Dirk Bresinsky, Schulleiter der Katholischen Hauptschule Husen, setzt beim Distanzunterricht auf Apps, die auch mit dem Handy bedienbar sind. © Andreas Schröter (A)
Coronavirus

Distanzunterricht an Dortmunder Hauptschule: Oft fehlt sogar der Drucker

Die Corona-Pandemie stellt Schüler, Eltern und Lehrer vor große Herausforderungen. Die Lehrer der Katholischen Hauptschule Husen haben sich einige Besonderheiten ausgedacht.

An den Schulen läuft in diesen Wochen der Distanzunterricht – und das mal mehr, mal weniger gut. Die Hauptschulen mit ihrer Schülerklientel stehen in dieser Hinsicht sicher vor einer besonderen Herausforderung. Wir sprachen darüber mit dem Schulleiter der Katholischen Hauptschule Husen, Dirk Bresinsky.

Hallo Herr Bresinsky, wie organisieren Sie den Distanzunterricht?

Wir unterrichten jeden Tag die drei Hauptfächer Deutsch, Mathe und Englisch sowie ein Nebenfach. Danach haben die Schüler Zeit, Aufgaben zu bearbeiten oder in Kleingruppen zusammenzuarbeiten. Beginn ist um 8.10 Uhr, um 13.30 Uhr ist Schluss. Dieser Tagesablauf ist wichtig, weil er den Schülern eine feste Struktur gibt.

Man hört immer wieder, dass gar nicht alle Schüler über die nötigen Endgeräte verfügen.

Stimmt! Zum Beispiel haben nur 15 Prozent der Haushalte unserer Schüler einen Drucker. Deswegen halten wir den Videounterricht mit der App Jitsi ab. Die kann man auch gut mit dem Handy benutzen. Und das ist auch der Grund für den reduzierten Unterricht. Man kann niemandem zumuten, mehr als drei oder vier Stunden am Tag per Handy einer Konferenz zu folgen. Es macht keinen Sinn, unseren ganz normalen Stundenplan jetzt eins zu eins ins Digitale zu verlegen. Auch plaudern wir zwischendurch einfach mal ein bisschen, um auch die soziale Komponente abzudecken, die Schule hat. Weitere Programme, mit denen wir gute Erfahrungen machen, sind der Logineo-Messenger, weil er so ähnlich funktioniert wie WhatsApp, aber datenschutz-konform ist – das kennen die Schüler – und eine digitale Pinwand namens Padlet. Ich habe eine Umfrage unter unseren Lehrern gemacht, die ergeben hat, dass wir nur fünf Prozent der Schüler nicht erreichen.

Was machen Sie mit diesen fünf Prozent?

Diesen Fällen gehen unsere Schulsozialarbeiter nach. Sie rufen die betreffenden Familien an und fragen, wo die Probleme liegen, und erarbeiten individuelle Lösungen. Wir lassen kein Kind allein zurück.

Erhalten Sie Rückmeldungen von den Eltern?

Ja, da habe ich ebenfalls eine Umfrage gemacht. 75 Prozent der Eltern finden unser Konzept gut, und 80 Prozent meinen, dass der Arbeitsaufwand gerade richtig ist.

Für viele Eltern von Viertklässlern steht jetzt die Wahl der weiterführenden Schule an. Wie präsentieren Sie ihnen die Katholische Hauptschule Husen?

Per Einzel-Videoführung. Ich bitte hiermit alle Eltern, die sich für uns interessieren, in unserem Sekretariat unter Tel. 0231-5012160 einen Termin auszumachen. Dann zeige ich ihnen die Schule digital. Oft sind es sehr unterschiedliche Fragestellungen, die unsere Eltern haben. Da machen Einzelgespräche ohnehin mehr Sinn als Gruppen-Führungen oder -Gespräche.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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