Thorsten Habel (43) und seine Labrador-Hündin Hanni sind ein Herz und eine Seele – aber mehr noch: Sie ist für ihr Herrchen lebenswichtig. © Andreas Schröter
Hund als Helfer

Assistenzhund Hanni ist für einen Dortmunder (43) die Lebensversicherung

Assistenzhunde können Blinde führen oder Allergiker warnen. Und sie können sogar – wie im Falle eines Wambelers – ihrem Herrchen helfen, wenn er in eine lebensbedrohliche Situation gerät.

Der Wambeler Thorsten Habel leidet unter anaphylaktischen Schocks, die bei ihm immer mal wieder in unregelmäßigen Abständen auftreten – besonders nachts. Gerät er in eine solche Situation, schwellen Gaumen, Zunge und Lippen an, er droht zu ersticken und ist kaum noch zu einer geregelten Handlung fähig.

Solche Schocks sind in der Regel Hinweise auf Allergien, aber bisher haben die Ärzte noch nicht feststellen können, auf was Habel allergisch reagiert. „Früher hatte ich nachts ständig Angst vor einem neuen Anfall“, sagt der 43-Jährige, an Schlaf sei da oft nicht zu denken gewesen.

Thorsten Habel hat einen Aufkleber entworfen, den Geschäfte an ihren Eingang kleben können, wenn Assistenzhunde bei ihren willkommen sind
Thorsten Habel hat einen Aufkleber entworfen, den Geschäfte an ihren Eingang kleben können, wenn Assistenzhunde bei ihren willkommen sind. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Das hat sich geändert, denn seit einigen Jahren ist die inzwischen fünfjährige Assistenzhündin Hanni an seiner Seite. Die Labrador-Dame ist darauf trainiert, ihrem Herrchen eine bereitliegende Adrenalinspritze zu bringen, die sein Leid lindert, sobald Habel Anzeichen eines neuen Schocks zeigt.

„Dabei muss ich mörderisch gestunken haben“

Das Beste daran: Hanni merkt bereits vor ihrem Herrchen, wenn eine solche Situation droht, weil Habels Körper zuvor bestimmte Geruchsstoffe ausscheidet. Kein Wunder, dass er keinen Schritt mehr ohne Hanni tut.

Sogar auf die Arbeit – er ist Telekom-Kundenberater – nimmt er sie mit, wobei er allerdings momentan seinen Job im Homeoffice erledigt. „Wir verstehen uns blind“, sagt er, „da reicht schon ein Blickkontakt. Ich kann mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.“

Auch im Signal Iduna Park war Hanni schon zu Gast
Auch im Signal Iduna Park war Hanni schon zu Gast. © Thorsten Habel © Thorsten Habel

Es sei nicht ganz einfach gewesen, Hanni an den bestimmten Geruch zu gewöhnen, der der Hündin signalisiert: „Jetzt muss ich aktiv werden.“ Er habe in der Trainingsphase wochenlang im selben T-Shirt geschlafen, sagt er: „Dabei muss ich mörderisch gestunken haben.“

Hann ist ein Star im Internet

Es gibt andere Assistenzhunde, die zum Beispiel Erdnuss-Allergiker warnen, wenn eine solche Nuss in der Nähe ist. Bekannt sind die Blindenführhunde. Es gibt aber auch Diabetikerwarnhunde, Signalhunde oder Epilepsiehunde.

Habel hat einen Instagram-Account „assistenzhund.hanni“ gegründet, der bereits über 10.000 Follower hat, und setzt sich dafür ein, dass solche Hunde auch in Räumen und Gebäuden zugelassen sind, in denen Hunde ansonsten keinen Zutritt haben – wie zum Beispiel in Supermärkten.

Der Verein Pfotenpiloten hat einen Aufkleber „Assistenzhund willkommen“ entworfen, den solche Geschäfte am Eingang kleben haben. Rewe Rawers in Wambel oder im Kaufland in Körne gehören zu denen, die mitmachen.

Auch im Signal Iduna Park war Hanni bei einer Stadionführung willkommen. Zu einem Spiel im vollen Stadion wolle er sie allerdings nicht mitnehmen – das wäre zu viel Stress für den Hund, sagt Thorsten Habel.

Und auch auf einen Flug nach Italien hat sie ihr Herrchen begleitet – natürlich neben ihm im normalen Fahrgastraum.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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