Ein Volksfest, das bei den Evingern sehr beliebt ist, muss in diesem Jahr - wie auch schon 2020 - coronabedingt abgesagt werden. © Oliver Schaper (A)
Festabsage

Beliebtes Dortmunder Volksfest fällt auch in diesem Jahr Corona zum Opfer

Weil eine Personennachverfolgung nicht möglich ist, muss auch in diesem Jahr ein beliebtes Dortmunder Volksfest ausfallen. Das finden die Veranstalter traurig, weil sich dabei alte Bekannte treffen.

Das war fast zu erwarten: Der Evinger Gewerbeverein hat die Kohlenkirmes auch für dieses Jahr abgesagt. Das bestätigt der Vorsitzende Meik Hibbeln. Geplant gewesen war sie für die vier Tage vom 6. bis 9. August auf dem Evinger Marktplatz an der Waldecker Straße. Laut der aktuellen Corona-Schutzverordnung sind Volksfeste – und dazu zählt die Kohlenkirmes – bis 31. August verboten.

Zwar gebe es andere Veranstaltungen wie zum Beispiel den „Pop-up-Freizeitpark Fredolino“ ab 2. Juli auf dem Festplatz an der Eberstraße, aber der zähle eben nicht als Volksfest. Man müsse eine Nachverfolgbarkeit der Besucher sicherstellen, und das sei auf dem Markplatz in Eving schlicht unmöglich, weil die Gäste von allen Seiten auf den Platz strömen. Auch könne man das gesamte Gelände nicht einfach mit einem Zaun absichern, um nur noch einen Eingang zu haben, so Hibbeln weiter.

Verschiebung auf September wäre schwierig geworden

Auch die Option, die Kirmes in den September zu verlegen, sei schwierig zu realisieren – unter anderem deshalb, weil die Schausteller natürlich ihre festen, lange geplanten Termie haben. Die können nicht einfach mal eben vier Wochen später kommen. Auch sei es momentan in der Corona-Zeit schwierig, in den zuständigen Stellen der Stadt jemanden zu erreichen. Schließlich brauche man für jedes Fest einen Haufen Genehmigungen.

Mit auffälligen
Mit auffälligen „Abgesagt!“-Plakaten zeigen die Mitglieder des Evinger Gewerbevereins, dass es 2020 keine Kohlenkirmes geben wird. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Natürlich soll es die Evinger Kohlenkirmes 2022 wieder geben. „Wir hoffen“, so Hibbeln, „dass der geplante Umbau des Marktplatzes noch etwas auf sich warten lässt – so lange werden wir die Kohlenkirmes auf jeden Fall noch stattfinden lassen.“ Bekanntlich sollen dort Rasenflächen und ein kleiner Pavillon entstehen sowie Bäume gepflanzt werden. Hibbeln sieht kritisch, dass dann der Platz auch nicht mehr als Parkplatz genutzt werden könnte. Denn die fehlen im Umfeld massiv.

„Absage ist enorm traurig“

Er sei über die erneute Absage der Kohlenkirmes enorm traurig: „Wir hatten bis zuletzt gehofft, sie doch noch möglich machen zu können.“ Die Veranstaltung sei immer eine gute Gelegenheit, die Evinger zu treffen und sie zu fragen, wie es ihnen eigentlich geht. „Das ist bei einem Bier doch viel einfacher als nur am Telefon.“ Viele Evinger, die mittlerweile weggezogen seien, planten extra für die Zeit der Kohlenkirmes ihren Urlaub, damit sie mal wieder die alten Bekannten treffen könnten.

Demnächst wolle der Gewerbeverein einmal darangehen, so Hibbeln weiter, die Langzeitschäden der Corona-Pandemie zu untersuchen. „Viele Betriebe“, so glaubt er, „sperren einfach ihre Tür zu und machen sie nie wieder auf. Wie zum Beispiel der bisherige Betreiber des Hauses Wortmann. Und weil die gar nicht groß Insolvenz anmelden, fallen sie durch die Statistiken.“

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Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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