Nein, das sind keine Maulwurfhügel: Auf dem Gelände des Royal Saint Barbara’s Dortmund Golf Club sind Mitarbeiter der Firma Röhll derzeit mit schwerem Gerät damit beschäftigt, Bombenverdachtspunkte zu sondieren. © Andreas Schröter
Hohenbuschei

Bomben-Verdacht auf dem Golfplatz: So läuft die Suche mit dem Bagger

Wenn Bombensucher dort ihre Arbeit aufnehmen, wo womöglich so einiges im Boden vergraben sein könnte, wird‘s spannend – so wie bei einem aktuellen Fall nahe des BVB-Trainingsgeländes.

Beim Royal Saint Barbara’s Dortmund Golf Club passiert derzeit das, was Golfer am allerwenigsten sehen wollen: Ein Bagger, versehen mit einer riesigen Bohrstange pflügt das um, was bei diesem Sport im Mittelpunkt steht: den herrlich gepflegten Rasen, der beim Hohenbuschei-Verein mehr ist als bloße Spielstätte – er ist für die Mitglieder Naherholung pur.

Doch seit Montag (2.11.) ist die Kampfmittelräumfirma Röhll aus Düren damit befasst, an sechs verschiedenen Stellen auf dem großen Areal in unmittelbarer Nähe des BVB-Trainingsgeländes Probebohrungen vorzunehmen.

Luftbildauswertungen der Bezirksregierung Arnsberg haben sechs Verdachtspunkte ergeben, an denen Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnten.

37 Einzelbohrungen sind es pro Verdachtspunkt. Platzwart Rainer Rathgeber geht davon aus, dass die Firma zwei Wochen für diese Arbeiten brauchen wird.

Landschaftlich wunderschön gelegen ist die Anlage des Royal Saint Barbara's Dortmund Golf Club auf Hohenbuschei. Der gelbe Pflock markiert einen Bombenverdachtspunkt
Landschaftlich wunderschön gelegen ist die Anlage des Royal Saint Barbara’s Dortmund Golf Club auf Hohenbuschei. Der gelbe Pflock markiert einen Bombenverdachtspunkt. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Geht der Bohrer, der sechs Meter tief in die Erde reicht, problemlos durchs Erdreich, ist alles gut. Stößt er auf Widerstand, gibt es weitere Untersuchungen, die klären müssen, ob es sich dabei um eine Bombe handelt oder nicht.

Im Boden könnte einiges zum Vorschein kommen

Unter dem Gelände, das früher Kaserne der britischen Rheinarmee und davor ein Flughafen war, dürfte sich so einiges verstecken – Munitions- und Bunkerreste zum Beispiel. Es gebe sogar Gerüchte, so Rathgeber, dass darunter komplette Fahrzeuge wie Jeeps, Laster oder andere Militärfahrzeuge vergraben sein könnten.

Schmerzlich: An diesem Bombenverdachtspunkt musste einiges an altem Gehölz gefällt werden
Schmerzlich: An diesem Bombenverdachtspunkt musste einiges an altem Gehölz gefällt werden. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Rathgeber ist froh, dass bisher keins der Grüns (auf denen sich die Ziellöcher für die Golfer befinden) selbst betroffen ist. „Wäre das der Fall, könnten wir keine 18-Loch-Turniere mehr spielen“, sagt er, „dann wäre die ganze Anlage in Mitleidenschaft gezogen und im Grunde unbrauchbar.“

Dieser Bereich sei so sensibel, dass es bis zu zwei Jahre brauche, ihn wieder herzurichten. Auch hoffe er natürlich, dass keine Bomben gefunden werden, denn wenn doch, müsste der Boden ringsum großflächig ausgekoffert werden – mit den entsprechenden Schäden, die nachträglich beseitigt werden müssen.

Dafür bräuchte allerdings nicht der Club selbst aufkommen, sondern es würde aus entsprechenden Töpfen der Bezirksregierung gezahlt.

Bei einem der Verdachtspunkte musste das Röhll-Team nach zwei Metern abbrechen und es kam zu einer Geruchsbelästigung. Es ist bisher unklar, welche Substanz dort ausgetreten ist. Sensibel ist auch ein Bereich, unter dem Kanäle und eine große Wasser-Zisterne liegen müsste. Auch sie sollte bei den Bohrungen möglichst nicht angebohrt werden.

Immerhin: Ihren Humor haben die Golfer noch nicht verloren: Auf die Frage zweier Mitglieder, was denn hier geschehe, antwortet Rathgeber: „Wir machen die Löcher noch größer, damit ihr auch mal trefft.“

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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