An der schmalen Straße Webershohl befinden sich auf Wickeder Seite zahlreiche Gartenparzellen. Einige Autofahrer befahren die Straße verbotswidrig auch von Asseln aus, um schneller zu ihnen zu gelangen. © Andreas Schröter
Straße Webershohl

BV-Antrag: Schrittgeschwindigkeit auf Stück des Radschnellwegs in Dortmund

An der schmalen Straße Webershohl hat sich ein Streit in der Brackeler Bezirksvertretung entzündet. Autos sollen von der Straße fern gehalten werden - ein Vorschlag träfe aber auch Radfahrer.

Die Debatte um die schmale Straße Webershohl, die an der Bahnlinie entlang von Asseln nach Wickede führt, hat in der ersten Sitzung der neu gewählten Bezirksvertretung Brackel ihre Fortsetzung gefunden.

Wie berichtet wollte die SPD-Fraktion die Straße in Asseln zuverlässig für den Autoverkehr abbinden. Zwar gibt es dort auch jetzt schon einen Absperrpfosten, der werde jedoch oft entfernt und manchmal sogar einfach aufs benachbarte Feld geworfen. Offenbar haben viele, die dort eine Gartenparzelle besitzen und die Straße gern als Abkürzung nutzen, einen entsprechenden Schlüssel.

Verkehrszeichen stößt auf wenig Gegenliebe

Es müsse ein Weg gefunden werden, das Durchfahren zu unterbinden, zum Beispiel über Bodenpoller. Zugleich will die SPD ein Verkehrsschild aufstellen lassen, was den Weg als gemeinsamen Geh- und Radweg ausweist. Auch Radfahrer würden so zu mehr Rücksichtnahme aufgefordert.

Das wollten weder Martin Unland (CDU), noch Heide Kröger-Brenner (Bündnis 90/Die Grünen) hinnehmen. Das Schild schränke Fahrradfahrer stark ein. Er fahre dort oft entlang, sagte Martin Unland. und aus seiner Sicht gebe es dort überhaupt keine Probleme.

An dieser Stelle ist für Autofahrer Schluss. Viele halten sich aber nicht daran: Sie entfernen den Pfosten und fahren weiter. Das will die SPD nun unterbinden
An dieser Stelle ist für Autofahrer Schluss. Viele halten sich aber nicht daran: Sie entfernen den Pfosten und fahren weiter. Das will die SPD nun unterbinden. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Das bestätigte Dr. Thomas Mitra (Bündnis 90/Die Grünen). Heide Kröger-Brenner ergänzte, es sei doch unrealistisch zu glauben, dass Menschen, die zuvor einen Sperrpfosten entfernen und aufs Feld werfen, sich künftig an ein solches Verkehrsschild halten würden. Das Entfernen des Pfostens sei eine Ordnungswidrigkeit oder vielleicht sogar eine Straftat. Dem müssen Ordnungsamt oder Polizei begegnen, nicht aber die Politik.

Man könne doch nicht auf einem Teilstück des künftigen Radschnellwegs Ruhr (RS1) die Fahrradfahrer zu Schrittgeschwindigkeit zwingen. Der gesamte SPD-Antrag sei unausgegoren.

Vereinbart wurde ein Ortstermin

Ob es dort denn Beschwerden gegeben habe, fragte Andreas Esch (Die Linke). Die Anwohner seien mit diesem Anliegen auf die SPD zugekommen, erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Wesnigk. Dirk Sanke (SPD) bekräftigte, es gehe nur darum, das Durchfahren zu unterbinden. Für ihn wirke das alles wie mit Kanonen auf Spatzen schießen, merkte Dirk Thomas (AfD) an.

Am Ende fand der Vorschlag des neuen Bezirksbürgermeisters Hartmut Monecke eine Mehrheit: Die Bezirksvertretung will am Webershohl einen Ortstermin organisieren. Sie wandelte den SPD-Antrag in einen Prüfauftrag um. Die Stadtverwaltung möge prüfen, wie mit dem Thema umzugehen sei.

Letztlich ist das Ausdruck der veränderten Mehrheitsverhältnisse in der Bezirksvertretung Brackel: Weil die SPD nicht mehr über die absolute Mehrheit verfügt, kann sie solche Anträge heute nicht mehr gegen den Willen der anderen Mitglieder durchbringen.

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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