger als junge Studentin. Meine Wahlheimat Ruhrgebiet habe ich als freie Mitarbeiterin der WAZ schätzen gelernt. Das Ruhrgebiet erkunde ich am liebsten mit dem Rennrad oder als Reporterin.
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