Anika Henke leitet seit dem 1. September die Stadtteilbibliothek in Brackel. Nach der Corona-Krise will sie neue Veranstaltungsreihen ins Leben rufen. © Andreas Schröter
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„Bibliotheken stehen weiterhin hoch im Kurs“

Nachdem die Stelle viele Monate unbesetzt war, hat die Stadtbibliothek Brackel seit 1. September eine neue Chefin. Wir haben mit ihr gesprochen.

Anika Henke (30) ist seit dem 1. September neue Leiterin der Stadtteilbibliothek Brackel an der Oberdorfstraße 23. Wir haben mit ihr gesprochen.

Hallo Frau Henke, stellen Sie sich doch einmal kurz vor. Was haben Sie vorher gemacht?

Ich habe Bibliothekswissenschaft in Köln studiert und danach bei der Stadtbibliothek Recklinghausen gearbeitet. Dort habe ich ebenfalls eine Zweigstelle geleitet.

Aha, dann kennen Sie den Job ja schon. Dann pendeln Sie jetzt immer von Recklinghausen aus?

Nein, ich bin gebürtige Dortmunderin und wohne derzeit in der Nordstadt. Früher musste ich pendeln, jetzt nicht mehr.

Sie sind jetzt seit zwei Monaten in Brackel. Wie ist Ihr erster Eindruck?

Sehr positiv. Meine vier Kollegen haben mir ganz wunderbar geholfen, mich einzufinden.

Sie haben sich ausgerechnet während der Corona-Pandemie eine komische Zeit ausgesucht, in Brackel anzufangen. Nutzt überhaupt noch jemand die Einrichtung?

Ja, auf jeden Fall. Man kann derzeit unsere Medien zwar nur nach Terminvergabe ausleihen. Aber das nehmen die Brackeler gut an. Was wir momentan natürlich nicht anbieten können, sind Veranstaltungen wie das Café Leselust, das jetzt als Online-Angebot von der Tremonia-Akademie aus läuft.

Aber langfristig wollen Sie das wieder in der Bibliothek stattfinden lassen?

Auf jeden Fall. Ich möchte auch weitere Veranstaltungsreihen etablieren. Dabei sind mir die Kinder und die Zusammenarbeit mit den Schulen und Kindergärten sehr wichtig. Da gab es ja bisher nur das „Rote Sofa“, eine Vorlesereihe.

Es gibt Menschen, die behaupten, Bibliotheken seien in der heutigen Zeit, in der das gedruckte Wort an Bedeutung verliert, nicht mehr so wichtig wie früher.

Das sehe ich ganz anders. Die Nachfrage gerade nach Kinderbüchern ist sehr hoch. Das zeigt doch, dass sich auch jüngere Menschen fürs Lesen interessieren. Außerdem haben wir nicht nur Bücher, sondern auch Hörbücher, DVDs, Comics, Mangas und vieles mehr. Mit unseren neuen I-Pads entwickeln wir Formate, die für junge Leute interessant sind. Zum Beispiel könnte man damit Fotostorys erstellen.

Früher gab es eine enge Zusammenarbeit mit dem Balou, das ja im selben Gebäude seinen Sitz hat – zum Beispiel beim Frühlingsmarkt. Welche Pläne haben Sie in dieser Hinsicht?

Klar, ich möchte diese Zusammenarbeit wieder aufnehmen. Es ging jetzt einige Zeit nicht, weil mein Team unterbesetzt war. Im Moment sind solche Planungen natürlich wegen der unsicheren Corona-Lage schwierig. Das müssen wir erst abwarten.

Was sind Sie privat für ein Mensch?

Ich bin ledig, habe einen Partner, aber keine Kinder. Ich schaue gerne Serien und Filme und habe das Wandern und die Natur für mich entdeckt. Ich habe einen Kater.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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