Die Freiwillige Feuerwehr Asseln war im Turm der Lutherkirche - doch nicht, weil es brannte. © Litschke
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Besorgte Blicke zum Kirchturm: Darum war die Feuerwehr an der Asselner Lutherkirche

Viele Asselner blickten am Mittwochabend besorgt Richtung Turmspitze der Lutherkirche. Brannte es da? Nein, es brannte nicht. Die Anwesenheit der Feuerwehr hatte einen anderen Grund.

Bei Lilli Schönleben, der Küsterin in der Asselner Lutherkirche, stand am Mittwochabend (6.10.) das Telefon nicht still. Viele Asselner wollten besorgt wissen, warum denn zwei große Feuerwehrwagen vor der Kirche standen.

Sie konnte die Anrufer beruhigen: Die altehrwürdige Kirche stand keinesfalls in Flammen. Die Freiwillige Feuerwehr Asseln übte in diesem speziellen Gebäude mit all seinen Besonderheiten den Ernstfall.

Lilli Schönleben selbst war – auch nach Kirchenbränden wie zum Beispiel von Notre Dame in Paris – auf den Einfall gekommen, die Wehr einmal einzuladen, um die Kirche unter Brandschutzgesichtspunkten zu begutachten. Die nahm die Einladung gerne an und machte gleich eine Übung daraus.

Dabei ging es um drei Aspekte, wie Feuerwehrmann Robert Litschke erläuterte: Erstens sollte getestet werden, wie die Wasserversorgung bis oben in die Spitze des Turms, wo das erdachte Feuer wütete, funktionierte.

Zweitens sollte die Rettung von Verletzten in dem engen Turmtreppenhaus erprobt werden. Litschke: „Und wir haben als Darsteller dafür nicht unsere leichtesten Kameraden gewählt.“

Vor der Lutherkirche in Asseln war am Mittwochabend (6.10.) einiges los: Das fiel vielen Asselnern auf und sie griffen besorgt zum Telefon
Vor der Lutherkirche in Asseln war am Mittwochabend (6.10.) einiges los: Das fiel vielen Asselnern auf und sie griffen besorgt zum Telefon. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Drittens ging es um die Kommunikation untereinander, wenn zwei Löschfahrzeuge mit jeweils neun Mann Besetzung beteiligt sind. Sein Fazit nach rund zwei Stunden Übung: „Alles hat gut geklappt. Wir sind zufrieden.“

Auch für die Feuerwehrmänner ein besonderer Übungsort

Für die Feuerwehrmänner war der Übungsort Kirche etwas Besonderes, das man nicht alle Tage hat. Schließlich handelt es sich um ein Gebäude, das in einer Zeit entstanden ist, in der dem Brandschutz noch nicht die Bedeutung beigemessen wurde, wie es heute der Fall ist.

Zwischentüren sind beispielsweise nicht aus Stahl, sondern aus Holz. Sie würden im Ernstfall einem Feuer nicht lange standhalten.

Im Turm nahmen die Feuerwehrleute die Situation genau in Augenschein
Im Turm nahmen die Feuerwehrleute die Situation genau in Augenschein. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Auch hängen die Glocken an einem Holzgebälk. Das jedoch, sagt Litschke, wirke gerade in der Lutherkirche noch ausgesprochen massiv. So schnell brenne das nicht durch. Auch könne es wohl auch dann noch die Glocken tragen, wenn es bereits zu 50 Prozent verbrannt wäre.

Feuerwehrmann Robert Litschke sah sich auch im Glockenturm der Lutherkirche um und empfand die hölzerne Tragekonstruktion für die Glocken als sehr massiv
Feuerwehrmann Robert Litschke sah sich auch im Glockenturm der Lutherkirche um und empfand die hölzerne Tragekonstruktion für die Glocken als sehr massiv. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Wichtig bei einem Einsatz in der Spitze einer Kirche ist für die Feuerwehr auch der sogenannte „Trümmerschatten“, also das Gebiet rund um die Kirche, auf das aus der großen Höhe eines Kirchturms noch Teile herunterfallen könnten. Es gilt also, diesen Bereich abzusperren, um Fußgänger nicht zu gefährden.

Küsterin Lilli Schönleben war es, die die Freiwillige Feuerwehr Asseln in die Lutherkirche eingeladen hatte. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Besonderheit an der Lutherkirche sei auch die Nähe zum Hellweg mit seinen Stadtbahn-Oberleitungen. Auch daran müsste man im Ernstfall denken, bei dem ja vielleicht ein Innenangriff gegen das Feuer – wie jetzt in der Übung – gar nicht möglich wäre.

In einem solchen Fall käme außen ein Teleskopmast zum Einsatz, der auf eine Höhe von bis zu 54 Metern kommt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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